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12.01.2010

15:35 Uhr

Fußball Bundesliga

Skibbe und Bruchhagen demonstrieren Eintracht

Nachdem bereits über eine Entlassung Michael Skibbes nach dessen erneuter Kritik an der Vereinsführung von Eintracht Frankfurt spekuliert wurde, haben sich die Wogen nun geglättet.

Es herrscht wieder Eintracht in Frankfurt. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Es herrscht wieder Eintracht in Frankfurt. Foto: Bongarts/Getty Images

Nach den verbalen Attacken der letzten Tage sind Trainer Michael Skibbe und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen von Bundesligist Eintracht Frankfurt auf Schmusekurs gegangen. In einem anderthalbstündigen Krisengespräch am Dienstag räumten beide Seiten im Rahmen einer Vorstandssitzung die Missverständnisse aus und kamen trotz trister Aussichten für die Rückrunde auf einen Konsens. "Der Vorstand teilt die Auffassung des Trainers zu 100 Prozent. Es wird schwer, aufgrund unserer personellen Situation unser Saionziel von 46 Punkten zu erreichen", erklärte Bruchhagen, erteilte Skibbe aber doch noch einen Rüffel: "Künftig sollten solche kritischen Auseinandersetzungen im internen Kreis geführt werden."

"Wenig optimistisch, dass wir Ersatz finden"

Auch Skibbe ruderte nach seinen Verbalattacken vom Wochenende und indirekten Rücktrittsdrohungen zurück. "Ich wollte mit meiner Kritik nur verdeutlichen, dass es in der Rückrunde sehr schwer wird, unsere Ziele zu erreichen. Ich arbeite sehr gerne für Eintracht Frankfurt und mit Heribert Bruchhagen zusammen", sagte der 45 Jahre alte Coach, der am Dienstag allerdings erneut einen Dämpfer hinnehmen musste. Bruchhagen hat nur noch wenig Hoffnung auf eine zeitnahe Verpflichtung für die Offensive, die nach den Verletzungen der Angreifer Ioannis Amanatidis (Knie-OP) und Martin Fenin (Hüft-OP) fast brachliegt. "Wir sondieren den Markt. Aber ich bin nicht gerade optimistisch, dass es uns gelingt, adäquaten Ersatz zu finden", erklärte der Frankfurter Vorstandsboss, der die wirtschaftliche Konsolidierung der Eintracht durch teure Neuzugänge nicht gefährden will. Vor dem Rückrundenauftakt am Samstag gegen Werder Bremen und nach 17 Spielen liegen die Hessen mit 24 Punkten allerdings mehr als im Soll.

Skibbe erneuerte Kritik im Trainingslager

Skibbe hatte am vergangenen Sonntag am Rande des Wintertrainingslagers im türkischen Belek erneut für Unruhe gesorgt, als er wegen fehlender Neuzugänge scharfe Kritik übte und dabei sogar seine eigene Zukunft beim Tabellenzehnten in Frage stellte. Bruchhagen ("Ich habe kein Verständnis für seine provokanten Äußerungen") hatte sich genervt von den Äußerungen Skibbes gezeigt und den Coach zum Rapport am Dienstag gebeten. An dem Treffen nahmen auch die Vorstandsmitglieder Thomas Pröckl sowie Klaus Lötzbeier teil.

Gerüchten zufolge soll sich der Vertrag von Skibbe nur beim Erreichen einer bestimmten Punktzahl automatisch bis 2011 verlängern. Bereits im November hatte Skibbe bei der Eintracht "eine Verbesserung in vielen Bereichen" gefordert. Zuletzt war der Transfer des Algeriers Rafik Djebbour (AEK Athen) geplatzt. Zuvor hatte sich der Wechsel von Stürmer Theofanis Gekas (Hertha BSC Berlin) zerschlagen.

© SID

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