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12.01.2009

12:06 Uhr

Fußball International

Milan feiert Beckham-Debüt: „Bravo David“

"Was für ein Spaß", jubelte David Beckham nach seinem überraschend starken Debüt in der italienischen Serie A. Fast 90 Minuten spielte der glamouröse Zeitarbeiter des AC Mailand beim 2:2 im römischen Olympiastadion gegen Vizemeister AS Rom.

Ausgelassen: David Beckham feiert den Torschützen Alexandre R. Da Silva Pato. Foto: dpa dpa

Ausgelassen: David Beckham feiert den Torschützen Alexandre R. Da Silva Pato. Foto: dpa

dpa ROM. "So eine Premiere hätte ihm niemand zugetraut", staunte die "La Gazzetta dello Sport". Auch Trainer Carlo Ancelotti war beeindruckt und gratulierte dem englischen Mittelfeldspieler: "Bravo David."

Bis wenige Minuten vor dem Anpfiff der Top-Partie des 18. Spieltags hatte Ancelotti Beckhams ersten Liga-Auftritt geheim gehalten. "Dabei war die Entscheidung bereits am Samstag gefallen", verriet Ancelotti nach der Partie. Um den ohnehin gigantischen Erwartungsdruck für Beckham nicht weiter zu steigern, habe man geschwiegen. Beckham von der ersten Minute an zu bringen, war nach der mäßigen Vorstellung des Engländers im Testspiel gegen den Hamburger SV in Dubai mutig. Nicht einmal der forsche Club-Besitzer Silvio Berlusconi hatte Beckhams Aufstellung von Beginn an gefordert. "Es war eine kleine Belohnung dafür, dass er sich so hervorragend ins Team eingefügt hat", erklärte Ancelotti seine Entscheidung.

Wie sehr sich Beckham bereits als Teil der Mannschaft fühlt, zeigte seine Unzufriedenheit mit dem Unentschieden. "Ich hätte lieber gewonnen", betonte der Engländer. Als Pato die 1:0-Führung der Römer durch Mirko Vucinic aus der 22. Minute kurz nach Wiederanpfiff ausglich, war Beckham der erste, der ihm jubelnd um den Hals fiel. Auch wenn er an den beiden Milan-Toren nicht beteiligt war, drückte Beckham dem Milan-Spiel seinen Stempel auf: Mit neun Flanken war er fleißigster Vorlagengeber.

"In so einem Stadion mein italienisches Abenteuer beginnen zu dürfen, war natürlich großartig", meinte Beckham. Die Freude über den gelungen Einstand wurde allerdings durch die vergebenen Punkte in Rom getrübt. Mit seinem zweiten Tor hatte Pato Milan in der 53. Minute in Führung gebracht, bevor erneut Vucinic in der 72. zur Stelle war und für die Gastgeber ausglich. "Der Sieg wäre wichtig gewesen, um näher an Inter heranzurücken", haderte auch Ancelotti.

Spitzenreiter Inter (43) hatte am Wochenende gegen Cagliari nur 1:1 gespielt, was Verfolger Juventus Turin (39) mit einem 1:0-Sieg gegen Siena nutzte, um bis auf vier Punkte heranzukommen. Milan (34) dagegen bleibt neun Punkte zurück, weshalb viele den Club für das Titelrennen schon abgeschrieben haben. Zu Unrecht, meinte der zweifache Torschütze Pato: "Wir glauben weiter an unser Chance", betonte der Brasilianer.

Nachdem schon am Sonntag alle Augen auf Italiens Hauptstadt gerichtet waren, schaute Italiens Fußball-Szene auch am Montag wieder nach Rom. Dort fordert der Staat in einem Schadensersatzprozess von 18 Schiedsrichtern, Linienrichtern, Verbandsfunktionären und Journalisten staatlicher Medien 120 Mill. Euro. Sie sollen an Ergebnis-Manipulationen beteiligt gewesen sein und damit als Staatsvertreter dem Image des Fußballs geschadet haben. Dies habe dem Staat Einnahmeverluste durch geringere Steuereinnahmen und Lotterie- Umsätze verursacht. Die Anklage ist umstritten. Die Verteidiger halten das angerufene Gericht für nicht zuständig, da Schiedsrichter und Verbandsfunktionäre keine Angestellten des Staates seien. Außerdem sei dem Staat gar kein finanzieller Nachteil entstanden.

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