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21.01.2016

11:42 Uhr

Fußball-Geldliga in Europa

Der FC Bayern steigt ab

VonCarsten Herz

Die Bayern sind in der Money League der europäischen Topteams so schlecht platziert wie seit acht Jahren nicht mehr. Während vorne die Spanier den Ton angeben, wächst die Wirtschaftskraft der britischen Teams weiter.

Autsch: Die Bayern verlieren finanziell deutlich an Boden im europäischen Spitzenfußball. Trainer Pep Guardiola muss das aber nicht weiter stören. Er geht ja im Sommer. dpa

Pep Guardiola

Autsch: Die Bayern verlieren finanziell deutlich an Boden im europäischen Spitzenfußball. Trainer Pep Guardiola muss das aber nicht weiter stören. Er geht ja im Sommer.

LondonKarl-Heinz Rummenigge hat sich den Start ins Jahr sicher anders vorgestellt. Erst musste der Vorstandschef des FC Bayern Anfang der Woche öffentlich dementieren, dass die Münchener  schuld an der Transfersperre von Real Madrid sind.

Dann wurde der Gehaltszettel des Bayern-Profis Medhi Benatia publik. Nun muss der Topmanager mit der braunen Hornbrille den nächsten Rückschlag wegstecken – und der ist deutlich schwerwiegender als eine aufgetauchte Lohnabrechnung. Denn diesmal steht Rummenigges Kerngeschäft infrage: Der deutsche Rekordmeister hat finanziell deutlich an Boden im europäischen Spitzenfußball verloren.

Wie die am Donnerstag vorgelegte, jährlich veröffentlichte „Football Money League“ der Unternehmensberatung Deloitte zeigt, wird der Abstand zu den spanischen Spitzenvereinen nach einer Aufholjagd im Vorjahr jetzt wieder größer. So ist Real Madrid im elften Jahr in Folge der umsatzstärkste Klub der Welt. Die Münchener rutschten dagegen vom dritten auf den fünften Platz ab.

Deloitte-Studie 2016: Die zehn umsatzstärksten Fußballvereine

Platz 10

Juventus Turin; Umsatz 323,9 Millionen Euro (2013/14: 279 Millionen Euro)

Platz 9

Liverpool FC; Umsatz 391,8 Millionen Euro (305,9 Millionen Euro)

Platz 8

FC Chelsea; Umsatz 420 Millionen Euro (387,9 Millionen Euro)

Platz 7

FC Arsenal; Umsatz 435,5 Millionen Euro (359,3 Millionen Euro)

Platz 6

Manchester City; Umsatz 463,5 Millionen Euro (416,5 Millionen Euro)

Platz 5

Bayern München; Umsatz 474 Millionen Euro (487,5 Millionen Euro)

Platz 4

Paris St. Germain; Umsatz 480,8 Millionen Euro (471,3 Millionen Euro)

Platz 3

Manchester United; Umsatz 519,5 Millionen Euro (518 Millionen Euro)

Platz 2

FC Barcelona; Umsatz 560,8 Millionen Euro (484,8 Millionen Euro)

Platz 1

Real Madrid; Umsatz 577 Millionen Euro (549,5 Millionen Euro)

Die Money League zeigt, dass sich die Gewichte unter den 20 finanziellen Topklubs im Fußball wieder verschieben. Während vorne die Spanier weiter den Ton angeben, wächst die Wirtschaftskraft der britischen Teams weiter – und drängelt mit dem französischen Klub Paris St. Germain zudem ein neuer Herausforderer ins Spitzenfeld.

Ein Trost bleibt den Münchnern allerdings: Sie sind sie den deutschen Rivalen finanziell nach wie vor klar überlegen. Dortmund rangiert in der „Geld-Liga“ ebenso wie alle anderen Bundesliga-Vereine weit hinter dem bayerischen Krösus. Die Deloitte-Studie stellt für die vergangene Saison die Einnahmen der führenden europäischen Fußballvereine aus Fernsehlizenzen, Eintrittskarten, Sponsorenverträgen und anderen Quellen gegenüber.

Transfersaldo 2015: Top 5-Ligen im Vergleich

5. Ligue 1

Saldo in Millionen €: 94,9

4. Bundesliga

Saldo in Millionen €: 65,62

3. Primera División

Saldo in Millionen €: -185,9

2. Seria A

Saldo in Millionen €: -71,77

1. Premier League

Saldo in Millionen €: -580,8

Die Ziffern sind für Rummenigge durchaus ein Alarmzeichen. Denn die Bayern sind in der Money League so schlecht platziert wie seit acht Jahren nicht mehr. Eine Supermacht bleiben dagegen weiter die beiden Clasico-Teams aus Spanien.

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