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23.01.2010

18:20 Uhr

Fußball England

Manchester United nach Rooney-Gala an der Spitze

Wayne Rooney hat Manchester United mit vier Treffern an die Spitze der englischen Premier League geschossen. Beim 4:0 (1:0) des Meisters über Hull City erzielte Rooney alle Tore.

Nicht zu bremsen: Wayne Rooney. Foto: AFP SID

Nicht zu bremsen: Wayne Rooney. Foto: AFP

Finanziell am Boden, sportlich dank Wayne Rooney obenauf: Der hochverschuldete englische Meister Manchester United sorgte nach den Schreckensmeldungen über Verbindlichkeiten von rund 800 Mill. Euro zumindest in der Premier League für Positiv-Schlagzeilen. Dank des ersten Viererpacks von Stürmerstar Wayne Rooney beim 4:0 (1:0) gegen Hull City kehrte der Champions-League-Finalist an die Tabellenspitze zurück.

Allerdings profitierte "Manu" davon, dass die Londoner Rivalen FC Chelsea und FC Arsenal im FA-Cup im Einsatz waren. Michael Ballack erreichte dabei mit den "Blues" durch einen ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieg beim Zweitligisten Preston North End das Achtelfinale. Arsenal schied dagegen durch eine 1:3 (1:1)-Pleite bei Stoke City mit Robert Huth aus.

Zuschauerproteste gegen US-Vereinseigner Glazer

Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten bei "Manu" war der Chelsea-Erfolg aber nicht mehr als eine Randnotiz. Ganz England blickt dieser Tage nach Old Trafford, und dort brodelte es auch am Samstag. Bereits vor dem Spiel hatten die United-Fans vor der Geschäftsstelle mit "Glazers-raus"-Rufen gegen die Vereinspolitik der amerikanischen Vereinseigner demonstriert.

So musste Teammanager Sir Alex Ferguson den eigenen Anhang zur Besonnenheit aufrufen. "Die Manchester-Familie ist unter Druck. Jeder Fan hat das Recht, seine Meinung und Unmut zu äußern. Wenn ich mit Sachen nicht einverstanden bin, äußere ich das auch gegenüber den Direktoren. Wenn ich aber aus dem Büro herauskomme, mache ich meinen Job als Teammanager. Ich sehe schon unsere Rivalen, wie sie sich die Hände reiben. Wir müssen aufpassen. Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns auseinander zu dividieren", mahnte der Erfolgscoach.

Großes Lob für Rooney

Sportlich gab es denn bei den Fans auch keinen Grund zur Kritik, und das hatte "Manu" in erster Linie Rooney zu verdanken. Der Youngster avancierte mit seinen Saisontreffern Nummer 16 bis 19 zum Matchwinner. "Mein Torrekord steht bei 23. Den will ich brechen, alles andere wäre eine Enttäuschung", sagte der Youngster.

Ferguson lobte Rooney indes in höchsten Tönen. "Seitdem er hier ist, gehört er zu den wertvollsten Spielern. Aber diese vier Tore waren das Highlight. Er will sich immer als Stürmer verbessern."

Anleihe soll "Manu" Handlungsfähigkeit sichern

Das Spiel war freilich eine nette Abwechslung von den finanziellen Problemen. Doch diese waren auch am Wochenende das große Thema. Wie die Sunday Times berichtete, kostet den Klub die Umverteilung der Schulden umgerechnet 87 Mill. Euro an Zinsen und Gebühren. Als letzter Rettungsanker will der Klub eine Anleihe von umgerechnet 550 Mill. Euro aufnehmen, um handlungsfähig zu bleiben. Unter der Woche war das ganze Ausmaß der Finanzkrise bekannt geworden. Demnach drücken den einstigen Vorreiter in Sachen Börsengang, Merchandising und Auslandsvermarktung Verbindlichkeiten von umgerechnet etwa 800 Mill. Euro.

Da ist der Ballack-Klub Chelsea in einer besseren Position, wo der milliardenschwere Klubbesitzer Roman Abramowitsch für den nicht minder großen Schuldenberg gerade steht. Sportlich läuft bei den "Blues" auch alles nach Plan. Durch Treffer von Nicolas Anelka (37.) und Daniel Sturridge (47.) war der FA-Cup-Erfolg in Preston beschlossene Sache. In der Liga beträgt der Rückstand auf Manchester ganze zwei Punkte bei zwei Spielen weniger.

Ricardo Fuller besiegelte mit zwei Kopfballtoren (2. und 78.) das Aus von Arsenal. Dean Whitehead (86.) erzielte den dritten Treffer für Stoke City. Denilson war der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen (42.).

© SID

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