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01.01.2011

19:42 Uhr

Fußball Bundesliga

Rangnick und Hoffenheim trennen sich

Medienberichten zufolge haben sich Ralf Rangnick und TSG Hoffenheim auf eine Vertragsauflösung geeinigt. In der eigentlich fruchtbaren Beziehung hatte es zwischen Coach und Vereinsführung schon oft geknistert, das Fass zum Überlaufen brachte offenbar der Verkauf Luiz Gustavos.

Ralf Rangnick war seit Juni 2006 Trainer in Hoffenheim. Foto: SID Images/Firo SID

Ralf Rangnick war seit Juni 2006 Trainer in Hoffenheim. Foto: SID Images/Firo

Bundesligist 1 899 Hoffenheim und Trainer Ralf Rangnick haben sich laut Bild am Sonntag überraschend getrennt. Demnach einigten sich der 52-Jährige und die Kraichgauer in beidseitigem Einvernehmen auf eine sofortige Auflösung des bis 30. Juni 2012 laufenden Vertrages. Den Kontrakt hatte Rangnick erst im Mai dieses Jahres vorzeitig verlängert.

"Wir können und werden das momentan nicht kommentieren", sagte TSG-Pressesprecher Markus Sieger auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) am Samstagabend. Am Sonntag werden die Hoffenheimer allerdings um 10.30 Uhr eine Pressekonferenz im Trainings- und Geschäftsstellenzentrum abhalten. Rangnick, der für eine Stellungnahme am Samstag nicht zu erreichen war, wird dabei ebenso anwesend sein wie Manager Ernst Tanner und Präsident Peter Hofmann.

Grund für die Trennung könnte der Wechsel von Luiz Gustavo zum deutschen Meister Bayern München sein. Die Bayern vermeldeten am Neujahrstag den Transfer des Brasilianers als perfekt, die TSG verliert damit einen ihrer wichtigsten Spieler.

Rangnick über Verhandlungen im Unklaren gelassen

Rangnick hatte sich zuletzt darüber beklagt, dass er über die Verhandlungen nicht informiert worden sei. "Ich wusste von nichts", sagte Rangnick. Er wollte den 23-Jährigen, der in Hoffenheim noch einen Vertrag bis 2014 besaß, frühestens im Sommer abgeben. Einen vorzeitigen Wechsel hatte er als "schlechtes Zeichen an die Fans und die Mannschaft" bezeichnet. Der Klub könne einen seiner wertvollsten, besten und konstantesten Spieler nicht abgeben, wenn man noch solche Möglichkeiten in der Liga hätte.

Mäzen Dietmar Hopp waren die Bedenken des Trainers offenbar egal. Luiz Gustavo erhält nun beim Rekordmeister einen Vertrag bis 2015, als Ablösesumme waren zuletzt 15 Mill. Euro im Gespräch.

Zwischen Hopp und Rangnick war es immer wieder einmal zu Unstimmigkeiten gekommen. Rangnick forderte weitere Verstärkungen, Hopp verwies auf die wirtschaftliche Bilanz. Er sei immer der Meinung gewesen, dass Rangnick der richtige Trainer für Hoffenheim sei. Problematisch werde es nur, wenn er sage 'Er sei ein Champions-League-Trainer', hatte Hopp noch im August erklärt.

Vierter Trainerwechsel der Saison

Der Tabellenachte reist am Montag nun ohne Luiz Gustavo und wohl ohne Rangnick ins Trainingslager ins spanische La Manga, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Rangnick hatte die TSG im Juni 2006 übernommen und von der damals drittklassigen Regionalliga bis in die Bundesliga geführt. Dort hat sich die TSG in ihrer dritten Saison etabliert. Der Klub steht in dieser Saison zudem im Pokal-Viertelfinale und gastiert am 26. Januar beim Zweitligisten Energie Cottbus.

Die Trennung von Rangnick und Hoffenheim ist der vierte Trainerwechsel in der Bundesliga in dieser Saison. Zuvor hatten schon Christian Gross und Jens Keller (beide VfB Stuttgart) sowie Zvonimir Soldo (1. FC Köln) ihren Posten räumen müssen.

© SID

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