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10.05.2017

12:32 Uhr

Fußball, Sponsoren und Facebook

Bundesliga kriecht im Ausland hinterher

VonThomas Schmitt

Real gegen Juventus: Im Finale der Champions League spielen zwei Klubs, die konsequent aufs Ausland setzen – mit Sponsoren, Spielern, Reisen und in sozialen Medien. Viele Bundesliga-Klubs laufen hinterher.

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DüsseldorfMehr Umsatz wollen deutsche Fußballvereine künftig vor allem im Ausland machen. Doch abgesehen von Bayern München laufen die hiesigen Klubs bei der Internationalisierung den Spitzenteams aus Spanien und England hinterher. Besonders krass ist der Abstand bei Sponsoren aus dem Ausland und in den sozialen Netzwerken.

Extrem hoch ist der Anteil ausländischer Sponsoren bei den englischen Spitzenvereinen FC Chelsea, Manchester City und Manchester United. Im Schnitt kommen die Geldgeber in der Premier League fast zur Hälfte aus dem Ausland. In der spanischen Liga sind es immerhin fast 35 Prozent, in Deutschland dagegen nur 20 Prozent, ergab eine Studie der Advant Group.

Der Mangel an ausländischen Sponsoren ist auch Symptom des Kernproblems: vergleichsweise geringe Bekanntheit der Bundesliga außerhalb Deutschlands. Durch geschicktere Vermarktung und eine attraktivere Außendarstellung wird Reichweite auf fremden Märkten erzielt. Das zieht Sponsoren an. Andererseits helfen ausländische Partner wiederum massiv, die Reichweite in den Zielmärkten zu erhöhen.

Bundesliga: Wie international sind deutsche Klubs?

Europäische Spitze

1. FC Barcelona: 75,32 Punkte
2. Real Madrid: 74,37 Punkte
(Quelle: Advant Group, Auswahl: 98 Topvereine aus den fünf großen Ligen)

Englische Spitze

3. Manchester City: 73,72 Punkte
4. Chelsea FC: 70,17 Punkte
5. Manchester United: 69,95 Punkte

Deutscher Meister

6. FC Bayern München: 53,98 Punkte

Champions League

15. Borussia Dortmund: 33,78 Punkte
20. FC Schalke 04: 31,32 Punkte
23. VfL Wolfsburg: 28,73 Punkte
26. Borussia Mönchengladbach: 27,89 Punkte

Europa League

28. Bayer 04 Leverkusen: 27,52 Punkte
32. Eintracht Frankfurt: 26,93 Punkte
33. RB Leipzig: 26,63 Punkte

Oberes Mittelfeld

36. SV Werder Bremen: 23,44 Punkte
37. 1. FSV Mainz 05: 23,10 Punkte
38. Hamburger SV: 23,00 Punkte
41. Hertha BSC: 21,98 Punkte

Unteres Mittelfeld

42. FC Ingolstadt 04: 21,29 Punkte

48. 1. FC Köln: 18,62 Punkte
49. TSG 1899 Hoffenheim: 18,43 Punkte

Absteiger

52. FC Augsburg: 16,65 Punkte
63. SV Darmstadt 98: 14,53 Punkte
73. SC Freiburg: 12,69 Punkte

Ein ähnliches krasses Bild ergibt sich, wenn man die ausländischen Fans auf der Internet-Plattform Facebook betrachtet. Die Bundesligaclubs kommen auf durchschnittlich 3,2 Millionen ausländische Fans, die englischen und spanischen Klubs hingegen auf durchschnittlich mehr als 10 Millionen.

Mit mehr als 90 Millionen ausländischen Facebook-Fans belegen die spanischen Top-Klubs, der FC Barcelona und Real Madrid, die ersten beiden Plätze. Der beste deutsche Klub ist der FC Bayern. Die Münchner konnten die Anzahl ihrer ausländischen Facebook-Fans seit 2014 immerhin mehr als verdoppeln.

Mit über 37 Millionen liegen sie zwar auf einem guten fünften Rang. Dennoch sind sie gegenüber Barcelona und Real weit abgeschlagen. Richtig miserabel wird die deutsche Bilanz aber erst, wenn man auf den Rest der Liga schaut. Borussia Dortmund landet mit 13 Millionen ausländischen Facebook-Fans noch formidabel auf Platz zwölf.

Top-Fußballklubs: Ausländische Fans auf Facebook

1. Platz

FC Barcelona: 92,4 Millionen
(Quelle: Advant Group, Vergleichsgruppe: 98 Klubs aus den fünf Topligen in Europa)

2. Platz

Real Madrid: 90,2 Millionen

3. Platz

Manchester United: 69,4 Millionen

4. Platz

Chelsea FC: 45,8 Millionen

5. Platz

FC Bayern München: 37,5 Millionen

6. Platz

Arsenal FC: 35,9 Millionen

7. Platz

Liverpool FC: 27,6 Millionen

8. Platz

Paris Saint-Germain: 23,1 Millionen

9. Platz

AC Milan: 22,9 Millionen

10. Platz

Juventus: 22,1 Millionen

Bayer 04 Leverkusen (2,4 Millionen / Platz 23) oder FC Schalke 04 (2,3 Millionen / Platz 24) hätten aber im Vergleich zu den anderen europäischen Top-klubs noch deutliches Verbesserungspotential, stellt die Advant-Studie heraus. Wie gewaltig der Vorsprung der Topvereine in den sozialen Netzwerken ist, zeigt auch folgender Vergleich.

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