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30.01.2007

14:45 Uhr

Fußball DFB

DFB und Ausrüster adidas weiter im Zwist

Der DFB liegt mit seinem Ausrüster adidas aufgrund unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der Vertragslaufzeit im Clinch. Der Verband, der mit einem Nike-Angebot kokettiert, ließ deshalb ein Rechtsgutachten erstellen.

Zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem langjährigen Ausrüster adidas herrscht aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen über die Vertragslaufzeit weiter große Unruhe. Bei einem Treffen in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main verständigten sich der Verband und der Sportartikel-Ausrüster aus Herzogenaurach darauf, zunächst die unterschiedlichen Rechtspositionen bezüglich der Vertragsverlängerung zu prüfen.

DFB kokettiert mit Nike-Angebot

Der DFB, dem ein äußerst lukratives Angebot vom US-amerikanischen adidas-Konkurrente Nike vorliegt, übergab den adidas-Repräsentanten ein beim Mainzer Universitätsprofessor Prof. Dr. Mathias Habersack in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, das nunmehr von adidas überprüft wird. Sollten danach weiterhin unterschiedliche Positionen bestehen, werden die Beteiligten von ihrer vertraglichen Vereinbarung Gebrauch machen und eine Schiedsgerichts-Lösung herbeiführen.

Adidas legte in dem Gespräch mit dem DFB nochmals seinen Standpunkt dar, nach dem der Vertrag im vergangenen Sommer um weitere vier Jahre bis Ende 2014 verlängert worden sei. Die DFB-Vertreter bekundeten ihren klaren Willen, zu den Inhalten der Gespräche mit adidas und allen schriftlichen Absichtserklärungen zu stehen. Gleichzeitig wiesen sie auf das Ergebnis des Rechtsgutachtens, das zu dem Schluss kommt, der Vertrag des DFB mit adidas sei nicht rechtsverbindlich verlängert.

Es soll daher aus Sicht des DFB mit Blick auf die wirtschaftlichen Interessen eines gemeinnützigen Verbandes und die damit verbundene satzungsgemäße Verantwortung und Haftung möglichst bald Klarheit über die Rechtswirksamkeit der bisher ausgetauschten Dokumente und der darüber hinaus gemachten Verlautbarungen herrschen.

Zwanziger:" Konstruktives und vertrauensvolles Gespräch"

"Das DFB-Präsidium ist Treuhänder eines gemeinnützig gebundenen Vermögens und kann deshalb nur bei vorheriger rechtswirksamer Bindung an adidas ein neues, wirtschaftlich wesentlich besseres Angebot von Nike zurückweisen. Trotz unterschiedlicher Standpunkte in der Beurteilung der Rechtsfrage war es ein konstruktives und vertrauensvolles Gespräch mit adidas", meinte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

An dem Gespräch nahmen Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer, Sportmarketing-Leiter Michael Riehl und adidas-Markenchef Erich Stamminger teil. Der DFB wurde durch Zwanziger, Generalsekretär Horst R. Schmidt und den stellvertretenden Generalsekretär Wolfgang Niersbach vertreten.

Nike bietet lukrativen Acht-Jahres-Vertrag

Nike hat dem DFB für einen Acht-Jahres-Vertrag ab 2011 insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Der bisherige und auch zukünftige Ausrüster adidas, seit 1954 an der Seite des DFB, zahlte bislang nach Schätzungen pro Jahr gerade mal ein Sechstel der vom Konkurrenten angebotenen Summe.

adidas geht nach wie vor davon aus, dass gemäß einer mündlichen Vereinbarung vom vergangenen Sommer der bis 2011 bestehende Kontrakt ohnehin bis mindestens 2014 verlängert worden war. Der DFB hatte seiner Ansicht nach beim damaligen Kompromiss im Schuhstreit aber nur eine Absichtserklärung abgegeben.

Seit vergangenem August dürfen die Nationalspieler in Schuhen ihrer persönlichen Ausrüster spielen, die Torhüter zudem auch in Handschuhen ihrer eigenen Partner agieren.

© SID

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