Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2013

14:52 Uhr

Fußball in Griechenland

Hitlergruß beim Torjubel

Jubel mit Folgen: Ein griechischer Nationalspieler feiert ein Tor mit dem Hitlergruß. Nun darf er nie wieder in der Nationalmannschaft Griechenlands auflaufen. Von der Bedeutung des Zeichens will er nichts gewusst haben.

Was soll das denn? Giorgos Katidis zeigt nach seinem Tor den Hitlergruß, sein Mannschaftskollege Roger Guerreiro schaut irritiert. AP/dpa

Was soll das denn? Giorgos Katidis zeigt nach seinem Tor den Hitlergruß, sein Mannschaftskollege Roger Guerreiro schaut irritiert.

AthenDer griechische Fußballer Giorgos Katidis von AEK Athen ist nach einem Hitlergruß lebenslang aus allen Nationalteams ausgeschlossen worden. Das teilte der griechische Fußballverband EPO nach einer außerordentlichen Sitzung am Sonntag mit. Der griechische Nationalspieler hatte beim 2:1 (1:0)-Sieg der Athener gegen Veria FC am Samstag in der 84. Minute den Siegtreffer erzielt. Anschließend rannte er jubelnd in Richtung Tribüne, zog sein Trikot aus und feierte seinen Treffer mit ausgestrecktem Arm.

„Die Aktion des Spielers, die Zuschauer nach Art der Nazis zu grüßen, verletzt aufs Gröbste das allgemeine Empfinden, sie beleidigt aufs Schwerste alle Opfer der Nazi-Barbarei und verletzt zutiefst den friedlichen und menschlichen Charakter des Fußballs“, hieß es in der Mitteilung des Verbandes. Der 20-Jährige verteidigte sich nach dem Spiel: Er habe das Tor einem Spielerkollegen auf der Tribüne widmen wollen. Er habe auf ihn gezeigt und die Fans zum Aufstehen aufgefordert. Der Nazi-Gruß bedeute ihm nichts.

Von Cantona bis Gattuso: Die übelsten Fußball-Ausraster

Von Cantona bis Gattuso

Die übelsten Fußball-Ausraster

Éric Cantonas Kung-Fu Attacke auf einen Fan ist legendär. Wer sonst noch durch Unbeherrschtheiten aufgefallen ist.

Auch über das Kurznachrichtenportal Twitter äußerte sich Katidis zu den Vorwürfen: Er sei in keiner Weise rassistisch. Wenn er gewusst hätte, was das Zeichen bedeutet, hätte er es nicht getan. AEK-Coach Ewald Lienen sagte, der Spieler habe keine Ahnung von Politik. Am Dienstag soll sich Katidis vor seinem Club rechtfertigen, teilte AEK mit.

Seit dem Einzug der Neonazipartei „Chryssi Avgi“ (Goldene Morgenröte) ins griechische Parlament und der Zunahme rassistischer Gewalttaten ist die Öffentlichkeit in Griechenland besonders alarmiert. Zudem gelten gerade die Fanclubs als Brutstätten für den Faschismus.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Orestias

17.03.2013, 15:22 Uhr

Als Grieche befürworte ich diese Entscheidung.Am besten man schmeisst ihn auch aus dem Club raus.

Account gelöscht!

17.03.2013, 15:38 Uhr

Meldung ohne Wert.
Kennt jemand den Mann? Die wenigsten. Trotzdem ein gefundenes Fressen für die Presse:
"Habt Ihr die Szene im Kasten?"
"Ja!"
"Sehr gut"

Und wieder eine Schlagzeile und eine zeitgemässe Hexenverbrennung mehr.

Account gelöscht!

17.03.2013, 15:46 Uhr

dann soll er eben sagen, dass er seinen Kumpel auf der Tribüne mit Salve begrüßen wollte und diesen Gruß hatt er vom römischen Reich übernommen, im letzten Cäsar Film gesehen. In der Presse wirf langsam alles mit Hitler in Verbindung gebracht. Dabei hat Hitler vieles vom römischen Reich übernommen. Was ist eigentlich mit dem englischen Prinzen passiert als er mit der Hakenkreuzbinde rumlief, das war ein eindeutiges Zeichen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×