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30.11.2015

17:26 Uhr

Fußball-EM 2024

Freie Fahrt für das nächste Sommermärchen

VonThomas Schmitt

Olympische Spiele in Hamburg sind out. Darüber freuen sich alle Fußball-Fans. Denn nun steigen die Chancen auf eine Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024 erheblich. Allerdings nur unter einer Voraussetzung.

Ein weiblicher Fan der deutschen Fußballnationalmannschaft jubelt auf der Berliner Fanmeile während der Fußball-WM 2006. dpa

WM 2006 - Public Viewing

Ein weiblicher Fan der deutschen Fußballnationalmannschaft jubelt auf der Berliner Fanmeile während der Fußball-WM 2006.

DüsseldorfNicht nur Olympia-Gegner bejubeln den Ausgang des Referendums in Hamburg. Auch viele Fußballfans dürfen nun aufatmen. Denn mit dem Aus von Olympia 2024 steigen die Chancen für eine Europameisterschaft 2024. Beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt herrscht daher schon eine unterdrückte Jubelstimmung.

„Die starke Fußball-Bewegung an der Basis zeigt uns jedes Wochenende aufs Neue, wie groß die Begeisterung für den Fußball in Deutschland ist“, beeilte sich DFB-Interimspräsident Rainer Koch heute, das hohe Interesse am Fußball herauszustellen. In der Tat strömen die Fans nach wie in die Bundesligastadien – der Terrorangst zum Trotz.

Das Nein der Hamburger dürfte daher auch nicht negativ ausstrahlen, auch weil von einer EM nicht nur eine Region, sondern das ganze Land profitieren würde. „Bei einem Ereignis wie einer Fußball-EM sind die Rahmenbedingungen andere, zumal wir an vielen Orten auf eine bestehende Stadion-Struktur aufbauen könnten und sich die Finanzierungsfragen in der Form nicht stellen“, sagte Koch.

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Die Olympia-Ablehnung der Hamburger kam fast aus dem Nichts. An der Kraft der Gegner hat es wohl kaum gelegen. Wer also hat Schuld an dem Debakel? War es überhaupt eines? Was der Rest der Republik aus Hamburgs Nein lernen kann.

Auch Kochs Vorgänger Wolfgang Niersbach, der die EM-Bewerbung 2013 in Gang brachte, betonte diesen finanziellen Aspekt bei jeder Gelegenheit. „Das ist keine Revolution, dass wir da zehn, zwölf neue Stadien bauen müssten. Da wird es allenfalls drauf ankommen, die Stadien zu modernisieren.” So seien für eine EM 2024 beispielsweise keine Investitionen aus Steuergeldern nötig.

Über die Vergabe der EM 2024 wird 2017 entschieden. Deutschland gilt als Favorit. Denn der Wettbewerb wird nun mit 24 Teilnehmern (vorher: 20 Länder) ausgetragen. Daher werden im Vergleich zu früher erhöhte Anforderungen an den Gastgeber gestellt. „Das spricht für Deutschland!“, glauben die Macher der Internetseite „em2024-deutschland.de“. Und zwar wegen der guten Stadien und Hotels.

Allerdings ist der DFB vorsichtig geworden. Nach Angaben seines zweiten Interimspräsidenten Reinhard Rauball will man nun zunächst sehr genau analysieren, warum am Sonntag in Hamburg „zum zweiten Mal eine deutsche Olympia-Bewerbung am Zuspruch der Bürgerinnen und Bürger“ gescheitert sei.

„Dieses Signal sollte der gesamte Sport in Deutschland sehr ernst nehmen“, meinte DFB-Boss Rauball. „Die Sicherheitslage war mit Blick auf die Entscheidung sicherlich ebenso wenig förderlich wie die Diskussion um Sportverbände in den vergangenen Wochen.“ Ob Rauball bei diesem Satz auch an die Situation des eigenen Verbandes gedacht hat?

Kommentare (23)

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30.11.2015, 17:40 Uhr

Freie Fahrt für das nächste Sommermärchen"
Nix da, das nicht vorhandene Geld wird für die Facharbeiter gebraucht.

Herr Hans Mayer

30.11.2015, 17:50 Uhr

Wir hatten doch 2015 ein Sommermärchen, so viele "Wirtschaftsreisende" und dringend erwartete Facharbeiter sind gekommen, jetzt scheinen es weniger zu werden, da wird es für unsere Asylindustrie und die Kirchen aber bald knapp werden mit dem Geldsegen.
Besser wäre "Freie Fahrt für Sozialeinwanderer aus der ganzen Welt".
Wenn schon, dann aber richtig.

Herr Hellmutt Bimbes

30.11.2015, 17:52 Uhr

Also, ich finde, das aller schönste Sommermärchen, sozusagen, das Jahrhundert-Sommermärchen wäre der Hinauswurf von unserer Mutti.

Wie glücklich und unbeschwert könnte es dann wieder zugehen in diesem Land!

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