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17.01.2008

11:48 Uhr

Fußball International

Schuster macht seinen Spielern keinen Vorwurf

Nach dem Aus im spanischen Pokal gegen Real Mallorca hat der Trainer von Real Madrid, Bernd Schuster, seine Spieler in Schutz genommen. "Sie haben alles versucht und ein Riesenspiel abgeliefert", erklärte Schuster.

Das Ausscheiden im spanischen Pokal gegen Real Mallorca hat bei Real Madrid und Trainer Bernd Schuster für Ernüchterung gesorgt. Nach der 1:2-Hinspielniederlage hatten die "Königlichen" auch das Rückspiel gegen den Klub von der Balearen-Insel mit 0:1 verloren. Damit dauert Madrids "Pokalfluch" nun schon seit 15 Jahren an.

"Meine Spieler haben alles versucht"

Während die Real-Fans im weiten Rund des Bernabeu-Stadions fassungslos zurückblieben, fiel die erste Analyse von Schuster in den Stadionkatakomben diesmal besonders nüchtern aus. "Wenn man so viele Torchancen wie wir vergeigt, bezahlt man eben am Ende dafür", sagte der deutsche Ex-Nationalspieler, relativierte seine Kritik aber wenig später: "Ich kann mich nicht über meine Spieler beschweren. Sie haben alles versucht und ein Riesenspiel abgeliefert."

Die spanischen Medien indes gingen mit dem amtierenden Meister, der erneut auf Nationalspieler Christoph Metzelder (Fußverletzung) verzichten musste, hart ins Gericht. "Auf Wiedersehen, Triple. Die schlechteste Nachricht für das beste Real", titelte Marca, während die Sporttageszeitung AS knapp 15 Jahre nach dem letzten Pokalsieg der "Königlichen" 1993 trefflich resumierte: "Fakt ist, dass der Cupwettbewerb nicht die Sache von Real ist. Adios Triplete! Die Weißen hatten 1 000 Torchancen. Mallorca hatte eine Möglichkeit, traf und gewann."

Vorzeichen für Madrid standen gut

Dabei standen die Vorzeichen gegen die Gäste von der Balearen-Insel gut. Mit einem 3:1-Sieg über Mallorca hatte Real Madrid am letzten Spieltag der vergangenen Saison im Juni 2007 seinen insgesamt 30. Meistertitel perfekt gemacht. Sieben Monate später rächte sich der derzeitige Tabellen-13. der Primera Division mit zwei Siegen binnen einer Woche. Sieben Tage nach dem 2:1 im Hinpiel besiegelte am Mittwochabend Ariel Miguel Santiago Ibagaza mit seinem Tor des Tages in der 83. Minute den bitteren Pokal-K.o. der Schuster-Equipe, die erst am vergangenen Wochenende mit 47 Punkten in 19 Spielen die beste Hinrunde aller Zeiten perfekt gemacht hatte.

Besonders der Angriff mit den beiden Argentiniern Javier Saviola und Gonzalo Higuain sowie dem in der zweiten Halbzeit eingewechselten Ruud van Nistelrooy versagte diesmal kläglich. "Und die Strafe folgte dann auf dem Fuße", meinte Madrids Sportdirektor Predrag Mijatovic ebenso desillusioniert wie stinksauer, nachdem Präsident Ramon Calderon nur Tage zuvor angekündigt hatte, in dieser Saison mit Real endlich das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League gewinnen zu wollen.

"Müssen das schnellstens verdauen"

Reals Mittelfeldspieler Julio Baptista appellierte nur Stunden nach der Schmach derweil an seine Mannschaftskollegen. "Klar sind wir jetzt traurig, denn wir wollten im Pokal endlich einmal etwas reißen. Aber wir müssen das schnellstens verdauen, denn die nächsten Aufgaben warten", mahnte der Brasilianer Baptista mit Blick auf das anstehende Spitzenspiel am Sonntag bei Atletico Madrid. Der Stadtrivale steht vor dem Derby mit zehn Punkten Rückstand auf Primus Real auf Platz drei der Tabelle.

© SID

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