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03.04.2006

16:31 Uhr

Fußball Italien

Inter muss mit Bestrafung durch Fifa rechnen

Nach den rassistischen Schmährufen der Fans von Inter Mailand gegen Marc Zoro vom FC Messina müssen die "Nerazzurri" jetzt mit einer harten Strafe rechnen. Der Weltverband Fifa hatte die Anti-Rassismus-Regeln verschärft.

Champions-League-Viertelfinalist Inter Mailand muss nach den Beschimpfungen seiner Fans gegen einen dunkelhäutigen Spieler des FC Messina beim italienischen Serie-A-Spiel am vergangenen Samstag mit einer harten Strafe rechnen. Denn seit dem 1. April gelten die überarbeiteten Anti-Rassismus-Regeln des Weltverbandes Fifa, nach denen die Vereine mit Punktabzügen und im Wiederholungsfall sogar mit Zwangsabstieg belegt werden können.

Zoro mit Schmährufen beleidigt

Auch der italienische Fußball-Verband will jetzt verstärkt gegen rassistische Auswüchse in den Stadien vorgehen. In der Diskussion sind häufigere Stadionverbote für Fans und härtere Strafen gegen die Klubs. Beim 3:0-Erfolg des Tabellen-Dritten war der dunkelhäutige Gäste-Abwehrspieler Marc Zoro wie bereits im Hinspiel am 27. November (1:2) mit rassistischen Schmährufen beleidigt worden. Nach den Vorkommnissen vor vier Monaten hatten vier Inter-Fans Stadionverbot erhalten.

Messina kritisierte derweil den Schiedsrichter, der das Spiel nicht unterbrochen hatte, obwohl die Schmährufe gegen Zoro nicht zu überhören waren. Inter-Präsident Giacinto Facchetti versuchte die rassistischen Angriffe auf Zoro herunterzuspielen. "Es geht nicht um Rassismus, sondern einfach um die Blödheit einiger Personen", sagte Facchetti.

So etwas kann man nicht mehr dulden"

Zu rassistischen Szenen war es auch beim Spiel AC Florenz gegen AS Rom gekommen. Dabei verschmähten die Fiorentina-Ultras die farbigen AS-Spieler Olivier Dacourt und Stefano Okaka mit Affenlauten. "So etwas kann man nicht mehr dulden", erklärte Roms Abwehrspieler Philippe Mexes.

Italiens Regierung will sich derweil gegen Rassismus und politische Gewalt in den Stadien stark machen. Innenminister Giuseppe Pisanu hatte kürzlich seine Beamten dazu angehalten, mehr Fußball-Spiele wegen Gewalt oder Diskriminierung in den Stadien zu unterbrechen und im Extremfall auch abzusagen.

"Ich habe die Einheiten der öffentlichen Sicherheit dazu aufgefordert, die existierenden Gesetze mit aller Härte anzuwenden und alle Spiele, bei denen politische Gewalt, Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit ausgeübt wird, zu unterbrechen", sagte das Regierungsmitglied.

© SID

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