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11.01.2007

15:23 Uhr

Fußball Bundesliga

Landgericht Köln stellt Calmund-Verfahren ein

Das Strafverfahren gegen Bayer Leverkusens Ex-Geschäftsführer und -Manager Reiner Calmund wegen des Verdachts der Untreue, Selbstbereicherung und Spielmanipulation ist durch das Landgericht Köln eingestellt worden.

Reiner Calmund kann aufatmen: Das Landgericht Köln hat das Strafverfahren gegen den Ex-Geschäftsführer und-Manager des Bundesligisten Bayer Leverkusen eingestellt. Dies teilte sein Rechtsanwalt Stefan Seitz per Pressemitteilung mit. Gegen Calmund war wegen des Verdachts der Untreue, Selbstbereicherung und Spielmanipulation ermittelt worden.

Damit stehe fest, dass die gegen Calmund erhobenen Vorwürfe vollumfänglich unbegründet gewesen seien, so Seitz. Calmund hatte den Verbleib von 580 000 Euro, die er im Juni 2003 aus der Kasse von Bayer genommen und an den Spielervermittler Volker Graul gezahlt hatte, nicht schlüssig erklären können.

Medien hatten zuvor spekuliert, dass Calmund 30 000 Euro für die Einstellung des Verfahrens zahlen musste. "Reiner Calmund hat der Einstellungsauflage zugestimmt, um weitere - den Einstellungsauflagenbetrag übersteigende - hohe Verfahrenskosten zu sparen und sich künftig in Ruhe und unbelastet neuen Aufgaben zu widmen. Außerdem wird die zu zahlende Auflage für gemeinnützige Einrichtungen gespendet, die Reiner Calmund zum Teil selbst bestimmen kann", ließ Seitz verlauten, ohne jedoch die konkrete Summe zu nennen.

Calmund: "Ergebnis habe ich erwartet"

Erleichtert reagierte Calmund: "Dieses Ergebnis habe ich erwartet und ist für mich keine Überraschung. Dennoch bin ich froh, dass das Landgericht Köln das Verfahren jetzt auch formell eingestellt hat, zumal auch meine Familie durch die Ereignisse im vergangenen Jahr stark belastet wurde. Ich möchte jetzt nur noch nach vorne schauen und mich mit dem Thema nicht mehr beschäftigen."

Sowohl Calmund als auch Graul hatten behauptet, dass sie sich für das Geld Kaufoptionen auf Profis vom Balkan gesichert hätten. In der Bayer-Buchhaltung fanden sich dafür aber keine Belege. Daraufhin ermittelte die Staatsanwaltschaft. Seitz erklärte nun dazu: "Lediglich die vollständige schriftliche Dokumentation über Spieler-Optionen von Bayer 04 Leverkusen war für Reiner Calmund nach seinem Ausscheiden im Nachhinein nicht mehr ohne weiteres möglich."

Mitte Dezember vergangenen Jahres war zudem der sich monatelang hinziehende Konflikt zwischen Bayer Leverkusen und Calmund beigelegt worden; es wurde ein Vertrag geschlossen. Die schwebenden Rechtsstreitigkeiten zwischen Calmund und dem Klub vor dem Oberlandesgericht Köln und dem Landgericht Köln waren damit erledigt.

Bayer hatte Calmunds Einkünfte als TV-Experte bei der WM in Deutschland für RTL in Höhe von angeblich 300 000 Euro von den Pensionszahlungen an den langjährigen Manager abgezogen. Calmund war im Juni 2004 auf eigenen Wunsch nach jahrzehntelanger Tätigkeit als Frontmann der Bayer-Fußballabteilung aus seinem Amt geschieden.

© SID

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