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23.01.2010

08:33 Uhr

Fußball Italien

Milan mit Rückenwind ins Stadtderby

Mit einem Sieg bei Stadtrivale Inter könnte der AC Mailand das Rennen um die italienische Meisterschaft wieder spannend machen. Juventus versucht sich derweil in Krisenbewältigung.

Wieder in Form: Ronaldinho. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Wieder in Form: Ronaldinho. Foto: Bongarts/Getty Images

Zweikampf um die Meisterschaft, Zweikampf um die Vorherrschaft in Mailand: Das "Derby Milanese" (Sonntag, 20.45 Uhr) steht eindeutig im Fokus des 21. Spieltages der Serie A. Durch die Schwäche von Juventus Turin kann wohl nur noch der AC Mailand den erneuten Titelgewinn von Stadtrivale und Derbygastgeber Inter verhindern. Sechs Punkte beträgt der Rückstand der "Rossoneri", allerdings hat das Team von Trainer Leonardo ein Spiel weniger absolviert und zeigte sich zuletzt mit drei Siegen in Folge und zwölf Toren in bestechender Form.

Somit überwiegt beim jungen brasilianischen Trainer dann auch die Vorfreude gegenüber der schmerzhaften Erinnerung an das 0:4 im Hinspiel. "Ich glaube, dass es eine außergewöhnliche Partie wird und bin froh, dass ich sie erleben darf." Dabei ruhen die Hoffnungen Leonardos vor allem auf seinem Landsmann Ronaldinho. Nachdem der Weltfußballer von 2004 und 2005 in seiner ersten Saison in Mailand mehr schlecht als recht über den Platz trabte, ließ er in dieser Spielzeit wieder seine Klasse aufblitzen. Zuletzt beim 4:0 gegen Schlusslicht Siena, als er einen Dreierpack erzielte und danach prompt verlauten ließ, er fühle sich in Mailand "geliebt". Verzichten muss Milan auf Verteidiger Gianluca Zambrotta. Alessandro Nesta will derweil auf die Zähne beißen.

Doch auch Inter plagen vor dem Derby einige Personalsorgen. Stürmer Samuel Eto'o weilt mit Kamerun beim Afrika-Cup und Verteidiger Christian Chivu fällt wegen einer Schädelfraktur auf unbestimmte Zeit aus. Auch der Einsatz von Dejan Stankovic im Mittelfeld ist fraglich. Die "Nerazzurri" kamen nach der Weihnachtspause etwas schleppend aus den Startlöchern. Gegen Siena wurde der Sieg erst in der Nachspielzeit eingefahren, in Bari reichte es nur zu einem 2:2. Und so setzt Jose Mourinho im Hinblick auf das Stadtderby sein Pokerface auf: "Wer besser ist? Das werden wir am Sonntag sehen."

Juventus sucht verzweifelt einen Weg aus der Krise

Titelträume sind bei Rekordmeister Juventus Turin nicht mehr erlaubt. Die "alte Dame" verlor vier der letzten fünf Spiele. Trainer-Novize Ciro Ferrara steht bei Fans und Medien gleichermaßen unter Druck. Dennoch sprach die Vereinsführung dem Neapolitaner zu Beginn der Woche erneut das Vertrauen aus. Nun soll gegen den AS Rom und Trainer Claudio Ranieri, den Ferrara in der letzten Saison auf der "Juve"-Bank ablöste, der freie Fall gestoppt werden (heute, 20.45 Uhr). Zu diesem Zweck wurde das Mittelfeld nochmal mit Antonio Candreva verstärkt. Der italienische Nationalspieler kommt als Leihgabe von Udinese Calcio, war in der Hinrunde aber ebenfalls auf Leihbasis für den AS Livorno aktiv.

Die "Roma", Konkurrent der Turiner um den dritten direkten Champions-League-Platz, geht ihrerseits mit viel Rückenwind in die Begegnung. Sieben Siege und keine Niederlage aus den letzten zehn Spielen sprechen eine eindeutige Sprache. Zudem schlug die bayrische Leihgabe Luca Toni voll ein und erzielte am vergangenen Spieltag beim 3:0 gegen den FC Genua einen Doppelpack.

Der SSC Neapel, neben Milan und Rom das dritte Team der Stunde, tritt am Sonntag (15 Uhr) beim AS Livorno an. Die viertplatzierten Neapolitaner sind seit 13 Spielen ungeschlagen. Und so werden die Träume am Fuße des Vesuvs zusehends größer. "Ja, ich glaube an die Champions League", gibt Kapitän Paolo Cannavaro, Bruder von Weltmeister Fabio, offen zu.

Der Spieltag im Überblick:

Calcio Catania - FC Parma (heute, 18 Uhr), Juventus Turin - AS Rom (heute, 20.45 Uhr), FC Bologna - AS Bari, AC Siena - Cagliari Calcio, Lazio Rom - Chievo Verona, US Palermo - AC Florenz, AS Livorno - SSC Neapel, FC Genua 1 893 - Atalanta Bergamo, Udinese Calcio - Sampdoria Genua (alle Sonntag, 15 Uhr), Inter Mailand - AC Mailand (Sonntag, 20.45 Uhr)

© SID

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