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21.10.2014

12:16 Uhr

Fußball-Champions League

Erst ein Bayern-Sieg und dann zum Papst

VonStefan Kreitewolf

Beistand von oben: Papst Franziskus lädt den FC Bayern zur Privataudienz. Zuvor sollen drei Punkte gegen den AS Rom her. Doch der zeigt sich formstark. Derweil hofft Schalke auf den ersten Sieg in der Königsklasse.

Bayern und Schalke vor ihren Champions League Spielen

Video: Bayern und Schalke vor ihren Champions League Spielen

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RomProfane Arbeit vor der Privataudienz bei Papst Franziskus: Der AS aus Rom könnte die Bayern nach eher schmeichelhaften Aufgaben in der Bundesliga vor echte Probleme stellen. Anders als gegen die Bremer Torschussverweigerer, die Manuel Neuer nicht prüften, erwartet der seit 748 Vereinsminuten ungeschlagene Nationaltorwart in der Champions League mehr Arbeit: „Da wird uns Einiges entgegenkommen.“

„Es wird ein schweres, ein interessantes Spiel“, prophezeite auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge . „Ich denke mal, in den zwei Spielen gegen Rom fällt möglicherweise auch eine Vorentscheidung, was die Tabellensituation betrifft“, sagte der Bayernchef vor dem Duell mit den Römern in der Champions League.

Bereits vor dem Abflug nach Rom äußerte Rummenigge Vorfreude auf den Besuch im Vatikan. „Es ist etwas ganz Außergewöhnliches, dass ein Club dort eine Privataudienz angeboten bekommt. Es wäre schön, wenn wir dort hingehen und auch etwas am Abend vorher aus dem Stadion mitnehmen könnten“, sagt Rummenigge. Die Münchner werden Papst Franziskus beim Treffen am Mittwochvormittag „sicherlich ein Trikot“ und ein „außergewöhnliches Geschenk“ überreichen, kündigte Rummenigge an.

Die Bayern möchten ihrerseits mit drei Punkten aus dem Match gegen Rom dem Papst ihre Aufwartung machen. „Für uns als Fußballmannschaft ist das Treffen mit dem Papst natürlich eine große Ehre, allerdings sind wir hauptsächlich wegen dem Fußball hier“, betonte Thomas Müller am Montagabend im Teamhotel. Auf dem Weg in die Nobelherberge wurde der frühere Römer Mehdi Benatia von einigen Roma-Fans ausgebuht; die anderen Bayern-Stars und Chefcoach Pep Guardiola wurden hingegen mit viel Beifall empfangen.

Champions League: Der 3. Spieltag (1)

ZSKA Moskau - Manchester City 2:2

Moskau kommt zunächst besser in die Partie und setzt durch zwei Fernschüsse von Musa und Tosic die ersten Akzente. Dann aber übernehmen die Gäste ganz klar das Kommando und münzen ihre spielerische Überlegenheit durch Agüero (29.) und Milner (38.) dann verdientermaßen auch in eine souveräne Pausenführung um. Nach der Halbzeit verflacht die Partie etwas. City überlässt den Gastgebern die Initiative und wird bestraft. Doumbia bringt ZSKA auf zunächst 1:2 heran (64.). Nach einer umstrittenen Entscheidung von Schiedsrichter Vad (Kolarov soll Doumbia gefoult haben) verwandelt Natcho den fälligen Strafstoß zum 2:2-Ausgleich und bestraft City somit für allzu viel Passivität nach der Pause.

AS Rom - Bayern München 1:7

Dank einer grandiosen Leistung, vor allem in der ersten Halbzeit, stürmt der FC Bayern München das Olympiastadion in Rom und deklassiert den AS Rom mit sage und schreibe 7:1. Nach der ersten Chance für die Hausherren durch Gervinho, die Neuer zunichte macht, kommt der Rekordmeister so richtig ins Rollen. Zweimal Robben, Götze, Lewandowski und Müller schießen bis zur Pause eine 5:0-Führung heraus. Nach dem Seitenwechsel lassen es die Gäste verständlicherweise etwas entspannter angehen, Rom will sich zumindest etwas für die desolate erste Halbzeit rehabilitieren. Gervinho verkürzt auf 1:5, aber in der Schlussphase machen die eingewechselten Ribery und Shaqiri alles klar.

APOEL Nikosia - Paris St. Germain 0:1

Schiedsrichter Ovidiu Hategan pfeift ab und Thiago Silva und David Luiz lachen sich ins Fäustchen. Auch das Innenverteidigerduo der Gäste hat wohl nicht gedacht, dass hier noch ein Sieg möglich war. Doch dank des späten Treffers von Cavani (87.) belohnt sich PSG mit drei Punkten. Toll war die Leistung der Blanc-Elf trotz überlegenen Ballbesitzes keineswegs. APOEL hatte durch Sheridan (3., 64.) durchaus die Chance, hier mindestens ein Remis zu erkämpfen. Letzten Endes reicht die solide Defensivleistung der Gäste nicht aus. Zum Spannungslevel der Partie sei gesagt: In ewiger Erinnerung wird man sie nicht behalten. Dazu war in den Strafräumen beider Mannschaften zu wenig los.

FC Barcelona - Ajax Amsterdam 3:1

Die Katalanen dominieren den ersten Durchgang, gehen durch Neymar (8.) und Messi (24.) in Führung und lassen es nach der Pause aber deutlich ruhiger angehen. Mit dem Classico im Hinterkopf riskiert die Mannschaft von Luis Enrique wenig und lässt den Ball zirkulieren. Die Gäste aus Amsterdam wagen sich kaum der Deckung. Ter Stegen bekommt über die volle Spielzeit keinen einzigen Ball zu halten, muss aber dennoch einmal hinter sich greifen. Drei Minuten vor Schluss sorgt der Anschlusstreffer von El Ghazi für einen Hauch von Spannung. Doch Barca lässt sich nicht beeindrucken uns stellt durch Ramirez (90.+3) den alten Abstand wieder her.

FC Chelsea - NK Maribor 6:0

In der 13. Minute läutet Remy den Torreigen mit dem 1:0 ein, ehe Drogba per Elfmeter (23.) und Terry aus Abseitsposition auf 3:0 erhöhen. Nach der Pause dauert es keine zehn Minuten bis das 4:0 durch ein Eigentor von Viler fällt. Den Endstand von 6:0 stellt dann Hazard mit einem Doppelpack (77. per Elfmeter und 90.) her. Maribor stemmte sich zwar wacker gegen die hohe Niederlage, ist den vom überragenden Hazard und dem starken Willian angeführten Blues aber letztendlich hoffnungslos unterlegen.

BATE Baryssau - Schachtar Donezk 0:7

BATE Borissow verliert das Heimspiel gegen Schachtjor Donezk mit 0:7. Die Weißrussen liegen bereits in der ersten Halbzeit hoffnungslos mit 0:6 hinten. Spieler des Spiels ist der Brasilianer Luiz Adriano mit fünf Treffern (28.,37.,40.,44.,82./Foulelfmeter). Die weiteren Treffer erzielen Teixeira (11.) und Costa (35.).

FC Schalke 04 - Sporting Lissabon 4:3

In der ersten Halbzeit gibt Schalke den Ton an, gerät aber in Rückstand durch Nani (16.). Kurz nachdem Mauricio mit Gelb-Rot vom Platz fliegt (33.), erzielt Obasi den Ausgleich (34.). In der zweiten Halbzeit sind die Schalker gegen zehn Portugiesen überlegen und kommen schnell zum 2:1 durch Huntelaar (51.). Wenig später erhöht Höwedes zum 3:1 (60.). Nach einer Nachlässigkeit von Ayhan gibt es Elfmeter. Adrien Silva trifft unhaltbar vom Punkt (64.). Die Gäste riechen Lunte und erzielen das 3:3-Unentschieden. Silva schnürt den Doppelpack (78.). Die Schalker machen auf und wollen den Sieg. In der Nachspielzeit sieht der Vierte Offizielle ein vermeintliches Handspiel von Jonathan Silva, diese Fehlentscheidung führt zum 4:3 durch Choupo-Moting, der sicher verwandelt (90.+3). Schalke siegt glücklich, aber auch verdient.

FC Porto - Athletic Bilbao 2:1

Eine gute Partie geht zu Ende. Herrera gelingt die 1:0-Führung vor der Pause. Aus zwölf Metern macht er das Tor. Athletic kommt drauf hin gut aus der Pause. Fernandez gelingt in der 58. Minute der Ausgleich. Aus zehn Metern schiebt er den Ball in das Tor. Jetzt wollen beide Teams die Führung. Dem FC Porto gelingt diese dann auch: Quaresma knallt den Ball aus 15 Meter das Leder ins Tor (75.).

„Ich freue mich, hier wieder zu sein“, sagte Guardiola, der in der Saison 2002/03 viermal in der Serie A und einmal in der Champions League als Aktiver für den AS Rom spielte. In fließendem Italienisch absolvierte Guardiola die Pressekonferenz und sammelte in seiner alten Heimat Sympathiepunkte.

In dem Spiel sieht er eine gute Chance: „Wir haben eine große Gelegenheit, einen großen Schritt nach vorne zu machen, um uns für das Achtelfinale zu qualifizieren.“ Es sei wichtig, aus den verbleibenden Spielen „ausreichend Punkte“ zu holen, damit der „schöne erste Platz“ in München bleibe, forderte Rummenigge. Nach zwei Spieltagen führen die Bayern die Gruppe E mit sechs Punkten vor dem AS Rom mit vier Punkten an.

Von einer „super Ausgangslage“ sprach auch Kapitän Philipp Lahm. „Die wollen wir sicher nicht herschenken“, bekräftigte der Doppeltorschütze beim 6:0 gegen Bremen am vergangenen Wochenende. Nach den knappen 1:0-Erfolgen gegen Manchester City und bei ZSKA Moskau wollen die Münchner ihren Spitzenplatz festigen. Die Bilanz spricht für die Münchner: In lediglich einem ihrer vergangenen elf Auswärtsspiele in der Königsklasse musste der FC Bayern eine Niederlage hinnehmen. In den vergangenen vier Bundesligaspielen trafen sie 16 Mal.

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