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26.01.2010

11:23 Uhr

Fußball Nationalmannschaft

Rolfes bangt nach Knie-OP um WM

Simon Rolfes ist erneut am Knie operiert worden und bangt nach dem erneuten Eingriff um seine WM-Teilnahme. Bei dem 28-Jährigen wurde ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert.

Der Kapitän der Leverkusener Werkself: Simon Rolfes. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Der Kapitän der Leverkusener Werkself: Simon Rolfes. Foto: Bongarts/Getty Images

Schock für Simon Rolfes, Bayer Leverkusen und die deutsche Nationalmannschaft: Dem Mittelfeldspieler von Bundesliga-Spitzenreiter Leverkusen droht nach einer erneuten Knie-Operation das WM-Aus. "Das war schon ein Schock für uns, weil Simon zuletzt immer sehr stark gespielt hat, auch bei unserem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland. Nun müssen wir die Situation abwarten und uns Gedanken machen. In erster Linie ist es aber ganz bitter für ihn", sagte Bundestrainer Joachim Löw dem Sport-Informations-Dienst (SID) und schloss trotz der drohenden Personalnot im Mittelfeld eine Rückkehr von Bremens Routinier Torsten Frings kategorisch aus: "Das kommt nicht infrage."

"Müssen über Alternativen nachdenken"

Positiv aus Sicht des Bundestrainers ist, dass die Operation am Dienstagmorgen ohne Komplikationen verlaufen ist. "Das ist schon mal sehr gut, nun müssen wir den Heilungsverlauf verfolgen. Wir dürfen Simon nicht zu früh abschreiben, aber müssen natürlich auch mit dem Schlimmsten rechnen und über Alternativen nachdenken", sagte Löw. Der 49-Jährige geht davon aus, dass Rolfes wegen seines Knorpelschadens am rechten Knie einige Monate ausfällt.

"Es ist ein bitterer Schlag für mich. Über die WM mache ich mir keine Gedanken. Wichtig ist jetzt nur meine Gesundheit", sagte Rolfes der Sport-Bild.

Nach der Diagnose im Anschluss an eine Kernspintomografie war Rolfes bereits am Montagabend aus dem DFB-Quartier in Stuttgart abgereist. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff berichtete, dass die Nachricht über die erneute Verletzung des Mittelfeldspielers, der für die erste WM auf afrikanischem Boden (11. Juni bis 11. Juli) gesetzt war, für große Betroffenheit innerhalb der Mannschaft gesorgt habe.

"Das tut richtig weh"

Dasselbe gilt für Leverkusen. "Das ist ein großer Schock für uns und tut richtig weh, vor allem aber Simon, der sich sehr auf die WM gefreut hatte", sagte Leverkusens Sport-Direktor Rudi Völler dem SID. Der ehemalige DFB-Teamchef erklärte weiter: "Wir müssen ihn nun aufbauen und werden ihn so gut es geht unterstützen. Er muss positiv denken." Rolfes, der bereits die vergangenen Tage über heftige Schmerzen geklagt und deshalb auch nicht am Fitnesstest der DFB-Auswahl teilnehmen konnte, wurde in Augsburg am Dienstagmorgen von Kniespezialist Dr. Ulrich Boenisch operiert.

"Das ist für uns ein Rückschlag, aber wir müssen erstmal abwarten, wie lange er wirklich ausfällt", sagte Löw. Der Bundestrainer hatte noch zu Beginn des Kurzlehrgangs in der Schwaben-Metropole eine längere Unterredung mit dem 21-maligen Nationalspieler, der erst zu Beginn der Rückrunde nach fast drei Monaten Pause sein Comeback gegeben hatte. Dabei ging es um die Perspektiven des Bayer-Kapitäns bei seinem Klub unter Trainer Jupp Heynckes, der den 28-Jährigen jeweils gegen Mainz und Hoffenheim eingewechselt hatte. "Ich will ihn behutsam wieder an die Mannschaft heranführen", hatte Heynckes kurz vor der neuerlichen Verletzung von Rolfes noch erklärt.

Erster Anwärter auf die Rolle neben Ballack

Der frühere Aachener spielte in den Planungen von Löw eine große Rolle. Der Bayer-Star war der erste Anwärter auf die Rolle neben Kapitän Michael Ballack im defensiven Mittelfeld. Das Knie könnte Rolfes nun aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Sowohl im Juni als auch im Oktober des vergangenen Jahres musste er sich Eingriffen an seinem Knie unterziehen lassen. Nach der arthroskopischen Gelenkspülung im Oktober waren zunächst lediglich zehn Tage Pause angedacht gewesen, aus denen dann fast drei Monate wurden.

Dass durch seine schlimme Verletzung Torsten Frings wieder in den Fokus rücken könnte, stand für Löw nie zur Debatte. Der Bundestrainer hatte den Bremer Kapitän vergangene Woche in einem persönlichen Gespräch darüber informiert, dass er in seinen Planungen keine Rolle mehr spiele, woran sich nichts ändert.

"Es ist so, dass ich nicht mehr mit Torsten plane"

"Es ist eine grundsätzliche Entscheidung. Es ist so, dass ich nicht mehr mit Torsten plane. Einige Spieler stehen vor ihm auf seiner Position als Sechser im Mittelfeld. Spieler wie Khedira, Gentner oder auch Hitzlsperger und auch Schweinsteiger können im Mittelfeld spielen, falls Simon nicht zur Verfügung steht", sagte Löw. Da derzeit auch Hitzlsperger bei seinem Klub VfB Stuttgart keinen Stammplatz hat, könnte sich Löw vorstellen, dass demnächst der Münchner Bastian Schweinsteiger von der Außenposition in die Zentrale rückt.

"Das ist eine von vielen Möglichkeiten. Bastian hat das Zeug dazu, diese Rolle auszufüllen. Das hängt aber auch davon ab, ob zum Beispiel Toni Kroos sich weiter so positiv entwickelt und vielleicht bei uns die Außenbahn besetzen kann", sagte der Bundestrainer.

© SID

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