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28.01.2007

12:57 Uhr

Fußball National

DFL-Boss Werner Hackmann gestorben

Der deutsche Fußball trauert um Werner Hackmann. Der Präsident des Ligaverbandes und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verstarb völlig überraschend am Sonntagmorgen im Alter von 59 Jahren.

Ligaverbands-Präsident Werner Hackmann ist am Sonntagmorgen im Alter von 59 Jahren überraschend verstorben. Der ehemalige Innensenator Hamburgs und Präsident des Bundesligisten Hamburger SV erlag zu Hause in Hamburg-Bergedorf seinem langjährigen Krebsleiden. Eine entsprechende Meldung der Bild-Zeitung bestätigte die Deutsche Fußball Liga (DFL). Hackmann hinterlässt Ehefrau Ulla und zwei Kinder.

"Mein Mitgefühl gehört zunächst der Familie, der ich aufrichtig kondoliere. Werner Hackmann war in all den Jahren unserer Zusammenarbeit ein zuverlässiger und vertrauensvoller Weggefährte. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für den deutschen Fußball und die Liga. Wir sind von der Nachricht geschockt", erklärte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

Keine Anzeichen für Verschlechterung

Noch am Freitag weilte DFB-Boss Zwanziger gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Fußball Liga (DFL) beim Uefa-Kongress in Düsseldorf. Dort war laut Zwanziger eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Hackmann nicht zu erkennen gewesen. "Die Nachricht von seinem Tod hat mich total unerwartet getroffen. Wir waren von Mittwoch bis Freitag noch gemeinsam in vielen Sitzungen beim Uefa-Kongress und der DFL zusammen, da gab es keine Anzeichen für gesundheitliche Probleme und er präsentierte sich in bester Verfassung", berichtete Zwanziger.

Geschockt von Hackmanns Tod zeigte sich auch Bundestrainer Joachim Löw: "Die Nachricht von seinem Ableben ist für mich unfassbar. Sicher gab es auch mal unterschiedliche Meinungen in Details, aber bei der Vorbereitung auf die WM 2006 und jetzt auf die Europameisterschaft 2008 waren die Gespräche immer konstruktiv, weil er den Stellenwert der Nationalmannschaft stets richtig eingeschätzt und sie unterstützt hat."

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff betonte, dass Hackmann gemeinsam mit Uli Hoeneß sein wichtigster Ansprechpartner gewesen sei, wenn es um die Belange der Liga ging: "Mit ihm konnte man immer sehr gut an einer gemeinsamen Lösung arbeiten."

Bereits im November 1999 hatte sich Hackmann einen bösartigen Tumor in der Lunge entfernen lassen. Im März des vergangenen Jahres war in einer weiteren Operation erneut ein Karzinom in der Lunge festgestellt worden. Nach der Operation fühlte sich Hackmann aber zunächst wieder wohlauf und ging seinen Tätigkeiten als Liga-Boss und DFB-Vizepräsident in vollem Umfang nach. Zuletzt hatte Hackmann allerdings über Schmerzen im gebrochenen rechten Arm geklagt.

"Fassungslos und tief erschüttert"

"Ich bin fassungslos und tief erschüttert. Noch in dieser Woche war ich mehrere Tage mit ihm zusammen und es gab keine Anzeichen für eine gesundheitliche Verschlechterung", erklärte auch Hackmanns Stellvertreter und Liga-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser.

Hackmann wurde 2001 als Vorsitzender des neugegründeten Ligaverbandes gewählt und bekleidete in dieser Funktion auch das Amt des DFB-Vizepräsidenten. Bei der Asienreise der Nationalelf Ende 2004 führte er die Delegation an. Der Sportfunktionär war zudem Delegationsmitglied bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und der Europameisterschaft 2004 in Portugal.

Unter anderem war Hackmann auch Mitglied der Uefa-Kommission "Profi-Fußball". Zuvor trug er als Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten Hamburger SV Verantwortung. Beruflich war das SPD-Mitglied in seiner langen Laufbahn als Politiker unter anderem als Hamburger Innensenator tätig.

© SID

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