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26.01.2007

15:40 Uhr

Franz Beckenbauer stellte sich am Freitag nach seiner Wahl zum Fifa-Exekutivmitglied zum Interview.

Frage: "Michel Platini ist zum neuen Uefa-Präsidenten gewählt worden, in Lennart Johansson ist Ihr und der Wunschkandidat des Deutschen Fußball-Bundes durchgefallen. Wie bewerten Sie die Wahl, und welche Konsequenzen befürchten Sie?"

Franz Beckenbauer: "Es ist festzustellen, dass Michel Platini und seine Mannschaft im Vorfeld der Wahl gute Arbeit geleistet haben. Das muss man anerkennen. Wir leben in einer Demokratie und erkennen deshalb auch das Wahlergebnis ohne Wenn und Aber an. Es tut mir aber persönlich für den Menschen Lennart Johansson sehr Leid. Er hat unheimlich viel für den Fußball in Europa geleistet, sich nicht nur mit der Einführung der Champions League große Verdienste erworben. Aber bei einer Wahl gibt es immer Gewinner und Verlierer. Wichtig ist, dass alle weiterhin im Sinne des Fußballs zusammenarbeiten. Unter Platini wird sich nichts Großes ändern, davon bin ich überzeugt. Auch wenn er die ein oder andere Veränderung in der Champions League anregt, wird es keine Revolution geben."

Frage: "Sie selbst sind per Akklamation im Eilverfahren in die Fifa-Exekutive gewählt worden. Was erwarten Sie von Ihrer neuen Aufgabe?"

Beckenbauer: "Zunächst mal freue ich mich, dass es so glatt gegangen ist. Das Feld war ja bestellt. Mich erwartet eine spannende Aufgabe. Es steht aber noch nicht genau fest, welche Aufgaben ich in der Fifa übernehmen werde. Da bedarf es noch einiger Gespräche mit dem Präsidenten und dem Generalsekretär. Die einzelnen Exekutiv-Mitglieder stehen diversen Kommissionen vor. Ich weiß nicht, für was man für mich vorgesehen hat."

Frage: "Inwieweit werden sich denn Ihre neuen Aufgaben von Ihren bisherigen unterscheiden?"

Beckenbauer: "Wie gesagt, das kann ich noch nicht abschließend beantworten. Es ist ja nicht so, dass ich Neuland betrete. Ich kenne die Leute in der Fifa und Uefa seit zehn Jahren. Deshalb freue ich mich auf eine nette und illustre Runde."

Frage: "Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte bei der Eröffnung des Uefa-Kongresses mit seiner klaren Parteinahme für Platini für Missstimmung gesorgt. Wie bewerten Sie das Verhalten Ihres künftigen "Chefs"?

Beckenbauer: "Blatter ist die Nummer eins im Fußball, deshalb hat er vielleicht auch besondere Rechte. Seine Rede ist allerdings nicht so gut angekommen, genutzt hat es Johansson aber nicht, wie man gesehen hat. Bei der WM haben wir hervorragend mit Blatter zusammengearbeitet, daran wird sich von meiner Seite auch in Zukunft nichts ändern. Wichtig ist bei allen Dingen, dass der Fußball im Mittelpunkt steht."

© SID

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