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17.01.2007

11:50 Uhr

Fußball England

Chelseas Cech will mit Helm Comeback feiern

Nur drei Monate nach seinem Schädelbruch hat Petr Cech vom FC Chelsea bereit für sein Comeback. Der Tscheche will am Samstag mit einem Spezial-Helm beim Spiel in Liverpool für den englischen Meister auflaufen.

Petr Cech steht kurz vor seinem Comeback zwischen den Pfosten beim englischen Meister FC Chelsea. Der Torhüter hatte sich im Oktober im Spiel gegen Reading einen Schädelbruch zugezogen. Schon am Samstag könnte der 1,96m große Hüne im Team von Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack im Duell beim FC Liverpool mit einem Helm wieder im Tor stehen und durch seinen extra angefertigten Kopfschutz für eine Weltpremiere im Fußball sorgen.

"An dem Helm habe ich mich gewöhnt"

"Ich habe keine Angst. Das Training in den vergangenen Wochen hat mir gezeigt, dass es nichts gibt, worüber ich mir Sorgen machen muss", erklärte der Tscheche furchtlos: "An den Helm habe ich mich gewöhnt. Er behindert und stört mich nicht."

Cechs Rückkehr soll den "Blues" im Kampf um die Meisterschaft neue Impulse geben. Chelsea hat in der Premier League sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United. "Der beste Torhüter der Welt ist bereit, wieder für uns zu spielen", meinte der zuletzt in der Kritik stehende Teammanager Jose Mourinho erleichtert und sprach mit Blick auf das bevorstehende Comeback des 24-Jährigen von einem "50-Millionen-Pfund-Neuzugang".

Bei Chelsea wird Cech schmerzlich vermisst, da auch Ersatztorwart Carlo Cudicini verletzt ausfällt. Ob Cech schon am Samstag vor 45 000 Zuschauern an der Anfield Road in Liverpool oder erst eine Woche später im Ligacup-Rückspiel gegen Viertligist Wycombe auflaufen wird, ließ Mourinho jedoch offen. Zudem muss der englische Verband Cechs Helm erst noch genehmigen. Die Entscheidung darüber soll am Donnerstag fallen.

Helm kommt aus Neuseeland

Den Helm hat eine Firma aus Neuseeland angefertigt, die normalerweise Rugby-Mannschaften ausstattet. Der Kopfschutz wiegt nur 80 Gramm und besteht vorwiegend aus Polymerschaum in Wabenform, der den Schädel vor Schlägen schützen soll. "Die Ärzte haben mir 100 Prozent grünes Licht gegeben, wenn ich mit diesem Helm spiele", sagte Cech.

Der Schlussmann hatte die schwere Verletzung am 14. Oktober im Punktspiel gegen Liganeuling FC Reading erlitten, als er nach nur 16 Sekunden mit Gegenspieler Stephen Hunt zusammengeprallt war. Cech musste daraufhin operiert werden. Ihm wurden zwei Metallplatten in den Kopf eingesetzt, die er noch immer trägt. Lange Zeit klagte der Tscheche über "schreckliche Kopfschmerzen". Die Ärzte verordneten ihm zunächst mindestens ein halbes Jahr Zwangspause - doch Cech drängt es nun bereits drei Monate früher zurück zwischen die Pfosten.

Seine Verletzung hatte im Fußball-Mutterland heftige Diskussionen über eine generelle Helmpflicht für Torhüter ausgelöst. Deutschlands Nationalkeeper Jens Lehmann vom FC Arsenal hatte im Umgang mit den Schlussmännern generell mehr Respekt von den Gegenspielern gefordert. "Natürlich ist Fußball ein Männer-Spiel. Aber wir müssen immer daran denken, dass diese Männer Kinder und Frauen haben", hatte Lehmann erklärt: "Und die Kinder wollen keine Väter mit lebenslangen Folgeschäden haben, dass sie im Rollstuhl sitzen oder nicht mehr arbeiten können."

© SID

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