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23.01.2011

19:24 Uhr

Fußball Bundesliga

St. Pauli verpasst Befreiungsschlag bei Hoffenheim

Der FC St. Pauli hat zum Abschluss des 19. Spieltags einen sicher geglaubten Sieg verpasst. Bei 1899 Hoffenheim traf David Alaba in letzter Minute zum 2:2-Endstand. Dafür ließ sich der Winterzugang auch gebührend feiern. Nur so richtig zufrieden war keiner der Hoffenheimer.

Traf für Pauli zum zwischenzeitlichen 1:1: Max Kruse. Foto: SID Images/Firo SID

Traf für Pauli zum zwischenzeitlichen 1:1: Max Kruse. Foto: SID Images/Firo

David Alaba streckte die Hände in die Höhe und ließ sich feiern. Der Winterzugang von 1 899 Hoffenheim hatte seinem neuen Arbeitgeber quasi in letzter Sekunde beim 2:2 (1:0) gegen Aufsteiger FC St. Pauli einen Punkt gerettet. So richtig zufrieden war man auf Seiten der Hoffenheimer aber nicht.

"Wir haben nach einer halben Stunde aufgehört, Fußball zu spielen. Am Ende sind wir aber mit einem blauen Auge davongekommen", sagte 1 899-Torwart Tom Starke nach dem Schlusspfiff. Der neue Coach Marco Pezzaiuoli konnte sich immerhin über seinen ersten Zähler freuen, nachdem der Rückrundenstart mit 1:2 bei Werder Bremen misslungen war.

Innenverteidiger Marvin Compper (29.) traf zunächst für die seit sechs Spielen sieglosen Hoffenheimer. Max Kruse erzielte den Treffer für den Kiezklub (53.) zum 1:1, ehe Gerald Asamoah in der 81. Minute Pauli in Führung brachte. In der 90. Minute gelang dann dem Ex-Münchner Alaba der Ausgleich zum 2:2.

Hamburger niedergeschlagen

Die abstiegsgefährdeten Hamburger konnten zwar ihre Negativserie von zuletzt vier Auswärtspleiten in Folge beenden, schlichen aber dennoch wie begossene Pudel vom Platz. "Wenn man kurz vor Schluss 2:1 führt und dann nur mit einem Punkt nach Hause fährt, dann ist das bitter", resümierte Asamoah.

Die 29 300 Zuschauer in der Rhein-Neckar Arena sahen in der Anfangsphase spielbestimmende Hoffenheimer. Die mögliche Führung der Kraichgauer vergab Compper in der neunten Minute völlig freistehend. Obwohl Compper in dieser Szene deutlich im Abseits stand, hätte der Treffer gezählt. Zwei Minuten später prüfte Kruse auf der Gegenseite Hoffenheims Torwart Tom Starke per Distanzschuss.

Der Warnschuss beeindruckte die Gastgeber nicht. Die Hoffenheimer, die ohne Stürmer Chinedu Obasi (Schienbein-Operation) und den brasilianischen Neuzugang Roberto Firmino (krank) auskommen mussten, kontrollierten weiter das Geschehen. Die Hamburger, bei denen Angreifer Marius Ebbers (Bauchmuskelfaserriss) fehlte, beschränkten sich weitgehend auf die Defensivarbeit und lauerten auf Konter.

Führung durch Standardsituation

Die Hoffenheimer machten allerdings zunächst nichts aus ihrer Überlegenheit. Im Offensivspiel fehlten die Ideen, der Sturm wirkte harmlos. Die Gastgeber brauchten eine Standard-Situation, um in Führung zu gehen. Nach einem Freistoß von Sebastian Rudy schob Compper aus kurzer Distanz ein und erzielte damit sein zweites Saisontor. Nach dem Rückstand agierten die Gäste offensiver. Kruse scheiterte aber erneut an Starke (33.).

Kurz nach dem Seitenwechsel machte es Kruse dann besser und erzielte den Ausgleich. Der Treffer beflügelte die Gäste, die kurz darauf sogar die Chance zur Führung durch Bastian Oczipka hatten (53.). Auf der Gegenseite konnte der bosnische Torjäger Vedad Ibisevic eine gute Möglichkeit nicht nutzen (59.). Insgesamt nahm das Spiel im zweiten Abschnitt deutlich an Fahrt auf. Das belegte auch der Lattentreffer der Hamburger durch Charles Takyi (75.). Asamoah ließ die Gäste dann aber doch noch jubeln, ehe Alaba der Ausgleich für 1 899 glückte.

Ba-Zukunft scheint geklärt

Kurz vor dem Anpfiff hatte Hoffenheim bestätigt, dass Provokateur Bemba Ba wahrscheinlich bis zum Saisonende an den englischen Premiere-League-Klub West Ham United ausgeliehen wird. "Unterschrieben ist noch nichts, aber es deutet alles darauf hin, dass es ein Ausleihgeschäft mit West Ham gibt", sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner, der "davon ausgeht", dass der Ba-Wechsel am Montag endgültig über die Bühne geht. Zudem soll Pezzaiuoli am Montag seinen Cheftrainer-Vertrag unterschreiben.

Ba hatte in der Winterpause das Trainingslager der Hoffenheimer boykottiert, um so einen Wechsel nach England zu erzwingen. Offen ist allerdings weiter, wer Ba ersetzen soll. Nach wie vor warten die Kraichgauer auf eine Entscheidung ihres Wunschkandidaten Ryan Babel vom FC Liverpool. Der Niederländer war bereits zu Verhandlungen in Hoffenheim, liebäugelt allerdings mit einer Rückkehr zu seinem Heimatverein Ajax Amsterdam.

© SID

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