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25.01.2009

12:18 Uhr

Fußball DFB

Positives Fazit bei Schiedsrichter-Tagung

Schiedsrichter-Boss Volker Roth hat auf der jährlichen Referee-Tagung betont, dass er sich über die starken Leistungen seiner Schützlinge in der Hinrunde freut.

Schiedsrichter-Boss Volker Roth. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Schiedsrichter-Boss Volker Roth. Foto: Bongarts/Getty Images

Rollenspiele mit einem Manager-Coach und ein experimenteller Gedankenaustausch mit den Kritikern: Bei ihrer Einstimmung auf die Rückrunde haben die Bundesliga-Schiedsrichter gleich in doppelter Hinsicht Neuland betreten und sind damit im Kampf um mehr Respekt in die Offensive gegangen.

Besonders die Diskussion mit 15 Vereins-Vertretern sah DFB-Vizepräsident Rainer Koch als Herzstück der traditionellen Halbzeit-Tagung der 42 Fußball-Bundesliga- und Zweitliga-Referees am Wochenende in Mainz. "Das hat meine Erwartungen absolut erfüllt und uns im Umgang miteinander vorangebracht", urteilte Koch nach dem zweistündigen Experiment, bei dem strittige Situationen der Vorrunde mit Unparteiischen, Trainern und Klub-Funktionären besprochen wurden.

Auch für die erstmals zu der Tagung eingeladene "Gegenseite" war die Neuerung ein Schritt nach vorne. "Veranstaltungen wie diese sind ungemein wichtig, um eine bessere Kommunikation zwischen Schiedsrichtern, Vereinen, Spielern und Trainern herbeizuführen. Gespräche sind der richtige Weg, um Respekt zu schaffen", erklärte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen (Eintracht Frankfurt), während Manager Horst Heldt (VfB Stuttgart) das Treffen als "konstruktiv, offen und ehrlich" bewertete.

In der Vergangenheit hatte es bislang zwei runde Tische mit Schiedsrichter- und Klub-Vertretern gegeben. Trainer Christoph Daum vom 1. FC Köln sah sich nach dem fruchtbaren Dialog in Mainz verstärkt in der Pflicht. "Für uns gilt es jetzt, in die Vereine zurückzugehen und dort das Verständnis für die Spielleiter weiter aufzubauen", sagte Daum und kündigte seine Unterstützung an.

Spies trainiert Körpersprache der Schiedsrichter

Schützenhilfe von bislang unbekannter Seite erhielten die Schiris knapp eine Woche vor dem Rückrundenstart von Stefan Spies. Der Business-Coach und frühere Theaterregisseur feilte mit Herbert Fandel ("Unsere Außenwirkung wurde auf den Prüfstand gestellt") und Kollegen an der Körpersprache.

"Meine zentrale Botschaft war, dass sie sich nicht von der starken Emotionalität im Umfeld eines Spiels mitreißen lassen", berichtete Spies und verriet: "Überzeugung entsteht aus Entspannung. Schiedsrichter unterscheiden sich in vielen Dingen nicht von Top-Managern, sie stehen unter unglaublich hohem emotionalen Druck."

Die innovativen Denkanstöße begrüßte auch Referee-Boss Volker Roth. Doch der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses blickte auch voller Zufriedenheit auf die Leistungen seiner Schützlinge in der Hinrunde zurück. "Die sehr erfolgreiche erste Halbserie hat gezeigt, wie hoch ihr Niveau ist. International genießen unsere Schiedsrichter einen außergewöhnlich hohen Stellenwert", lobte Roth die Entwicklung: "Sie konnten ihre Qualität sogar noch steigern."

Keine Änderungen der Anweisungen

DFB-Lehrwart Eugen Strigel sah deshalb auch keinen Grund, seine Anweisungen mit Blick auf die zweite Halbserie zu verändern. "Die Schiedsrichter werden in der Rückrunde nichts anders machen als in der Vorrunde", meinte Strigel. Ziel sei es, eine möglichst "einheitliche Linie" zu zeigen und ein verstärktes Augenmerk auf "Abseitsstellung, Halten im Strafraum und Ellbogeneinsatz" zu legen.

Gelassen reagierte indes Koch auf die Vorwürfe der Deutschen Fußball Liga (DFL), der Dialog mit dem DFB könnte fruchtbarer sein. "Nach meiner Meinung funktioniert unsere Zusammenarbeit sehr gut", meinte Koch verwundert. Die DFL habe in Sachen Schiedsrichter Anspruch auf Transparenz und diesen gewährleiste der DFB, betonte der Verbands-"Vize".

Koch kündigte zudem an, dass es bald auch in der 2. Liga einen vierten Offiziellen geben wird. Allerdings konnte der Jurist noch keinen Zeitpunkt für die geplante Aufstockung der Schiedsrichter-Teams im Unterhaus nennen. Koch: "Die Diskussion über die Einführung nähert sich dem Ende. Aber es macht keinen Sinn, zu schnell zu agieren."

© SID

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