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22.01.2007

15:36 Uhr

Fußball Fifa

Uefa und Fifa kritisieren Polens Sportminister

Der Einsatz eines kommissarischen Vorsitzenden im polnischen Fußball-Verband durch Sportminister Tomasz Lipiec hat bei der Fifa und der Uefa für Empörung gesorgt. Beide Verbände verurteilen die Einmischung der Regierung.

Polens Sportminister Tomasz Lipiec ist mit seiner Entscheidung, einen kommissarischen Vorsitzenden im nationalen Fußball-Verband einzusetzen, beim Weltverband Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) auf wenig Gegenliebe gestoßen. Damit sei die Autonomie des Sports nicht mehr gewahrt. Die Fifa und die Uefa seien überrascht über diesen Schritt, hieß es in einem gemeinsamen Pressekommunique.

Laut Fifa und Uefa verhindere die polnische Regierung durch ihre Einmischung die Bemühungen des dortigen Fußball-Verbandes, tragfähige Lösungen für die Entwicklung des Fußballs in Polen zu finden.

Trotz Warnungen durch Fifa und Uefa hatte Sportminister Lipiec den Vorstand des Pzpn und dessen Präsidenten Michal Listkiewicz wegen Verwicklung in einen Manipulationsskandal am vergangenen Freitag suspendiert. Dafür war der Präsident der polnischen Fußball-Liga, Andrzej Rusko, als kommissarischer Vorsitzender von Lipiec eingesetzt worden.

Etwa 60 Personen in Korruptionsskandal verwickelt

Der Sportminister hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem ein weiteres hochrangiges Vorstandsmitglied wegen Verwicklung in den zwei Jahre zurückliegenden Manipulationsskandal verhaftet worden war. Mit dem nun inhaftierten Wit Zelasko, der im Verband für Schiedsrichter zuständig war, sind mittlerweile etwa 60 Personen in den Korruptionsskandal verwickelt.

Die Einflussnahme der Politik verletzt die Statuten der Fifa (Artikel 17). Fifa und Uefa behalten sich weitere Aktionen vor. Das Eingreifen der Regierung könnte die Fifa mit einem Ausschluss Polens ahnden. Außerdem steht Polens gemeinsame Bewerbung mit der Ukraine um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2012 in Frage.

© SID

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