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01.01.2010

13:36 Uhr

Fußball Nationalmannschaft

Löw traut den "jungen Wilden" Großes zu

Bundestrainer Joachim Löw traut Mesut Özil und Co. bei der WM in Südafrika Großes zu. Mit Blick auf das Großereignis kündigte Löw eine "weltmeisterliche Vorbereitung" an.

Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Bongarts/Getty Images

Mit einem Masterplan und "weltmeisterlicher Vorbereitung" zum vierten WM-Titel - Fußball-Bundestrainer Joachim Löw sieht dem neuen Jahr mit Optimismus entgegen. "Unsere Mannschaft ist zu allem fähig. Wir werden uns weltmeisterlich vorbereiten. Das kann ich versprechen", sagte Löw dem Internetportal dfb.de.

Die "jungen Wilden" um Mesut Özil sind die großen Hoffnungsträger für die WM-Endrunde in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli). Besonders den Youngstern traut Löw bereits beim Großereignis am Kap eine Leistungsexplosion zu. "Der deutsche Fußball hat in den letzten Jahren junge Spieler hervorgebracht, die in die Weltspitze kommen können. Es ist toll zu sehen, dass sich Spieler wie Özil, Andreas Beck, Jerome Boateng, Sami Khedira oder die Torhüter Rene Adler und Manuel Neuer super entwickelt und den Sprung geschafft haben", sagte Löw. "Das sind Leute, denen ich enorm viel zutraue. Nicht erst in der Zukunft, vielleicht schon kurzfristig bei der WM."

"Ich wusste nicht, was zu tun ist"

Herrscht beim Blick in die Zukunft Optimismus vor, so macht die Vergangenheitsbewältigung Löw noch zu schaffen. In seinem Jahresbilanz-Interview verdeutlichte der 49-Jährige, dass ihn der Selbstmord des depressiven Nationalkeepers Robert Enke am 10. November kurzzeitig in eine Art Schockzustand versetzte.

"Ich wusste nicht, was zu tun ist. Ich habe Robert nicht nur als Spieler geschätzt, sondern auch als Menschen", sagte Löw, der bei Enke keinerlei Alarmzeichen ausgemacht hatte: "Er hat mir in Gesprächen immer den Eindruck vermittelt, dass er mit schweren Situationen umgehen kann und sehr reif ist. Es ist besonders schlimm, dass wir alle nicht erkennen konnten, dass er so große Probleme hatte." Vorwürfe macht sich Löw aber nicht. "Im Nachhinein wäre es das Richtige gewesen, wenn sich Robert uns anvertraut und gesagt hätte, dass er Hilfe braucht."

Löw hofft, dass durch den Fall Enke das vom DFB-Präsidenten Theo Zwanziger geforderte Umdenken in der Gesellschaft zumindest ansatzweise stattfindet. "Dass Spieler den Mut haben zu sprechen. Dass die Öffentlichkeit mit Themen wie Krankheit, Depressionen und Schwäche sensibler umgeht", sagte der Bundestrainer, der am 3. Februar seinen 50. Geburtstag feiern wird. Genau einen Monat später steht mit dem Testländerspiel gegen Argentinien in München bereits ein echter WM-Härtetest an.

"Wer von einem Glückslos spricht, hat wenig detaillierte Kenntnisse"

Ein halbes Jahr vor dem Startschuss der Weltmeisterschaft in Südafrika gibt sich Löw ebenso kämpferisch wie optimistisch, warnt aber gleichzeitig vor den Gruppengegnern des Vize-Europameisters. Löw: "Wer von einem Glückslos spricht, hat wenig detaillierte Kenntnisse. Serbien hat in der Quali gut gespielt und ist technisch beschlagen. Ghana ist physisch enorm stark. Und Australien hat immer toughe Sportler, die positiv verrückt sind."

Insgesamt sieht Löw die Mannschaften "enger zusammengerückt" und erwartet in Südafrika ein interessantes Turnier, nicht zuletzt wegen der besonderen Bedingungen. "Es ist kalt, dann die Höhe. Es wird hart, wir werden Top-Leistungen zeigen müssen, um uns durchzusetzen. Ich glaube auch, dass die afrikanischen Mannschaften eine wichtige Rolle spielen werden", sagte Löw, der seine grundsätzliche Zuversicht auch aus den Entwicklungen 2009 schöpft: "Es war enorm positiv, wie sich die Mannschaft in Sachen Hierarchie nach der EM gefunden und Verantwortung übernommen hat."

© SID

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