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07.01.2011

10:24 Uhr

Fußball Bundesliga

Wachablösung im Bayern-Tor: Kraft ersetzt Butt

Paukenschlag im Lager des Rekordmeisters, in der Rückserie rückt ein Neuer ins Tor: Coach Louis van Gaal von Bayern München wird in Wolfsburg Thomas Kraft sein Vertrauen schenken.

Thomas Kraft soll zum Rückrundenbeginn im Tor stehen. Foto: SID Images/Firo SID

Thomas Kraft soll zum Rückrundenbeginn im Tor stehen. Foto: SID Images/Firo

Ein Neuer steht künftig bei Bayern München im Tor - aber Manuel Neuer ist es (noch) nicht. Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (SID) wird zum Rückrunden-Auftakt der junge Thomas Kraft beim deutschen Rekordmeister die bisherige Nummer eins Jörg Butt verdrängen. Trainer Louis van Gaal setzt auf den 22-Jährigen, der am 15. Januar in Wolfsburg für den Routinier Butt (36) zwischen den Pfosten stehen soll. Die Wachablösung im Tor ist also perfekt - dennoch planen die Bayern, im Sommer Nationaltorhüter Manuel Neuer von Schalke 04 zu holen. Kraft wäre damit nur der Platzhalter.

Im Trainingslager in Doha wich van Gaal Nachfragen zur neuen Nummer eins noch aus, wollte sich aber erstmals nicht mehr auf Butt festlegen. "Dazu will ich jetzt noch nichts sagen. Wir müssen abwarten, ich entscheide", sagte der Bayern-Coach und wirkte bei dem brisanten Thema durchaus gereizt. Immerhin merkte er an, dass Kraft "großes Talent hat. Wir müssen ihn ausbilden, dass er auch unter Druck spielen kann".



Butt und Nerlinger über Entscheidung überrascht

Van Gaal hat Kraft und Butt über den anstehenden Wechsel im Tor schon informiert. Jörg Butt soll aus allen Wolken gefallen sein. Die überraschende Entscheidung sorgt bei Sportdirektor Christian Nerlinger anscheinend für wenig Begeisterung. Wie der SID aus Vereinskreisen erfuhr, war Nerlinger, bisher der engste Vertraute des Niederländers, vom Alleingang des Trainers schockiert. Der ehemalige Profi soll van Gaal auch auf die Tragweite und das Risiko hingewiesen haben.

Immerhin war Butt bislang als Bayern-Keeper die Verlässlichkeit in Person. Kraft deutete in seinen Champions-League-Einsätzen in Rom und gegen Basel sowie im Supercup gegen Schalke zwar sein Potenzial an, aber ob er mit dem Druck als Nummer eins der Bayern dauerhaft fertig wird, muss sich zeigen. Michael Rensing war an dieser Belastung im April 2009 gescheitert. Er wurde - damals noch unter Trainer Jürgen Klinsmann - von Butt abgelöst.

Kein Freibrief für van

Kraft soll am Samstagabend im einzigen Testspiel der Bayern vor dem Rückrundenstart gegen Al Wakrah mit der vermeintlichen "A-Elf" auflaufen, die dann auch in Wolfsburg erwartet wird. Die Verträge von Kraft und Butt laufen im Juni aus. Kraft hatte für den Fall einer Verpflichtung von Neuer bereits seinen Abschied aus München angekündigt. Er wolle in der Bundesliga spielen. Dass Butt seine Karriere fortsetzen wird, ist unwahrscheinlich. Er soll in die Jugendarbeit eingebunden werden.

Einmal in Schwung, wollte van Gaal am Freitag auch seinem Kapitän Mark van Bommel keinen Freibrief mehr ausstellen. "Wenn er die Form hat, dann spielt er, aber man muss abwarten", sagte er über seinen Landsmann. Sonst hatte van Gaal stets betont, "dass mein Kapitän immer spielt". Auch über Gerüchte, wonach van Bommel in der Rückrunde möglicherweise nicht mehr Spielführer der Bayern sein wird, vermied der Coach eine klare Aussage: "Wenn er bleibt, sind die Chancen sehr hoch. Aber das muss man auch abwarten - wie bei Kraft."

Wenigstens formulierte van Gaal, der seiner Mannschaft derzeit "große Leidenschaft und Begeisterung" attestierte, für die geplante Aufholjagd auf Dortmund klare Vorgaben. "Ich will alles gewinnen. Wir müssen Druck machen und unsere Spiele gewinnen. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir auch nicht Meister. Dann müssen wir den zweiten Platz sichern." Eine Ansage, die es für Thomas Kraft nicht leichter macht.

© SID

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