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25.01.2010

14:25 Uhr

Fußball National

Jürgen Sundermann - der "Wundermann" wird 70

1 977 stieg er als "Wundermann" mit dem VfB Stuttgart in die Bundesliga auf. Heute feiert der ehemalige Nationalspieler und Trainer Jürgen Sundermann seinen 70. Geburtstag.

Jürgen Sundermann wird 70. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Jürgen Sundermann wird 70. Foto: Bongarts/Getty Images

Jürgen Sundermann ist schon wieder auf dem Sprung. Ein kurzer Besuch beim VfB Stuttgart und ein Gespräch mit dem neuen VfB-Coach Christian Gross stehen gleich an. Das Wort Ruhestand ist für den ehemaligen Bundesliga-Spieler und-Trainer ein Fremdwort, auch wenn der einstige "Wundermann" am Montag seinen 70. Geburtstag feiert.

"Ich fühle mich fit, bin gesund - warum sollte ich mich zur Ruhe setzen", sagt Sundermann im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Deshalb ist auch sein Siebzigster für ihn nichts Besonderes: "Ich registriere das, mache mir aber keine große Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft. Ich lebe im Jetzt und genieße mein wunderbares Umfeld. Ich habe eine tolle Frau, zwei tolle Söhne und einen Enkel - was will man mehr."

"Im Fußball kenne ich mich aus"

Besondere Feierlichkeiten hat er deshalb am Montag auch nicht geplant. Wer von seinen Freunden Lust habe, könne bei ihm in Leonberg bei Stuttgart, wo er seit über 30 Jahren wohnt, vorbeikommen. Dem Fußball ist der gebürtige Mülheimer, der seit 43 Jahren mit der ehemaligen Dalli-Dalli-Assistenten Monika verheiratet ist, nach wie vor fest verbunden. In Freiberg am Neckar gründete er das "Fußball-Ausbildungs-Zentrum Jürgen Sundermann & Team", wo er in Zusammenarbeit mit der dortigen Oskar-Paret-Gesamtschule gezielt den Nachwuchs fördert. "Das macht unheimlich viel Spaß. Ich kann dort meine Erfahrung weitergeben. Im Fußball kenne ich mich aus", sagt er zu seiner Aufgabe und fügt mit einem Schmunzeln an: "Ansonsten bin ich in vielen Dingen weltfremd. Geldangelegenheiten zum Beispiel regelt alle meine Frau."

Im Fußball kann Sundermann auf eine wechselvolle Karriere zurückblicken. Als Spieler war er in den 1960er und 1970er Jahren unter anderem für Viktoria Köln, Oberhausen, Hertha BSC Berlin, den FC Basel und Servette Genf aktiv. Am 23. März 1960 absolvierte der 29-malige Bundesliga-Spieler unter Sepp Herberger beim 2:1 gegen Chile an der Seite von Helmut Rahn, Helmut Haller, Uwe Seeler oder Karl-Heinz Schnellinger sein einziges Länderspiel. Noch während seiner aktiven Zeit wurde er Spielertrainer in Genf.

Entdecker von Jan Koller

Seinen Ruf als "Wundermann" begründete er 1977, als er mit dem VfB Stuttgart überraschend in die erste Liga aufstieg. Dreimal war er Coach bei den Schwaben. Weitere Stationen in Deutschland waren die Stuttgarter Kickers, Schalke 04, Hertha, der VfB Leipzig und die Spvgg Unterhaching. Im Ausland arbeitete er unter anderem bei Racing Straßburg, Genf, Trabzonspor und Sparta Prag. Dort betreute er immerhin den späteren Weltstar Pavel Nedved und entdeckte Jan Koller.

Ein besonderes Verhältnis hat Sundermann immer noch zum VfB. Dort ist er bei fast allen Heimspielen nach wie vor zu Gast, zumal ihn eine Freundschaft mit Präsident Erwin Staudt und Ex-Vereinschef Gerhard Mayer-Vorfelder verbindet.

Auch Christian Gross kennt er aus gemeinsamen Zeiten in Genf gut. Seine Begeisterung über das aktuelle Fußballgeschehen ("Früher hat es ein größeres Zusammenhörigkeitsgefühl gegeben") hält sich bei Sundermann in Grenzen. Über das Niveau sei er oft "unheimlich enttäuscht. Die Spieler werden in ein Schema gepresst und haben nur noch wenig Möglichkeiten, kreativ zu sein. Das fängt schon in der Jugend an. Viele junge Spieler können sich dadurch nicht richtig entwickeln. Da stehen dann nur noch Roboter auf dem Platz."

© SID

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