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05.03.2006

11:47 Uhr

Fußball Bundesliga

Wörns: "Es geht nur um die Nationalmannschaft"

Der geschasste Nationalspieler Christian Wörns zeigte beim 1:1 des BVB gegen Mainz Reaktion und steuerte den Dortmunder Führungstreffer bei. Im aktuellen Interview spricht der Routinier über seine derzeitige Situation.

Am Samstag beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 war Dortmunds Innnenverteidiger Christian Wörns einmal mehr bester Akteur auf dem Feld. Der aus der Nationalmannschaft ausgebootete Routinier erzielte sogar den zwischenzeitlichen Dortmunder Führungstreffer und sprach nach der Partie im aktuellen Interview über seine Zukunft.

Frage: "Christian Wörns, die Ausbootung aus dem Nationalteam haben Sie erneut durch eine starke Leistung und sogar einem Tor beim 1:1 gegen Mainz 05 beantwortet. Wie haben Sie die Sympathie-Kundgebungen der Fans empfunden?"

Christian Wörns: "Ich habe mich natürlich darüber sehr gefreut wie über den gesamten Zuspruch der letzten Tage. Ich habe viele SMS, E-Mails und Anrufe auch vielen sehr prominenten Spielern bekommen. Ist doch verständlich, dass sie sich nicht aus der Deckung wagen."

Frage: "Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will eine Aussprache mit Ihnen, Oliver Bierhoff, Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Joachim Löw organisieren..."

Wörns: "Dazu kann ich nichts sagen, das liegt nicht in meiner Hand. Ich nur wiederholen: Ich bin weiterhin offen. Es geht doch nicht um Wörns oder Klinsmann, es geht doch um die Nationalmannschaft."

Frage: "Da stehen ja noch immer ihre Äußerungen, Klinsmann sei link und unehrlich im Raum..."

Wörns: "Dazu stehe ich. Ich knicke jetzt nicht ein. Lieber fahre ich nicht zur WM. Ich stand in den letzten Monaten so unter Druck, weil ich doppelt so gut spielen musste wie die anderen. Ich habe mein Training auf das Nationalteam abgestimmt, sogar 1,5 Kilogramm abgenommen und gute Leistungen gezeigt. Eigentlich wollte ich mich zusammenreißen, doch dann ist es aus mir herausgesprudelt, ich wollte das gar nicht. Aber ist das nicht menschlich? Außerdem war der WM-Zug ohnehin abgefahren nachdem er sich auf vier Leute festgelegt hatte."

Frage: "Jürgen Klinsmann hatte Ihnen vorgeworfen, Sie würden nicht seiner Fußball-Philosophie entsprechen. Doch gegen Mainz sah Sie so offensiv wie selten. Wollten Sie es Klinsmann zeigen?"

Wörns: "Nein. Es gibt manchmal Spiele, die einem Abwehrspieler Räume geben, nach vorn zu stoßen. Die habe ich genutzt. Für mich ist die Aussage von Jürgen nicht ganz nachzuvollziehen, Aber er musste ja was finden. Natürlich vergleicht man sich auch mit anderen und stellt die Frage: Machen es die anderen besser? Ich glaube nicht."

Frage: "Sie spielen kontinuierlich gut, aber Borussia Dortmund derzeit nicht. Wohin geht die Reise nach dem vierten Spiel in Folge ohne Sieg?"

Wörns: "Der Aufwand, den wir in den letzten Spielen betrieben haben, spiegelt sich nicht in den Punkten wider. Das ist sehr unbefriedigend. Jetzt stehen wir im Niemandsland der Tabelle. Besonders die beiden 0:1 Niederlagen gegen Bremen und Bielefeld ärgern mich. Aber noch ist alles eng beisammen."

© SID

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