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22.01.2010

13:04 Uhr

Fußball Nationalmannschaft

Löw kontert: "Termin langfristig abgestimmt"

Bundestrainer Joachim Löw hat die Kritik am Leistungstest der Nationalmannschaft gekontert: "Dieser Termin wurde langfristig abgestimmt", sagte Löw im SID-Interview.

Lässt keine Kritik zu: Joachim Löw. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Lässt keine Kritik zu: Joachim Löw. Foto: Bongarts/Getty Images

Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem ersten Treffen der Fußball-Nationalmannschaft im WM-Jahr 2010 die Kritik aus der Bundesliga an dem viertägigen Sonderlehrgang in Stuttgart zurückgewiesen. Zugleich erklärte der 49-Jährige im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID), dass er sich von den Leistungstests in Sindelfingen wichtige Erkenntnisse erhofft.

SID: "Von Sonntag bis Mittwoch steht der erste Lehrgang für die Nationalmannschaft im WM-Jahr auf dem Programm. Was erhoffen Sie sich von dem viertägigen Aufenthalt in Stuttgart?"

Joachim Löw: "Das Treffen in Stuttgart soll für uns alle eine erste Einstimmung auf die WM werden. Ich erhoffe mir hinsichtlich unserer Planungen für Südafrika und die Kader-Zusammenstellung wichtige Erkenntnisse von dem Leistungstest. Die Ergebnisse werden uns zeigen, wer körperlich schon auf Stand ist und wer möglicherweise noch zulegen muss. In Südafrika brauchen wir Spieler, die topfit sind. Zudem haben wir vor der Bekanntgabe des WM-Aufgebotes nur noch ein Länderspiel gegen Argentinien."

SID: "An dem Sonderlehrgang gab es zuletzt wieder Kritik aus der Bundesliga, wie reagieren Sie darauf?"

Löw: "Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. Dieser Termin wurde langfristig mit der DFL und den Bundesliga-Vereinen abgestimmt. Von Bayern München war zuletzt Manager Christian Nerlinger unser Ansprechpartner. Wir nehmen in Stuttgart bei den Leistungstests außerdem Rücksicht auf die individuelle Situation der Spieler. Und die Diskussion, dass die Spieler mit den Leistungstests überfordert werden, ist aus medizinischer Sicht unbegründet. Bei allem Verständnis für die sportlichen Ambitionen von Louis van Gaal: Wir haben ein WM-Jahr und es liegt im Interesse des gesamten deutschen Fußballs, dass wir unser Team optimal vorbereiten. Deshalb gehe ich auch weiterhin davon aus, dass alle Klubvertreter die Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM und während des Turniers in Südafrika unterstützen."

SID: "Die Nichtnominierung von Torsten Frings hat unter der Woche hohe Wellen geschlagen. Können Sie seine Enttäuschung nachvollziehen?"

Löw: "Das kann ich absolut. Wir haben uns mit dem Trainerstab Anfang Januar zusammengesetzt, um unsere Zielsetzung zu besprechen. Dabei haben wir auch nochmals lange über unsere Spiel-Philosophie gesprochen und entschieden, dass wir gewisse Positionen noch offensiver interpretieren wollen. Deshalb sind Hansi Flick und ich nach Bremen geflogen, um Torsten Frings in einem persönlichen Gespräch unsere Meinung ehrlich und transparent mitzuteilen."

SID: "Chancenlos scheint derzeit auch Christoph Metzelder zu sein, während Sie Robert Huth eine neue Chance geben...?"

Löw: "Christoph Metzelder hat bei Real Madrid kaum Einsätze, deshalb planen wir nicht mit ihm. Das habe ich ihm auch so gesagt. Robert hat zuletzt in England wieder regelmäßig gespielt, deshalb haben wir ihn eingeladen."

SID: "In Thomas Müller, Dennis Aaogo und Toni Kroos haben Sie drei Youngsters eingeladen, die noch nie bei der A-Mannschaft dabei waren. Was erwarten Sie von Ihnen?"

Löw: "Sie sollen zunächst mal in die Nationalmannschaft hineinschnuppern. Wir haben Sie eingeladen, weil Sie über längere Zeit mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben und somit auch eine Alternative für die WM sind. Sicherlich ist für andere Kandidaten die Tür für die WM noch nicht ganz zu, aber diese Spieler, die wir eingeladen haben, plus die verletzten Lukas Podolski, Heiko Westermann und Cacau haben die besten Chancen für eine WM-Nominierung. Andere könnten nur mit überragenden Leistungen in den nächsten Wochen noch für eine Überraschung sorgen."

SID: "Derzeit gibt es auch einige Sorgenkinder in der Nationalelf wie Thomas Hitzlsperger oder Arne Friedrich. Wie können Sie diese Spieler aufbauen?"

Löw: "Es gibt sicher im Moment einige Nationalspieler, die mit ihrer Situation im Verein nicht glücklich sind. Ich werde sicherlich in Stuttgart mit ihnen das Gespräch suchen, um die aktuelle Situation zu besprechen."

SID: "Sie haben angekündigt, dass Ihre Vertragsverlängerung mit dem DFB bis Ende des Monats über die Bühne geht. Tut sich in Stuttgart etwas?"

Löw: "Das glaube ich nicht, auch wenn es vielleicht noch mal das ein oder andere Gespräch geben wird, zumal DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach vor Ort ist. Aber ich habe angesichts der aktuellen Aufgaben dieses Thema etwas beiseite geschoben, obwohl wir den Vertrag möglichst in Kürze verlängern wollen."

© SID

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