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13.03.2006

15:32 Uhr

Fußball DFB

Trier bestätigt Anwerbeversuch

Anscheinend ist vom neuerlichen Wettskandal im deutschen Fußball hauptsächlich die Regionalliga Süd betroffen. Eintracht Trier bestätigte am Montag, das ein Spieler zur Manipulation angeworben werden sollte.

Beim neuen Wettskandal im deutschen Fußball scheinen vornehmlich Partien der Regionalliga Süd betroffen zu sein. Am Montag bestätigte Drittligist Eintracht Trier, dass ein Spieler aus dem Kader die Vereinsführung am vergangenen Freitag über einen Anwerbeversuch zur Spielmanipulation informiert habe. Die Trierer setzten am Samstag den Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über den Anwerbeversuch in Kenntnis. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, haben der Kontrollausschuss und die Eintracht Stillschweigen vereinbart.

Zudem soll ein namentlich noch nicht bekannter Akteur des Süd-Regionalligisten Spvgg Bayreuth Kontakt zu einem der mutmaßlichen Drahtzieher gehabt haben. "Laut Aussage unseres Spielers ging es bei dem Treffen aber noch nicht um einen Anwerbeversuch, wie bei den betroffenen Spielern der anderen Vereine. Wir stehen mit dem Anwalt des Spielers in Kontakt", sagte Bayreuths Spielleiter Ralph Pöhnlein dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte am vergangenen Freitag erklärt, dass eine Zweitliga-Partie und fünf Spiele aus der Regionalliga von den Manipulationsversuchen betroffen sein. In mindestens einem Fall sei auch Geld geflossen, so Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel, der den Wettsumpf zudem noch längst nicht trockengelegt sieht. "Das ist bislang nur die Spitze des Eisberges."

Offenbar konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit auf das illegale Frankfurter "Wett-Millieu", dass sich abseits der von staatlicher Hand regulierten Wettbüros bewegt.

Bei der diskutierten Zweitliga-Partie handelt es sich um die Partie zwischen Hansa Rostock und den Sportfreunden Siegen vom 26. Februar (2:0). In der Regionalliga sind die bislang teilweise noch nicht ausgetragenen Spiele Spvgg Bayreuth - Eintracht Trier, 1. FC Eschborn - FC Augsburg, Stuttgarter Kickers - VfR Aalen und 1. FC Kaiserslautern II - Spvgg. Bayreuth ins Visier der Ermittler geraten.

Zudem sollen Dominick Kumbela vom Süd-Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt und auch Torwart Adnan Masic von den Sportfreunde Siegen Kontakt zu jeweils wenigstens einem der mutmaßlichen Drahtzieher gehabt haben. Beide Akteure beteuern aber vehement ihre Unschuld. Ins Rollen gebracht hat den neuerlichen Skandal nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus der Eschborner Spieler Ousseynou Dione. Dione habe für die Manipulation einer Begegnung ein Angebot über 40 000 Euro erhalten. Der Senegalese lehnte jedoch ab und meldete den Vorgang direkt seinem Verein. Die Eschborner hatten daraufhin den DFB eingeschaltet.

© SID

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