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12.04.2006

13:05 Uhr

Fußball

„Historischer Tag“ für Frankfurter Pokal-Helden

Die Spieler von Eintracht Frankfurt träumten nach dem „historischen“ Erfolg schon von Europa, doch Trainer Friedhelm Funkel bremste die Euphorie.

Eintracht-Hoffnungen dpa

Frankfurter Fans träumen vom Gewinn des DFB-Pokals.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Spieler von Eintracht Frankfurt träumten nach dem „historischen“ Erfolg schon von Europa, doch Trainer Friedhelm Funkel bremste die Euphorie.

„Ich denke in keiner Weise an den Uefa-Pokal. Wir müssen in der Bundesliga gewinnen, das ist wichtiger. Die Krönung ist und bleibt der Klassenverbleib“, betonte der Coach nach dem ersten Einzug der Hessen in das Finale um den DFB-Pokal seit 18 Jahren durch den 1:0-Sieg über Arminia Bielefeld. Ein Bierchen in gemeinsamer Runde im eigens für den Pokalfight gebuchten Mannschaftshotel genehmigte der Übungsleiter, der 1985 als Spieler mit Bayer Uerdingen gegen Bayern München den Pokal holte und 1998 mit dem MSV Duisburg als Trainer am Rekordcupgewinner gescheitert war. Danach war Bettruhe angesagt, zu wichtig ist der Abstiegskampf.

Dennoch war die Freude am späten Abend bei den Frankfurtern nach dem Sieg riesengroß. Nach dem Schlusspfiff mobilisierte die Mannschaft in schwarzen T-Shirts mit dem Aufdruck „Berlin, wir kommen“ die letzten Kräfte und machte mit den begeisterten 49 961 Fans in der ausverkauften Commerzbank-Arena die Laola-Welle. „Ich bin überglücklich. Wer hätte sich vor der Saison schon vorstellen können, dass wir in den Uefa-Cup kommen könnten“, meinte der Torschütze des Tages, Ioannis Amanatidis. „Das ist ein historischer Tag. Vor zwei Jahren standen wir noch in Aue - jetzt in Berlin“, jubelte Präsident Peter Fischer, der fast mit Tränen in den Augen die Spieler in den Katakomben umarmte.

Zuletzt hatten die Hessen 1988 den Pokal geholt, damals durch ein 1:0 über den VfL Bochum. Und auch wenn sich fast alle Beteiligten für Bayern als Wunschgegner im Finale aussprachen und die Eintracht in diesem Falle automatisch das Ticket für den Uefa-Cup löst, sind die Chancen gegen St. Pauli für Titel Nummer fünf im sechsten Anlauf größer. „Es wäre für den Verein und die Stadt ein riesiger Imagegewinn“, betonte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Doch prophezeite der starke Mann bei der Eintracht auch: „Wir hatten schwere Jahre mit Auf und Abs - und die sind noch nicht vorbei.“

Allerdings trübte die Nachricht vom nun doch langfristigen Ausfall des Brasilianers Chris bei den Frankfurtern die Freude. Bei dem Abwehrchef wurde ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. „Ich bin fast umgefallen, als ich das gehört habe“, meinte Funkel.

Umwerfen lassen will sich unterdessen die zum zweiten Mal binnen zwölf Monaten im Halbfinale gescheiterte Arminia nicht. „Ich hoffe, aller guten Dinge sind drei“, meinte Trainer Thomas von Heesen mit einem Schuss Galgenhumor. Vor einem Jahr war der spätere Cup-Gewinner Bayern München Endstation gewesen. Drei Tage nach dem 1:0 in der Meisterschaft über Frankfurt, mit dem die Ostwestfalen ihre Abstiegssorgen weitgehend abschüttelten, zeigte sich der Ex-Profi als fairer Verlierer: „Grundsätzlich bin ich natürlich enttäuscht, aber die Eintracht steht verdientermaßen im Finale.“

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