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19.12.2014

11:50 Uhr

Fußball-Bundesliga

Kühne-Rückzieher vergrößert Finanznot beim HSV

Geldgeber Kühne hat dem HSV den nächsten Schock versetzt. Nach seinen Verbalattacken verkündete er nun, keine Anteile an der AG erwerben zu wollen. Stattdessen muss sein Kredit zurückgezahlt werden.

Sorgt für eine größere finanzielle Schieflage beim HSV: Klaus-Michael Kühne. dpa - picture-alliance

Sorgt für eine größere finanzielle Schieflage beim HSV: Klaus-Michael Kühne.

HamburgMilliardär Klaus-Michael Kühne will keine Anteile an der Fußball-Aktiengesellschaft Hamburger SV erwerben und sorgt damit für eine größere finanzielle Schieflage des Vereins. Nach dem Rückzieher des 77 Jahre alten Logistik-Unternehmers muss ihm der Fußball-Bundesligist das Darlehen in Höhe von 25 Millionen Euro bis 2017 in drei Raten zurückzahlen. Das bestätigte HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein dem „Hamburger Abendblatt“ und der „Bild“-Zeitung (Freitag).

Ursprünglich wollte Kühne den Kredit in Anteile an der vor knapp sieben Monaten gegründeten Aktiengesellschaft umwandeln. Dafür hätte er 7,6 Prozent an der HSV-AG bekommen. Deren Gesamtwert ist von Wirtschaftsprüfern auf 330 Millionen Euro taxiert worden.

Weil der Verein mit Verbindlichkeiten in Höhe von rund 100 Millionen Euro belastet ist und auch in diesem Geschäftsjahr erneut rote Zahlen schreibt, kommen Spekulationen um die Lizenz für die Saison 2015/2016 auf. Die Spielgenehmigung für die laufende Saison sei laut Wettstein nicht gefährdet. „Für die Zeit danach gilt, dass die Rückzahlung von Verbindlichkeiten refinanziert werden muss, wenn die Ertragslage nicht deutlich verbessert werden kann“, sagte der Finanzchef.

Fakten zum Hamburger SV

Dino

Der Hamburger SV ist Gründungsmitglied der Bundesliga und wird daher auch als Dino der Liga bezeichnet. Der Verein wurde 1887 gegründet.

Erfolge

Größte Erfolge: sechs Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege, Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, Gewinn des Pokals der Landesmeister (heute Champions League).

Umsatz

In der Saison 2014/15 setzte der HSV 128,1 Millionen Euro um.

Verlust

Der Verlust in dem Geschäftsjahr 2014/15 lag bei 16,9 Millionen Euro.

Kaderwert

Der Wert des HSV-Kaders für die Saison 2016/17 wird auf rund 80 Millionen Euro beziffert. Zum Vergleich: Der Kader von Bayern München ist über sieben Mal so viel wert.

Quelle: Transfermarkt.de

Trikots

Sponsor ist die Fluggesellschaft Emirates. Bis 2019 fließen pro Jahr 7,5 Millionen Euro an den HSV. Ausrüster ist Adidas.

Trikotpreise

Ohne Beflockung: 84,95 Euro
Mit Standard-Beflockung: 94,95 Euro
Mit besonderer Beflockung: 99,95 Euro
Kindertrikots: 64,95 Euro

Stadion

Volksparkstadion – Kapazität: 57.000
Zuschauerschnitt im Vorjahr: 53.700
Namensrechte vergeben bis 2019, bringen 4 Millionen Euro pro Jahr
Eigentümer: HSV Fußball AG

Ticketpreise

Tagestickets: 17 bis 96 Euro
Dauerkarten: 224 bis 805 Euro
verkauft: 26.000

Geschäftskunden

Logen: 50
Logenplätze: 700
VIP-Plätze: 3100

Erschwerend kommt hinzu, dass der HSV die Fan-Anleihe für das geplante Nachwuchsleistungszentrum HSV-Campus in Höhe von 17,5 Millionen Euro bereits zum Stopfen von Etat-Löchern genutzt hat. Die Rückzahlung des verzinsten Geldes an die Fans soll 2019 erfolgen.

Eine weitere Baustelle ist das Team. Um aus der Abstiegsgefahr zu kommen, will die Führung in der Winterpause „den Kader optimieren“, wie Sportchef Peter Knäbel es ausdrückte. Bevor neue Spieler verpflichtet werden können, sollen einige Profis verkauft werden. Im Gespräch sind unter anderen Marcell Jansen und Tolgay Arslan.

Rund 27 Millionen Euro wurden im Sommer für Neuverpflichtungen ausgegeben, ca. 23 Millionen Euro eingenommen. Der Gehaltsetat beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro, sollte ursprünglich auf 38 Millionen Euro gesenkt werden. Im Sommer 2015 laufen Verträge von 14 Spielern aus, darunter die von Rafael van der Vaart, Heiko Westermann und Jaroslav Drobny. Der HSV braucht dringend Investoren. Um für diese aber attraktiv zu werden, benötigt er sportlichen Erfolg. Der Vorstand überlegt, die Anteile an der AG unter Wert zu verkaufen, um Interessenten zu finden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Cules

19.12.2014, 16:54 Uhr

Welch zugleich anmassendes und schäbiges Verhalten von Herrn Kühne.
Zuerst (2013-2014) mischt er sich in alles und jedes beim HSV ein, kritisiert Trainer und Spieler, macht Druck und stellt immer wieder Bedingungen!

Dann setzt er, unter der Versprechung Anteileigner zu werden, mit durch, dass die Profiabteilung ausgegliedert wird. Er hievt sogar (für den HSV verpflichtend) seinen Generalbevollmächtigten in die entsprechende Position beim HSV.

Und dann....? Nachdem beim HSV alles nach seinen Vorstellungen reorganisiert wurde, sein Manager installiert wurde und alles auf dem Weg ist, es beim Fussball aber nicht sofort wie gewünscht läuft, zieht er sich mit großem Knall zurück und lässt alle Versprechungen platzen.

Herr Kühne hinterlässt nicht nur einen Scherbenhaufen beim HSV, er lässt künftig auch jeden mit gesundem Menschenverstand am Wort des anderen zweifeln.

Dem ehrenwerten Kreis der Hamburger Kaufleute kann man Herrn Kühne nicht zurechnen, denn die halten die "Hamburger Kaufmannsehre" hoch und stehen zu ihrem Wort, insbesondere, wenn sie kräftig mitgemischt haben!
Schämen sie sich Herr Kühne!

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