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20.01.2007

15:14 Uhr

Fußball Uefa-Cup

Feyenoord erwägt Gang vor Sportgerichtshof

Feyenoord Rotterdam entscheidet am Montag über einen möglichen Protest beim internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne. Der Traditionsklub war zuletzt wegen Zuschauerkrawalle aus dem Uefa-Cup ausgeschlossen worden.

Feyenoord Rotterdam will sich möglicherweise nicht mit dem Ausschluss aus dem Uefa-Pokal abfinden. Der niederländische Ehrendivisionär entscheidet am Montag über einen Protest beim internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne. Die Klubleitung des früheren Europapokalsiegers wartet nach Berichten niederländischer Zeitungen noch auf den Eingang der Begründung für das Urteil der Berufungskommission bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa).

Die Feyenoord-Führung tendiert nach der Verschärfung der Strafe für die Krawalle seiner Hooligans am Rande des Spiels im vergangenen Herbst beim französischen Erstligisten AS Nancy von ursprünglich nur 200 000 Euro jedoch eindeutig zu einem Einspruch. "Dieses Urteil ist ein schwerer Schlag mit enormen Folgen", sagte Finanzdirektor Onno Jacobs. "Die Spieler und die echten Fans sind wieder Opfer geworden. Wir können nicht die Verantwortung übernehmen für Hooligans, die nicht zum Fanklub gehören und aus Eigeninitiative eine Eintrittskarte in Frankreich gekauft haben. Wir werden jetzt bestraft für einige Asoziale, die wir nicht eingeladen hatten", meinte Jacobs weiter und bezifferte den Verlust für seinen Verein durch die Absetzung der Achtelfinals gegen Tottenham Hotspur (England) auf eine bis zwei Mill. Euro.

Coach Koeman findet Ureti zu hart

Obwohl rund 600 Hooligans aus Rotterdams Anhängerschaft in Nancy eine Spur der Verwüstung gezogen hatten, reagierte auch Feyenoord-Trainer Erwin Koeman enttäuscht auf den zweiten Europacup-Bann gegen ein niederländisches Team nach dem Ausschluss von Rekordmeister Ajax Amsterdam 1989 ebenfalls wegen Krawallen seiner Fans: "Das ist unter aller Sau. Der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Strafe ist viel zu groß", sagte der Ex-Nationalspieler.

Die Erfolgsaussichten für Feyenoord mit einem Einspruch beim CAS sind allerdings nicht sonderlich gut. Denn der Klub fiel mit seiner gewaltbereiten Fan-Gemeinde bereits zum wiederholten Male binnen weniger Jahre negativ auf. 2004 nach Ausschreitungen beim Uefa-Cup-Heimspiel gegen Sporting Lissabon hatte die Uefa Rotterdam, das im "Fall Nancy" seine Hinweise für die Franzosen auf gewalttätige Fans in seinem Anhänger-Tross für entlastend hält, schon zur Austragung eines Heimspiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt.

© SID

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