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31.03.2006

14:27 Uhr

Fußball Bundesliga

Münchner Staatsanwaltschaft entlastet Profis

Die wegen Wettmanipulation beschuldigten Fußball-Profis sind von der Münchner Staatsanwaltschaft entlastet worden. "Die Ermittlungen sind abgeschlossen", erklärte Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Die vier wegen Wettmanipulation beschuldigten Fußball-Profis müssen keine weiteren Maßnahmen fürchten. Die Staatsanwaltschaft München I räumte alle Vorwürfe aus. "Die Ermittlungen bezüglich der Wettmanipulationen sind abgeschlossen. Wir haben in dieser Hinsicht keine Erkenntnisse für die strafrechtlich relevante Verfolgung der Spieler gewonnen", sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler dem Sport-Informations-Dienst.

Die Vorwürfe der Wettmanipulation und der Platzierung von Wetten auf Partien des jeweils eigenen Vereins hätten sich im Zuge der Ermittlungen nicht bestätigt, ergänzte Winkler. "Ich kann definitiv ausschließen, dass die behaupteten Manipulationen stattgefunden haben."

Kein Gespräch mit beschuldigten Spielern

Die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft beruhen auf Durchsuchungen diverser Wettbüros in München und Nürnberg in der vergangenen Woche. Mit den beschuldigten Spielern persönlich habe man nicht gesprochen, sagte Winkler. "Die Auswertung der Daten, die wir in den Wettbüros gewinnen konnten, hat keine Hinweise auf Manipulationen gebracht", ergänzte er.

Winkler wies jedoch zugleich darauf hin, dass die Ermittlungen nur teilweise eingestellt wurden. Noch offen ist die Frage, ob in den durchsuchten Wettbüros gewerbsmäßig unerlaubtes Glücksspiel betrieben wurde und ob Fußball-Spieler dort Wetten auf Partien anderer Vereine platziert haben. Diese Wetten wären nicht nur für Profis, sondern auch für Privatpersonen illegal, sollte sich der Verdacht des unerlaubten Glücksspiels bestätigen.

Nationalspieler Bastian Schweinsteiger von Bayern München, Paul Agostino und Quido Lanzaat von Zweitligist 1 860 München und der Nürnberger Ivica Banovic waren von verschiedenen Medien der Manipulation von Fußball-Spielen beschuldigt worden. Zumindest die Münchner tz, die die Münchner Profis in die Nähe eines angeblichen Wettskandals gerückt hatte, hat ihre Anschuldigungen mittlerweile widerrufen.

Zwanziger dankt für zügige Aufklärung

Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hat sich indes am Freitag für die zügige Aufklärung bei der Staatsanwaltschaft München I bedankt, zugleich aber erneut Teile der Medien kritisiert. Diese hätten aufgrund der Vorwürfe das Image des deutschen Fußballs vorschnell als beschädigt bezeichnet.

"Wer die unseriöse Berichterstattung einiger Journalisten, die aus meiner Sicht glücklicherweise die Minderheit ihres Berufsstandes darstellen, mit Aufmerksamkeit verfolgt, muss sich vielmehr Sorgen darüber machen, dass durch solche Vorfälle wie in München eher das Image der Medien stark beschädigt wird", sagte Zwanziger.

Ermittlungen in unteren Spielklassen gehen weiter

Die Ermittlungen des DFB zu möglichen Wettmanipulationen in der zweiten Bundesliga und in den Regionalligen gehen derweil weiter. Den Spielern war eine Frist bis zum 29. März eingeräumt worden, bis zu deren Ablauf sie sich mit ihrem Wissen über verschobene Spiele an den DFB hätten wenden können. "Es gab einige Meldungen", ließ der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert, in einer Pressemitteilung erklären.

Auf Details wolle der DFB nicht eingehen, da es sich um schwebende Verfahren handelt. "Wir können lediglich bestätigen, dass es keine wesentlich neuen Erkenntnisse gegeben hat", ergänzte Hilpert. Das bisher gewonnene Material sei der Staatsanwaltschaft Frankfurt übergeben worden. Diese bestätigte am Freitag, Ermittlungen wegen möglicher Spielmanipulation gegen einen Spieler von Regionalligist TSG Hoffenheim aufgenommen zu haben.

© SID

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