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27.01.2009

17:57 Uhr

Fußball England

Deutscher plant Übernahme des FC Chelsea

Es ist kein Geheimnis, dass sich der russische Öl-Milliardär Roman Abramowitsch schon nach einem Käufer für seinen Fußballklub FC Chelsea umgesehen hat - auch wenn er das bislang dementierte. Nun hat sich jedoch ein Interessent gemeldet: Der Münchener Investment-Manager Holger Heims will den traditionsreichen Klub gemeinsam mit mehreren Partnern aus Europa, dem arabischen Raum und China kaufen.

Bekommen möglicherweise schon bald einen neuen Arbeitgeber: Michael Ballack (Mitte) und seien teamkameraden. Foto: Reuters Reuters

Bekommen möglicherweise schon bald einen neuen Arbeitgeber: Michael Ballack (Mitte) und seien teamkameraden. Foto: Reuters

HB MÜNCHEN. Die Marke FC Chelsea mit Stars wie Michael Ballack und Deco ist attraktiv, auch wenn es sportlich derzeit alles andere als wunschgemäß läuft. Die Millionen-Truppe belegt in der englischen Premier League nur Platz drei. Spielerisch überzeugt das Team von Trainer Luiz Felipe Scolari nur selten und enttäuscht vor allem bei Heimspielen an der Stamford Bridge. Zwar liegen Tabellenführer Manchester United und der FC Liverpool noch in Reichweite. Aber die Rivalen verstehen es besser, die Fans zu begeistern. Erst kürzlich sagte Trainer Scolari, dass die "Blues" nicht reif für einen Titel seien.

Vielleicht ein besonders günstiger Zeitpunkt zum Kauf: Derzeit werde ein Konzept für die Übernahme erarbeitet, sagte Holger Heims der Nachrichtenagentur Reuters. Der Manager arbeitet für das Private-Equity-Unternehmen Falcon Equity, das ein Vermögen von mehreren Hundert Millionen Dollar verwaltet. Gespräche mit Abramowitsch habe es jedoch noch nicht gegeben.

Zu den Investoren gehört auch Scheich Sulaiman Al-Fahim aus Abu Dhabi, der bereits den Klub Manchester City besitzt. Dem 32-Jährigen eilt der Ruf als einer der mächtigsten Männer im Fußball voraus. Sich selbst vergleicht er gerne mit einem "Bulldozer". Im arabischen Raum ist er als "Donald Trump von Abu Dhabi" bekannt.

Eine aggressive Vorgehensweise lehnt Heims allerdings ab. "Wir haben nicht die Absicht, eine feindliche Übernahme durchzuziehen. Dieser Deal ist nur als freundliches Geschäft möglich", sagte er. Wie viel die Investorengruppe für den verschuldeten Verein zahlen würde, wollte der Manager nicht sagen. Die "Bild"-Zeitung hatte von 770 Mio. Euro berichtet. Heims sagte lediglich: "Wir zahlen nicht jeden Preis. Das muss sich mittel- und langfristig rechnen."

Heims hofft vor allem darauf, dass sich der FC Chelsea international noch stärker vermarkten lässt. Vor allem in Arabien und Asien sieht er Wachstumschancen - auch weil sein Unternehmen hier besonders aktiv ist.

Unterdessen hat der deutsche Nationalspieler Michael Ballack seinen Wert für den FC Chelsea im Pokalspiel gegen den Zweitligisten Ipswich Town unterstrichen. Am vergangenen Samstag schoss er seinen Verein fast im Alleingang ins Achtelfinale. Für Ballack ist das Werbung in eigener Sache: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. "Wir werden in den nächsten Wochen Gespräche führen. Ich hoffe, ich kann noch einige Jahre hier spielen", sagte Ballack. Wenn ein Deutscher plötzlich in seinem Klub das Sagen hätte, würde das den Verhandlungen vielleicht auf die Sprünge helfen.

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