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06.01.2011

10:50 Uhr

Fußball International

Wahl: Prinz von Jordanien im Fifa-Exekutivkomitee

Der Fußball-Weltverband Fifa begrüßt ein neues Mitglied im Exekutivkomitee. Prinz Ali Bin Al Hussein von Jordanien gewann die Wahl und ist nun auch Vizepräsident des Verbandes.

Mohamed Bin Hammam wurde in seinem Amt bestätigt. Foto: SID Images/AFP/Safin Hamad SID

Mohamed Bin Hammam wurde in seinem Amt bestätigt. Foto: SID Images/AFP/Safin Hamad

Prinz Ali Bin Al Hussein von Jordanien ist neues Mitglied des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes Fifa. Der 35-Jährige gewann die Wahl beim Kongress der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) in Doha mit 25 zu 20 Stimmen gegen Chung Mong Joon und löst den 59-jährigen Südkoreaner somit auch als Fifa-Vizepräsident ab. Gleichzeitig wurde Mohamed Bin Hammam als Präsident der AFC bis 2015 bestätigt. Der 61-jährige Katarer stand als einziger Kandidat zur Wahl.

Der Kongress in Doha fand im Beisein des Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter statt. Beide Abstimmungsergebnisse dürften im Sinne des mächtigsten Mannes im Weltfußball gewesen sein. Chung Mong Joon ist Anteilseigner des Automobilherstellers und Fifa-Großsponsors Hyundai und ein einflussreicher Blatter-Kritiker. Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass der Südkoreaner an der Absetzung des Schweizers arbeite und intern eine Gegenkandidatur vorbereite. Chung Mong Joon betonte immer wieder, Wettbewerb um das höchste Amt bei der Fifa sei wichtig, "um den Weltverband gesund zu erhalten".

Schon vor etwa acht Jahren hatte der Südkoreaner vergeblich versucht, Blatter im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch einer Marketing-Firma, die für die Fifa arbeitete, abzusetzen. Blatter wehrte den Angriff seiner Gegner jedoch ab und blieb weiter unangefochten im Amt.

Jüngstes Mitglied

Nun übernimmt Prinz Hussein das Amt des Vize-Präsidenten bei der Fifa. Er ist mit 35 Jahren das jüngste Mitglied des mächtigsten Gremiums im Weltfußball und weist Blatter offenbar den Weg zur nächsten Amtszeit. Der Chef der kuwaitischen Föderation, Scheich Ahmad Al Fahad Al Sabah, gab sogar ein Wahlversprechen pro Blatter ab: "Ich kann bekanntgeben, dass die 25 Personen, die heute für Prinz Hussein gestimmt haben, beim Fifa-Kongress für Blatter stimmen werden."

Prinz Ali Bin Al Hussein sieht sich indes als Verbindungsmann zwischen den verschiedenen Verbänden: "Es gab so manche Kluft innerhalb des asiatischen Fußballs - nun ist es meine Aufgabe, eine Einheit herzustellen", sagte der jordanische Prinz nach seiner Wahl und rühmte sich gleichzeitig mit guten Verbindungen: "Ich persönlich habe gute Verbindungen zur Uefa, zu Afrika und den Verbänden in Amerika, und wir können nur gewinnen, wenn wir alle zusammenarbeiten. Ich sehe meine Arbeit darin, Brücken zu schlagen."

Der wiedergewählte AFC-Präsident Bin Hammam gilt ebenfalls als Blatter-Freund. Der AFC-Präsident war maßgeblich an der Vergabe der WM 2022 nach Katar beteiligt und wird Fifa-Präsident Joseph S. Blatter nach eigenem Bekunden bei der Wiederwahl zu dessen dritter Amtszeit unterstützen. Bin Hammam ist seit 2002 Chef des asiatischen Verbandes.

Durch die Entscheidung der AFC-Mitglieder rückt die vierte Amtszeit des umstrittenen Fifa-Präsidenten erneut ein Stück näher. Im Juni wird sich der 74-jährige Schweizer auf dem 61. Ordentlichen Fifa-Kongress in Zürich zum vierten Mal nach 1998, 2002 und 2007 für das höchste Amt im Weltfußball zur Wahl stellen.

© SID

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