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07.04.2006

14:15 Uhr

Wieder fit dpa

Oliver Kahn gibt im März in münchner Spiel gegen Schalke Anweisungen.

dpa BREMEN/MüNCHEN. Für Oliver Kahn wird der Nord-Süd-Klassiker zwischen Werder Bremen und Bayern München zu einer der größten Bewährungsproben in seiner Karriere.

Im ersten Spiel nach seiner Ausbootung als WM-Torwart Nummer 1 steht der maßlos enttäuschte Bayern-Keeper unter einer extremen nervlichen Anspannung. Bundestrainer Jürgen Klinsmann auf der Tribüne und 42 000 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion werden jede Aktion des Torhüters beim von WM-Schiedsrichter Markus Merk gepfiffenen Bundesliga-Schlager ganz genau verfolgen.

„Ich will mich in den nächsten Wochen voll auf die Aufgaben beim FC Bayern, in der Bundesliga und im DFB-Pokal konzentrieren“, kündigte Kahn eine Trotzreaktion an. Seine Zukunft im Nationalteam ließ er offen. Für Bundestrainer Klinsmann, für den die Bremer zwei Plätze reserviert haben, wird die Begegnung zu einer WM- Bestandsaufnahme mit zahlreichen Nationalspielern in beiden Teams. Für die Bundesliga ist es praktisch die letzte Chance auf Spannung im Titelkampf: Bei einem Sieg können die Bremer den souveränen Tabellenführer Bayern, der sieben Zähler vor dem Hamburger SV und zehn vor Werder rangiert, noch einmal ins Wanken bringen.

„Das ist unser letztes Spitzenspiel für die Saison, das wollen wir natürlich gewinnen. Wir wollen in Bremen die Weichen weiter in Richtung Meisterschaft stellen“, sagte Bayern-Trainer Felix Magath. Er rechnet auch nach dem Wirbel um die WM-Entscheidung fest mit einem Einsatz von Kahn, der beim nicht-öffentlichen Abschlusstraining am Freitag mit leichter Verzögerung auf den Platz kam. „Er hat im Training einen guten Eindruck gemacht und war ganz locker. Er ist gut drauf“, beurteilte Magath noch vor der Bekanntgabe der WM- Entscheidung die Form der unbestrittenen Nummer 1 im Bayern-Tor.

Nach seiner Rippenprellung, die ihn zuletzt zwei Mal zur vorzeitigen Aufgabe zwang, absolvierte Kahn in dieser Woche wieder das komplette Trainingsprogramm und will gegen Bremen seinen Fauxpas aus der Vorwoche gegen Köln vergessen machen. „Wenn die Bundestrainer Jens Lehmann vorne sehen, dann ist das ihre legitime Entscheidung. Ich finde es unglücklich, dass die Entscheidung darüber vor einem Spieltag bekannt gegeben wird“, beurteilte Werder-Trainer Thomas Schaaf die brisante Situation.

Die Münchner, die zuletzt drei Mal in Serie gegen Werder siegten, müssen auf Bixente Lizarazu (Wadenprobleme) und die Langzeit- Verletzten Sebastian Deisler, Andreas Görlitz und Ali Karimi verzichten. Nach zehn Auswärtsspielen ohne Niederlage strotzt das Team um die Nationalspieler Michael Ballack, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger aber vor Selbstvertrauen. „Es ist sehr schön, wieder im Weserstadion zu spielen. Wir wollen endlich mal ein Spitzenspiel auswärts gewinnen“, sagte Bayern-Abwehrchef Valerien Ismael.

Seinem früheren Trainer Schaaf fehlt Nationalspieler Torsten Frings (Wadenbeinprellung) im Werder-Team, in dem der von Bayern viel gelobte Tim Borowski sowie Patrick Owomoyela und Miroslav Klose das WM-Ticket praktisch sicher haben. Torhüter Tim Wiese und der von Borussia Dortmund umworbene Stürmer Nelson Valdez signalisierten Grünes Licht für ihren Einsatz.

„Es wird mit Sicherheit zur Sache gehen. Die Partie hat eine große Bedeutung“, sagte Werder-Stürmer Klose. Er hat nicht nur das direkte Duell mit Roy Makaay um die Torjägerkrone im Kopf, sondern will auch eine schwarze Serie beenden. Bei 13 Versuchen hat Klose noch nie ein Spiel gegen die Bayern gewonnen. „Einmal ist immer das erste Mal. Für mich geht es um drei Punkte und um Platz zwei“, sagte der mit 20 Toren bisher erfolgreichste Bundesliga-Profi.

Mit dieser Aussage liegt Klose auf einer Wellenlänge mit Schaaf. Der Werder-Trainer hat bei zehn Punkten Rückstand auf die Bayern das Thema Meisterschaft abgehakt und konzentriert sich auf den Tabellenzweiten HSV. „Ich denke nur an das, was zu greifen ist. Das ist für uns die direkte Champions-League-Qualifikation“, erklärte Schaaf. Sollte sein Team gewinnen, könnte allerdings der HSV bei einem Heimsieg gegen Mönchengladbach bis auf vier Punkte an den FC Bayern heranrücken.

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