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12.01.2011

13:17 Uhr

Fußball International

Wettpate Rooij bestreitet Zahlung an Schnitzler

Ex-St. Pauli-Profi Rene Schnitzler soll keine Zahlungen von Wettpate Paul Rooij erhalten haben. "Ich habe Schnitzler kein Geld gegeben", erklärte der Niederländer.

Laut Paul Rooij gab es keine Zahlungen an Rene Schnitzler. Foto: SID Images/Firo SID

Laut Paul Rooij gab es keine Zahlungen an Rene Schnitzler. Foto: SID Images/Firo

Der niederländische Wettpate Paul Rooij hat Zahlungen an den früheren St. Pauli-Profi Rene Schnitzler bestritten. "Ich habe Schnitzler kein Geld gegeben. Er hat bei mir gewettet wie all die anderen. Schnitzler hat sogar 30 000 Euro Schulden bei mir", sagte der Beschuldigte in einem Interview mit dem Hamburger Magazin Stern, das am Flughafen Amsterdam geführt wurde.

Auf die Frage, warum Schnitzler sich mit einer falschen Aussage selbst belasten solle, antwortete Rooij: "Mit dieser Frage muss ich mich wohl beschäftigen." Vergangene Woche hatte Schnitzler behauptet, er habe von Rooij knapp 100 000 Euro für die Manipulationen von Auswärtsspielen des FC St. Pauli erhalten.

Für den Niederländer ist aber klar, dass auch in Deutschland Fußballspiele verschoben werden. "Man braucht mehr als zwei, drei gekaufte Spieler in einer Mannschaft, das können sie mir glauben", sagte Rooij. Die erste Liga sei "sicher nicht" betroffen. "Weiter unten geht es besser, auch in anderen Ländern. In Ligen, wo die Gehälter nicht so pünktlich gezahlt werden."

Rooij streitet Verwicklung in Manipulation ab

Rooij selbst streitet eine Verwicklung in Manipulationen von Fußballspielen ab: "Ich habe niemals ein Spiel verschoben." Dem Stern liegen nach eigenen Angaben jedoch interne Aussageprotokolle von weiteren Verdächtigen vor, die unabhängig voneinander schildern, wie sie Zeugen waren, als Rooij den damaligen St.-Pauli-Profi bestach, darunter einer der beiden Hauptverdächtigen im Bochumer Wettprozess, Marijo Cvrtak. Der Nürnberger Cvrtak gab gegenüber den Bochumer Ermittlern zu Protokoll, dass Rooij neben Schnitzler sogar noch vier weitere Spieler des FC St. Pauli gekauft habe. Vom Stern mit diesen Aussagen konfrontiert, sagte Rooij: "Okay, stimmt. Sieht scheiße für mich aus. Ich sehe schon, die Aussagen sind ein Problem für mich. Aber es ist nun mal so: Ich habe nie ein Spiel verschoben."

Rooij gibt an, bis 2005 mehr als fünf Jahre in Süddeutschland im Gefängnis gesessen zu haben. Er habe damals "mehrere hundert Kilo Marihuana" geschmuggelt. Anschließend befasste er sich mit dem internationalen Wettmarkt und setzte bis vor einigen Monaten für "rund 50 Kunden aus ganz Europa" hohe Summen bei asiatischen Wettanbietern. Dieses Geschäft betreibe er nun nicht mehr. Rooij: "Es gibt zu viele Personen, die nicht zuverlässig sind. Und die zu hohe Schulden haben. In der Fußball-Wettszene steckt nicht mehr sehr viel Geld."

© SID

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