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30.01.2011

13:51 Uhr

Fußball Bundesliga

Robben geht Müller an die Gurgel

Trotz des überzeugenden Sieges gegen Werder Bremen kehrt bei Bayern München keine Ruhe ein. Nach dem 3:1-Erfolg an der Weser ging Arjen Robben Kollege Thomas Müller and die Gurgel.

Arjen Robben attackierte Thomas Müller nach dem Schlusspfiff. Foto: SID Images/pixathlon SID

Arjen Robben attackierte Thomas Müller nach dem Schlusspfiff. Foto: SID Images/pixathlon

Nach dem Streit zwischen Trainer Louis van Gaal und der Führungsetage geht der Wahnsinn bei Bayern München unvermindert weiter. Superstar Arjen Robben und Thomas Müller fetzten sich nach dem 3:1 (0:0) des Rekordmeisters bei Werder Bremen abseits der Fernsehkameras heftig auf dem Platz, wobei der Niederländer dem WM-Torschützenkönig sogar an die Gurgel ging. Fotos beweisen dies eindeutig. Müller soll Robben bei einer Szene in der zweiten Halbzeit wild gestikulierend Eigensinn vorgeworfen haben, was den Vize-Weltmeister auf die Palme brachte.

"Eine Diskussion auf dem Platz ist gut, aber man soll nicht mit den Händen gestikulieren. Ich hasse das. Das ist respektlos gegenüber Kollegen, das brauchen wir nicht machen. Wir müssen ein Vorbild sein, dürfen es uns nicht schwieriger machen als es ist", kritisierte Robben, der den Streit nach dem Duschen allerdings herunterspielte. "Solche Dinge passieren auf dem Platz. Wir gewinnen und wir verlieren zusammen. Das war nicht so schlimm, wir werden aber auch noch darüber reden", kündigte Robben an, der mit dem 1:1 (65.) die Bayern nach dem Rückstand durch Per Mertesacker (47.) wieder ins Spiel gebracht hatte.

Van Gaal war bemüht, die Wogen zu glätten - zumal seine Mannschaft durch den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals und den Sprung auf Platz drei in der Bundesliga eine durchaus erfolgreiche Woche vorweisen kann. "Ich habe die Szene nicht gesehen. Generell finde ich es aber gut, wenn die Spieler sich gegenseitig zur Verantwortung rufen und miteinander kommunizieren. Das muss aber alles mit gegenseitigem Respekt erfolgen. In Holland ist es üblich, dass wir miteinander streiten und sagen, was wir zu sagen haben. Das ist eine andere Kultur in Deutschland", sagte van Gaal.

Nerlinger: "Hoffe jetzt auf ruhige Arbeit"

Unabhängig vom Schlussakkord war der Niederländer mit der Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden. Ein Eigentor von Mertesacker (76.) und ein Treffer von Edel-Joker Miroslav Klose (86.), der mit seinem ersten Saisontor erstmals gegen seinen Ex-Klub traf, hatten den dritten Auswärtssieg in dieser Saison perfekt gemacht. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wie sie nach dem 0:1 zurückgekommen ist und mit welcher Aggressivität sie die Wende erzwungen hat, das war klasse", sagte van Gaal, dem kein Wort über sein gestörtes Verhältnis zu seinem Präsidenten Uli Hoeneßüber die Lippen kam.

"Ich hoffe jetzt auf eine ruhige Arbeit", sagte denn auch Sportchef Christian Nerlinger, der unter der Woche ebenfalls mit van Gaal aneinandergeraten war. "Das waren heute gute Zeichen eines Siegergens, das uns letztes Jahr ausgezeichnet hat", bewertete Nerlinger den Erfolg bei Werder.

Das bestätigte auch Philipp Lahm. "Ich glaube, man hat heute gesehen, dass die Mannschaft einfach wollte und sich nicht mit einem Unentschieden abgefunden hat. Phasenweise haben wir sehr, sehr guten Fußball gespielt. Wir wollen noch auf Platz zwei kommen. Das ist nicht so leicht, aber wenn wir so auftreten wie heute, schaffen wir das", sagte der neue Kapitän. Drei Punkten beträgt der Rückstand auf den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen.

Kurs gegen Köln fortsetzen

Lahm forderte ebenso wie Nerlinger eine "ruhige Vorbereitung" auf das Spiel beim 1. FC Köln am kommenden Samstag. "Wichtig ist, dass wir unseren Kurs fortsetzen und mal eine Serie hinlegen. Dann können wir unsere Ziele noch verwirklichen." Bleibt abzuwarten, ob es nicht nur die trügerische Ruhe vor dem nächsten Sturm an der Säbener Straße ist.

Ob Robben noch Konsequenzen fürchten muss, war am Sonntag unklar, zumal der schwache Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und dessen Assistenten den Zoff nicht mitbekommen hatten und dementsprechend keinen Bericht verfassten.

© SID

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