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18.07.2017

01:40 Uhr

Fußball

DFB-Frauen starten mäßig in die EM

Die Titelverteidigerinnen konnten in ihrem ersten EM-Spiel in den Niederlanden nicht überzeugen. Deutschland und Schweden haben sich mit 0:0 getrennt. In den kommenden Spielen müssen sich die Olympiasiegerinnen steigern.

Die Deutsche Anna Blässe und die Schwedin Lotta Schelin in Aktion. dpa

Deutschland - Schweden

Die Deutsche Anna Blässe und die Schwedin Lotta Schelin in Aktion.

BredaDie deutschen Fußballerinnen sind enttäuschend in ihre Mission Titelverteidigung bei der EM in den Niederlanden gestartet. Die favorisierte Mannschaft von Bundestrainerin Steffi Jones kam in ihrem Auftaktmatch gegen Schweden am Montag in Breda nicht über ein mäßiges 0:0 hinaus und muss sich in den kommenden Partien erheblich steigern. Vor rund 10.000 Zuschauern boten beide Teams in der Neuauflage des Olympia-Finals von Rio de Janeiro, das Deutschland vor elf Monaten mit 2:1 gewonnen hatte, eine über weite Strecken eine Vorstellung mit wenigen Höhepunkten.

Zuvor hatte Russland in der Gruppe B etwas überraschend in Rotterdam mit 2:1 (2:0) gegen die Italienerinnen gewonnen, die am Freitag (20.45 Uhr) in Tilburg der zweite deutsche Vorrunden-Gegner sind.

„Es war ein hart umkämpftes, sehr ausgeglichenes Spiel“, konstatierte Mandy Islacker. „In der zweiten Halbzeit haben wir beste Chancen leider nicht nutzen können“, fügte sie hinzu. Ihre Teamgefährtin Josephine Henning meinte: „Das war ein Anfang. Dass nicht alles geklappt hat, hat jeder gesehen. Wir versuchen uns jetzt zu steigern.“

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Eine kleine Überraschung war die Startelf, die Jones bei ihrem EM-Debüt als Cheftrainerin auf den Rasen schickte. Gegenüber dem 3:1-Sieg im letzten Testspiel gegen Brasilien in Heidelberg wechselte die 44-Jährige auf zwei Positionen. Für Linda Dallmann und Hasret Kayikci rückten Josephine Henning und Anja Mittag ins Team. „Darauf können wir aufbauen“, sagte Jones. „In der zweiten Hälfte haben wir gute Lösungen gefunden gegen eine kompakte schwedische Abwehr, aber leider nicht den richtigen Abschluss gefunden.“

Sara Däbritz spielte nicht wie erwartet auf der „Sechs“, sondern rückte auf die linke Halbposition in der Mittelfeldraute, wo sie aber wenig Akzente setzte. Für Däbritz übernahm Kristin Demann, die wie Lina Magull und Carolin Simon ein gutes EM-Debüt feierte, den Job als Abfangjägerin vor der Abwehr.

Beide Teams begannen in dem Prestige-Duell ziemlich nervös. Zwar erkämpfte sich die erfahrene Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage in der Anfangsphase ein leichtes Übergewicht, aber wirklich gefährlich wurde es vor dem Tor der deutschen Nummer eins, Almuth Schult, nicht.

Zahlen und Fakten zum Frauenklassiker Deutschland gegen Schweden

Zwei

Deutsche Mannschaften verloren in der EM-Geschichte nur zwei von 36 Endrunden-Partien: Im Spiel um Platz drei in Italien 1993 gegen Dänemark (1:3) und im Gruppenspiel 2013 gegen den späteren Finalgegner Norwegen (0:1). 29 Mal ging die DFB-Auswahl dabei als Sieger vom Platz.

Quelle: dpa

Fünf

Alle bisherigen fünf Duelle mit Schweden bei Europameisterschaften gewann Deutschland, obwohl die Ergebnisse oft knapp waren. Schwedens Trainerin Pia Sundhage will nun endlich einen Sieg: „Vielleicht ist unsere größere Erfahrung diesmal ein kleiner Vorteil.“

Acht

Achtmal wurde die DFB-Asuwahl bei neun Teilnahmen am Ende Europameister. Seit 1995 gewann Deutschland die EM sechsmal hintereinander.

Dreizehn

Von 13 Vergleichen bei großen Turnieren (WM, EM, Olympia) konnten die Schwedinnen nur zwei gegen Deutschland gewinnen. Bei den Weltmeisterschaften 1991 (Spiel um Platz drei) und 1995 (Gruppenphase) siegten die Skandinavierinnen.

Sechsundzwanzig

Kein einziges Unentschieden gab es in 26 Duellen zwischen den Rivalen. 19 Erfolge feierte die DFB-Auswahl.

Beim achtmaligen Europameister, der bisher alle fünf EM-Duelle mit Schweden gewonnen hatte, mangelte es nicht an Engagement, wohl aber an der Präzision im Spiel nach vorn. Kaum einmal kamen die DFB-Stürmerinnen zum Abschluss, weil entweder der letzte Pass unsauber gespielt oder von den Schwedinnen um die Wolfsburger Abwehrchefin Nilla Fischer abgefangen wurde. Die einzige nennenswerte Chance in der 9. Minute durch Svenja Huth machte Schwedens Torfrau Hedwig Lindahl zunichte.

Die Stürmerin von Turbine Potsdam wurde von Jones vorsichtshalber wegen Problemen am linken Oberschenkel kurz vor der Pause ausgewechselt. Für Huth bemühte sich fortan die Neu-Münchnerin Mandy Islacker neben Anja Mittag im deutschen Angriff, der bis dato nicht richtig zum Zuge kam, weil es an guten Zuspielen aus dem Mittelfeld haperte. Auch die hoch gehandelte Spielführerin Dzsenifer Marozsan konnte der Partie nicht wie gewohnt Struktur verleihen.

Nach der Pause erhöhte die insgesamt spielstärkere DFB-Elf den Druck auf das Drei-Kronen-Team. Schwedens Defensive hielt stand, nach vorn aber setzten die Skandinavierinnen kaum noch eigene Akzente. Fast wäre Islacker die Führung gelungen, doch ihr Schuss in der 65. Minute verfehlte das Tor knapp, einen Heber (83.) konnte Lindahl über die Querlatte lenken. Auf der Gegenseite parierte DFB-Keeperin Schult einen Schuss von Stina Blackstenius (71.). So trennten sich die beiden Rivalen im insgesamt 27. Duell zum ersten Mal überhaupt mit einem Unentschieden.

Von

dpa

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