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17.01.2009

18:47 Uhr

Fußball England

"Manu" stürmt an die Spitze

Dank eines 1:0 in Bolton hat Manchester United zumindest vorübergehend die Tabellenführung in der Premier League übernommen. Frank Lampard sicherte Chelsea einen Last-Minute-Sieg.

Frank Lampard traf in seinem 400. Pflichtspiel für Chelsea zum 2:1. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Frank Lampard traf in seinem 400. Pflichtspiel für Chelsea zum 2:1. Foto: Bongarts/Getty Images

Der Rücken von Michael Ballack hat den englischen Vizemeister FC Chelsea vor einem weiteren Rückschlag im Titelkampf der Premier League bewahrt. Im Spiel gegen Aufsteiger Stoke City fälschte der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän einen Gewaltschuss von Jubilar Frank Lampard in der vierten Minute der Nachspielzeit zum glücklichen 2:1 (0:0)-Erfolg der Blues ab und sorgte beim umstrittenen Teammanager Luiz Felipe Scolari für Erleichterung.

"Vor der Partie stand ich unter Druck, jetzt nicht mehr", erklärte der Brasilianer lapidar und schloss sich lieber den Lobeshymnen über Matchwinner Lampard an: "Frank ist nicht nur einer Spieler. Er ist ein richtiger Kerl, der seinen Job liebt. Er ist Teil der Geschichte dieses Klubs."

Chelsea liegt damit zwei Punkte hinter dem neuen Tabellenführer und Titelverteidiger Manchester United (47 Punkte), für den es am 22. Spieltag ebenfalls nur zu einem Last-Minute-Sieg reichte. Dank des Kopfballtores des Ex-Leverkuseners Dimitar Berbatow (90.) feierte "Manu" beim 1:0 (0:0) im Auswärtsspiel bei den Bolton Wanderers den fünften Sieg in Folge und verdrängte zumindest bis zum Wochenbeginn den FC Liverpool (46 Zähler) von der Spitze.

Die Reds müssen am Montagabend zum 209. Merseyside-Derby gegen ihren Stadtrivalen FC Everton antreten. Hinter dem Spitzentrio festigte Aston Villa (44) seinen Rang durch einen Sieg beim FC Sunderland (2:1).

Arsenal hält Anschluss an Champions-League-Plätze

Als Fünfter hielt der FC Arsenal, der kurz vor der Verpflichtung des russischen Nationalspielers Andrej Arschawin (Zenit St. Petersburg) stehen soll, durch einen Erfolg bei Hull City (3:1) Anschluss an die Champions-League-Plätze. Der FC Middlesbrough, Klub des deutschen Nationalspielers Robert Huth, verlor das wichtige Kellerduell bei West Bromwich Albion 0:3.

Der Dreier von Manchester City gegen Wigan Athletic (1:0) war angesichts des bevorstehenden Mega-Transfers von Kaka zu den Citizens nur Nebensache. "Die Ausichten, dass Kaka bis Ende des Monats zu uns wechselt, sind sehr gut", bestätigte City-Teammanager Mark Hughes am Wochenende erneut. Manchester bietet 125 Mill. Euro für den Brasilianer vom AC Mailand, der mit einem Netto-Jahres-Salär von 15 Mill. Euro zu einem der am besten bezahlten Fußballer der Welt aufsteigen könnte.

Bei Chelsea indes, das sechs Monate auf Nationalspieler Joe Cole (Kreuzbandriss) verzichten muss, wurde eine Woche nach dem Debakel bei "Manu" (0:3) Frank Lampard überschwänglich gefeiert. Nach seinem Siegtreffer im 400. Pflichtspiel für das Team von der Stamford Bridge bedankte sich das Boulvardblatt The Sun auf seine Weise bei dem Nationalspieler: "Frank you!"

Scolari rechnet mit Stars ab

Coach Scolari nutzte den Hype um Lampard für eine Generalabrechung mit einigen Stars. "Manche geben 80 Prozent, andere aber nur 50 oder 35 Prozent. Frank gibt dir das, was du erwartest. Er will jeden Tag spielen und siegen. Wenn alle so eine Einstellung hätten, wären wir besser", kritisierte "Big Phil" Teile seiner Mannschaft.

Bekanntester Sündenbock ist derzeit Didier Drogba. Der Torjäger von der Elfenbeinküste stand zum zweiten Mal in Folge nicht im Kader des Vizemeisters. "Ich habe nichts gegen Didier. Fakt ist, dass ich entscheide, wer spielt. Und nächste Woche werde ich wieder entscheiden, ob Drogba dabei ist oder eben wieder nicht", kündigte Scolari an und lässt weiter die Muskeln spielen.

"Manu" fand derweil lange Zeit seinen Meister in Bolton-Keeper Jussi Jääskeläinen. Für die "Late Show" (The Sun) sorgte dann Berbatow per Kopf. "Es ist sicher nicht entscheidend für den weiteren Verlauf der Runde, aber es fühlt sich sehr gut an, wieder ganz oben zu stehen", meinte Teammanager Sir Alex Ferguson, nachdem die "Red Devils" zum ersten Mal in der laufenden Runde den Platz an der Sonne erobert hatten.

© SID

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