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02.06.2017

19:55 Uhr

Fußball-Bundesliga

VfB-Comeback mit finanziellem Rückenwind

Binnen vier Jahren soll der VfB Stuttgart wieder oben stehen. Damit das gelingt, gaben die Mitglieder grünes Licht für die Ausgliederung in eine AG. Nicht nur der Kader soll von den frischen Millionen profitieren.

Der traditionsreiche Klub ist mit Ambitionen zurück in der Bundesliga. dpa

VfB Stuttgart

Der traditionsreiche Klub ist mit Ambitionen zurück in der Bundesliga.

StuttgartPräsident Wolfgang Dietrich hatte schon am Freitag einen Termin beim Notar. Nach der überraschend deutlichen Zustimmung der Mitglieder des VfB Stuttgart zur Ausgliederung der Fußballer in eine AG am Abend drückt der Club aufs Gas. „Die Formalien sind in etwa vier Wochen abgeschlossen“, sagte Dietrich. Dann existiert die neue VfB Stuttgart 1893 AG und kann Geld von Investoren einsammeln – 41,5 Millionen Euro vom Autobauer Daimler sind für 11,75 Prozent der Anteile bereits vereinbart. „Ich glaube, dass das diesem Verein einen riesigen neuen Impuls gibt“, sagte Dietrich.

Zum einen verbessern sich die Möglichkeiten auf dem Transfermarkt. Die kolportierte Zahl von 50 Millionen Euro als Etat für die Bundesliga bezeichnete Sportvorstand Jan Schindelmeiser zwar als zu hoch, bestätigte am Freitag aber: „Die Mittel aus diesem Topf vergrößern unsere Spielräume jetzt und in den kommenden zwei, drei Jahren.“ Handlungsbedarf sieht der Manager: „Wir sind in der Pflicht und auch in der Verantwortung, den Kader so vorzubereiten, dass wir wettbewerbsfähig in die Bundesliga starten. Dazu müssen wir dem Kader Qualität zuführen.“

Der Traditionsverein will das Geld aber auch in die Bedingungen investieren, die Aufstiegstrainer Hannes Wolf just am Tag der außerordentlichen Mitgliederversammlung deutlich kritisiert hatte. „Die Infrastruktur beim VfB ist einfach nicht zeitgemäß, sie ist nicht auf einem Top-Level“, sagte der Coach in einem Interview der „Bild“. „Die Ansprüche rund um den VfB sind aber riesig – und passen derzeit nicht zu den Rahmenbedingungen.“

Dietrich kündigte zuletzt bei einer positiven Entscheidung einen raschen Baubeginn auf dem Vereinsgelände an der Mercedesstraße an, einen genauen Termin gab es am Freitag noch nicht. Auch in Jugendtrainer und Scouting will Stuttgart investieren. „Jetzt werden wir beweisen müssen, dass wir den VfB weiterentwickeln“, sagte Aufsichtsratschef Martin Schäfer nach der unerwartet eindeutigen Abstimmung. Ob er auch im neuen Aufsichtsrat der AG vertreten ist, soll in den kommenden Tagen besprochen werden. Der Aufsichtsrat des e.V. wird zukünftig durch einen Vereinsbeirat ersetzt.

84,2 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf ein Ja zum Ausgliederungsantrag, die notwendige Dreiviertelmehrheit wurde klar erreicht. „Das war einer der schönen Momente in meinem Leben“, sagte Präsident Dietrich nach Wochen voller aufreibender Termine und zuletzt Nächten mit schlechtem Schlaf. „Wir wissen, welche Verantwortung wir hier übernommen haben“, betonte er. „Wir wissen auch, dass wir damit noch lange nicht die Ziele erreicht haben, die wir uns gesetzt haben.“ Binnen vier Jahren – möglichst also noch in seiner Amtszeit – will er den VfB wieder als Europapokalteilnehmer und im oberen Drittel der Bundesliga-Tabelle sehen.

Mit Daimler im Rücken soll es für den VfB nach oben gehen, weitere bis zu vier Investoren wünscht sich Dietrich für die kommenden Jahre. Angst vor den Partnern sollen die Fans keine haben müssen, betonte Wilfried Porth: „Wir sind diejenigen, die dem Verein helfen wollen. Wir sind nicht diejenigen, die den Verein dominieren wollen. Auf gar keinen Fall“, sagte der VfB-Aufsichtsrat und Vorstand des Autobauers.

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dpa

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