Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2011

13:13 Uhr

Fußball National

Schulterschluss zwischen Fußball und Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich mit DFB und DFL gegen eine Sonderabgabe der Bundesligisten ausgesprochen. Damit wurde die Deutsche Polizeigewerkschaft (Dpolg) isoliert.

DFB-Präsident Zwanziger unterstützt die Aussage des GdP-Bundesvorsitzenden. Foto: SID Images/Firo SID

DFB-Präsident Zwanziger unterstützt die Aussage des GdP-Bundesvorsitzenden. Foto: SID Images/Firo

Schulterschluss zwischen Fußball und Polizei: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben sich bei einem gemeinsamen Kongress gegen eine Sonderabgabe der Klubs für Einsätze rund um Fußballspiele ausgesprochen. Die gemeinsame Position der Verbände isoliert die Deutsche Polizeigewerkschaft (Dpolg), deren Chef Rainer Wendt seit Jahren eine finanzielle Beteiligung der Vereine fordert.

"Das ist eine politisch unsinnige und juristisch falsche Forderung. Dann müssten wir auch alle anderen Veranstalter, beispielsweise von Bürgerfesten, zur Kasse bitten", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut bei der Veranstaltung "Feindbilder ins Abseits" am Mittwoch in Frankfurt/Main.

Witthaut sprach sich zudem dafür aus, entschiedener gegen Gewalttäter vorzugehen und den Alkoholkonsum rund um die Spiele generell zu verbieten. Witthaut plädierte außerdem für eine Entzerrung des Spielplans, um eine Terminkollision mit anderen Polizei-Einsätzen zu verhindern. "Für uns als Polizei ist ein Limit erreicht. Die polizeilichen Ressourcen sind an Grenzen gestoßen", sagte Witthaut angesichts der Bilanz von 1,5 Mill. Einsatzstunden rund um den Fußball in der Saison 2008/09.

"Vereine ein erheblicher Steuerzahler"

Unterstützt wurde Witthaut vom DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. "Es ist richtig, dass die Polizei durch viele Stunden für die Sicherheit beim Fußball sorgt. Aber wir sind nicht die einzigen, die das in Anspruch nehmen", sagte Zwanziger und kritisierte die geplanten Einsparungen der Länder bei der Polizei: "Der Dienstherr, das sind die Länder, spart - und ein Dritter soll bezahlen."

Ohne den Namen Wendt zu nennen, griff auch der Ligaverbands-Vizepräsident Harald Strutz den Dpolg-Chef an. "Was da von kleineren Gewerkschaften geäußert wird, sind durchsichtige Interessen und Populismus. Die Polizei und die Vereine dürfen sich nicht von Lautsprechern gegeneinander ausspielen lassen", sagte der Klubchef des Bundesligisten FSV Mainz 05: "Man darf auch nicht vergessen, dass die Vereine ein erheblicher Steuerzahler sind."

Fanprojekte fordern Kennzeichnungspflicht für Polizisten

Eine Forderung in Richtung der Polizei wurde von Seiten der Fanprojekte laut. "Eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten bei Einsätzen rund um den Fußball wäre eine Signal für Transparenz und würde Rechts- sowie Verhaltenssicherheit schaffen", sagte Thomas Beckmann, der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte.

Strutz nahm den Ball Beckmanns, dem Leiter des Mainzer Fanprojekts, auf. "Eine Kennzeichnungspflicht mit Nummern kann viele Aggressionen herausnehmen, weil die Anonymität aufgehoben wäre", erklärte der Mainzer Präsident, der sich mit Blick auf die Gewalt bei Bundesligaspielen allerdings keinen Illusionen hingibt: "Alles werden wir nicht in den Griff bekommen."

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×