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04.10.2016

17:28 Uhr

Fußball-Nationalmannschaft

Löw sucht ohne Gomez nach dem Tore-Schlüssel

Auf Weltmeister Deutschland wartet der vermeintlich schwerste Gegner auf dem Weg zur WM in Russland. Bundestrainer Löw muss gegen Tschechien auf einen Spezialisten verzichten – aber ein anderer hat einen Lauf.

Gegen Tschechien muss der Bundestrainer notgedrungen auf einen seiner Spezialisten verzichten. dpa

Löw muss ohne Mario Gomez planen

Gegen Tschechien muss der Bundestrainer notgedrungen auf einen seiner Spezialisten verzichten.

HamburgMit Blick auf die Außenalster schmiedet Joachim Löw in Hamburg den Plan für seinen 93. Sieg mit der Nationalmannschaft – allerdings ohne Mario Gomez. Bei der Suche nach dem Tore-Schlüssel muss der Bundestrainer notgedrungen auf einer seiner Spezialisten verzichten. Der 31 Jahre alte Torjäger musste am Dienstag wegen einer Muskelverletzung seine Teilnahme an den Richtung weisenden WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien und Nordirland absagen.

Gomez müsse wegen „einer neurogenen Verhärtung in der Gesäßmuskulatur“ eine mehrtägige Trainingspause einlegen, teilte der DFB am Dienstagnachmittag mit. Löw verzichtete aktuell auf eine Nachnominierung. In Thomas Müller, Mario Götze und Kevin Volland verfügt der 56-Jährige noch über ausreichend Optionen in der Spitze. Beim 3:0-Auftakt gegen Norwegen war Müller Doppeltorschütze gewesen.

Löw muss seine Jagd auf die letzten Rekorde von Trainer-Legende Sepp Herberger nach Gomez' Absage mit noch 21 Akteuren in Angriff nehmen. Mit dem Punktspiel am Samstag (20.45 Uhr/RTL) gegen Tschechien als „hartnäckigster Gegner“ in der Gruppe C überholt der aktuelle DFB-Chefcoach in der Anzahl seiner Länderspiele (dann 140) zunächst Helmut Schön (139). Als Nummer zwei hat er dann nur noch Herberger (167) als Weltmeistercoach von 1954 vor sich. Allerdings interessiert Löw das alles im Hamburger Teamhotel „Le Méridien“ herzlich wenig.

Vielmehr muss es dem Bundestrainer nach dem Eintreffen des DFB-Teams in der Hansestadt am Mittwoch darum gehen, die Weltmeister-Equipe im Schnelldurchlauf auf den Doppelpack gegen die unbequemen Tschechen und drei Tage später gegen die kampfstarken Nordiren in Hannover einzustellen. „Diese beiden Heimspiele sind sehr wichtig für uns. Nachdem wir in Norwegen gut in die Qualifikation gestartet sind, wollen wir auch die nächsten Spiele gewinnen und die Tabellenführung in unserer Gruppe behaupten“, erklärte Löw. Gelingt das, würde er persönlich mit dann 94 Länderspielsiegen mit Herberger gleichziehen.

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Die Schwerpunkte der nur drei Trainingseinheiten – zwei im Stadion des FC St. Pauli am Millerntor und eine im Volksparkstadion – sind klar. Löw will die nach Gomez' Ausfall verbliebenen Rückkehrer Ilkay Gündogan, Jérôme Boateng und Sebastian Rudy schnell wieder einfügen. Dazu wird der Weltmeistercoach von 2014 an jenem Thema arbeiten, das die Mannschaft schon eine gefühlte Ewigkeit begleitet, die mangelnde Effektivität vor dem Tor. „Wenn ich eine Vision hatte vor einigen Jahren, dann sind wir in der Vision schon sehr weit. Was ein Spiel aber ausmacht, ist die Effizienz“, betonte der Bundestrainer.

Auch die intensive Analyse der EM-Endrunde im Sommer, die der Bundestrainer in der Vorwoche mit seinem Stab vorgenommen hatte, ergab den längst bekannten Fakt. Die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor verhinderte in Frankreich trotz Spieldominanz den Einzug ins Finale und den durchaus möglichen vierten EM-Titel. 12 bis 13 Versuche benötigte das deutsche Team bei der Europameisterschaft für einen Treffer. Auch wenn die DFB-Elf beim 3:0 in Oslo zum Auftakt der WM-Qualifikation Fortschritte nachweisen konnte und Thomas Müller in Oslo doppelt traf, sucht Löw weiter den passenden Tore-Schlüssel.

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Gomez fällt als mögliche Lösung weg. Wie es mit der Effektivität gehen kann, demonstrierte zuletzt vor allem Jung-Nationalspieler Joshua Kimmich. Der Münchner avancierte in dieser Saison in der Nationalmannschaft (1), Bundesliga (3) und Champions League (2) zum Überraschungstorjäger, obwohl er nicht in vorderster Reihe spielt.

„Im Moment springen mir die Bälle vor die Füße“, sagte der 21-Jährige zu seinem Lauf. Löw plant Kimmich im DFB-Trikot aber auch weiterhin als Rechtsverteidiger ein. „Für mich ist es jedes Mal aufs Neue eine Riesensache, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein. Es ist völlig egal, wo ich spiele“, bemerkte der junge Bayern-Spieler dazu.

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Die Feinheiten seines Siegplans gegen Tschechien wird Löw seinem Personal in den gemeinsamen Hamburger Tagen erläutern. Bisher weiß Bayerns Innenverteidiger Mats Hummels lediglich, „gegen wen wir spielen. Alles Weitere aber noch nicht ansatzweise.“ Toni Kroos hat schon das große Ganze im Auge, die WM-Titelverteidigung 2018 in Russland: „Man arbeitet während einer Qualifikation auf das Highlight Turnier hin.“ Dann muss auch der Tore-Schlüssel wieder passen.

Von

dpa

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