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30.01.2007

12:08 Uhr

Fußball Italien

Italiens Serie A droht Spielstopp

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen in den italienischen Ligen droht der kommissarische Fußball-Verbandspräsident Luca Pancalli mit der Aussetzung des Spielbetriebs.

Die Ausschreitungen am Wochenende in italienischen Fußballstadien haben den kommissarischen Präsidenten des nationalen Verbandes Figc auf den Plan gerufen. Luca Pancarelli droht mit der Aussetzung des Spielbetriebs. "Bei uns herrscht Alarmstufe Rot. Ich bin bereit, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Ich hoffe, wir können wieder ein Klima herstellen, das von Sportsgeist und Respekt geprägt ist und den Stopp der Liga-Spiele verhindern."

Am Wochenende war in San Martino di Finita ein Funktionär des unterklassigen Klubs Sammartinese nach einem Handgemenge an einer Gehirnblutung gestorben. In Florenz musste ein Anhänger des AS Livorno nach einer Prügelei mit Fiorentina-Fans mit 20 Stichen genäht werden, und in Bergamo lieferte sich die Polizei eine wüste Straßenschlacht mit Atalanta-Hooligans, die Fanbusse von Catania Calcio attackiert hatten. In der viertklassigen Serie D wurde ein Spiel abgebrochen, nachdem ein Linienrichter von einem Wurfgeschoss verletzt worden war.

Ermittlungen gegen zwei Hooligans wegen fahrlässiger Tötung

Inzwischen wurden Ermittlungen gegen zwei junge Hooligans wegen der tödlich verlaufenden Schlägerei in San Martino di Finita aufgenommen. Den beiden Verdächtigen im Alter von 19 und 20 Jahren wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Ermittlungen laufen gegen weitere 20 Ultras. Die italienische Amateurliga sagte am vergangenen Wochenende alle Spiele in Kalabrien ab. Der Klub Sammartinese wird sich von der Meisterschaft zurückziehen.

Inzwischen wächst die Sorge wegen der zunehmenden Gewalt in der italienischen Meisterschaft. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums ist die Zahl der als gefährlich eingestuften Spiele in den drei Hauptligen von 211 auf 298 gestiegen. Die Zahl der Verletzten unter den Sicherheitskräften hat in dieser Saison um 42 Prozent auf 202 zugenommen. 108 Tifosi wurden festgenommen, was einem 12,5-prozentigen Wachstum entspricht.

© SID

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