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17.01.2008

12:39 Uhr

Fußball Bundesliga

Unverständnis für Millers "Wunderheiler" beim KSC

Der Vereinsarzt von Bundesliga-Aufsteiger Karlsruher SC, Marcus Schweizer, hat sich von "Wunderheiler" Mohamed Khalifa distanziert. KSC-Keeper Markus Miller lässt sich nach seinem Kreuzbandriss von dem Ägypter behandeln.

Die Behandlung von Torwart Markus Miller durch "Wunderheiler" Mohamed Khalifa sorgt bei den Vereinsärzten von Bundesligist Karlsruher SC weiterhin für Unverständnis. Der KSC-Keeper hatte sich vor 82 Tagen das Kreuzband gerissen.

"Davon muss ich mich als Schulmediziner in aller Form distanzieren. Im Grunde wendet dieser Mann osteopathische Techniken an, wie sie schon lange bekannt sind. Er verkauft sie nur anders", sagte KSV-Vereinsarzt Dr. Marcus Schweizer der Zeitung Die Welt.

"Die Knie reiben sich kaputt"

Miller hatte sich am 27. Oktober beim 0:0 in Rostock einem Riss des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen und anschließend gegen eine Operation entschieden. Der Torwart will seine Karriere offenbar mit nur einem Kreuzband fortsetzen. Ein riskanter Schritt. Zwar wäre Miller nach einer Operation voraussichtlich ein halbes Jahr ausgefallen, aber er hätte zumindest wieder zwei Kreuzbänder im rechten Knie gehabt. "Zwar sind die Funktionen, die das hintere Kreuzband ausübt, nicht so komplex wie die des vorderen Kreuzbands, aber auf Dauer hält der Knorpel das nicht aus. Die Knie reiben sich kaputt", warnte Teamarzt Schweizer.

Dennoch vertraute der 25-jährige Miller weiter der konservativen Behandlungsmethode und begab sich zudem in die Hände des Ägypters Khalifa, der auf seiner Internetseite damit wirbt, bereits Boris Becker, Roger Federer und Franziska van Almsick behandelt zu haben. Khalifas Methode: Ein gerissenes Kreuzband wächst durch seine Behandlung aus Bindegewebsmaterial neu heran. Beschleunigt werden soll der Heilungsprozess durch "elektro-magnetische Signale", die Khalifa angeblich mit dem Druck seiner Hände auslöst.

Miller ist von den Fähigkeiten des Wunderheilers begeistert. "Ich bin in die Praxis gehumpelt. Nach der Behandlung konnte ich rausjoggen. Khalifa schafft es, mit seinen Händen die Selbstheilungskräfte des Körpers zu animieren", meinte der Keeper, der in Rekordzeit die Rückkehr in das KSC-Tor anstrebt: "Es kribbelt, nach zweieinhalb Monaten wieder zu spielen. Die Zeit war nicht immer leicht, aber jetzt geht es meinem Knie wieder prächtig."

© SID

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