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14.01.2010

21:15 Uhr

Fußball National

Gesperrter Schiedsrichter arbeitete in JVA Bochum

In seiner Ausbildung in der JVA Bochum soll der unter Manipulationsverdacht stehende Unparteiische Cetin Sevinc Kontakt zu inhaftierten Hintermännern des Wettskandals gehabt haben.

Steht unter Manipulationsverdacht: Schiedsrichter Cetin Sevinc. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Steht unter Manipulationsverdacht: Schiedsrichter Cetin Sevinc. Foto: Bongarts/Getty Images

Im Fußball-Wettskandal führt eine Spur in die Justizvollzugsanstalt Bochum. Der unter Manipulationsverdacht stehende Zweitliga-Schiedsrichter Cetin Sevinc aus Waltrop wurde dort nach Informationen der WAZ-Mediengruppe als Auszubildender im Vollzugsdienst eingesetzt und hatte dabei bis zu seiner Versetzung vor wenigen Tagen anscheinend die Möglichkeit, Kontakt zu Gefangenen aufzunehmen, die im Wettskandal beschuldigt werden. Die WAZ-Gruppe beruft sich auf eine Bestätigung des NRW-Justizministeriums.

"Seit Bekanntwerden der Vorwürfe ist er nicht mehr in Bochum, sondern in einer anderen Anstalt ohne Gefangenenkontakt tätig gewesen", teilte das Ministerium mit. Bis zur Klärung der Vorwürfe setze er seine Ausbildung in einer anderen Einrichtung fort.

Der 27 Jahre alte Schiedsrichter wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen erheblicher Auffälligkeiten beim Zweitliga-Spiel zwischen der Spvgg Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf (2:1) vorläufig gesperrt. Sevinc wehrt sich nach einer Befragung durch den DFB-Kontrollausschuss weiterhin gegen jegliche Manipulationsvorwürfe.

Vom Schiedsrichter-Beobachter erhielt er die ungewöhnlich schlechte Assistenten-Wertung von 7,9 - eine Zahl, die erhebliche Fehler voraussetzt. So stand Fürths Siegtorschütze Nico Müller bei seinem Tor zum 2:1 deutlich im Abseits. Sevinc stand dabei auf der Höhe des Fürthers, zeigte Referee Christian Fischer (Hemer) aber mit ausgestrecktem Arm an, das Spiel laufen zu lassen. "Wenn man nach solchen Abseits-Situationen geht, müssen alle Schiedsrichter unter Verdacht stehen", sagte der Deutsch-Türke.

© SID

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