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14.01.2007

12:09 Uhr

Fußball Uefa

Michel Platini gibt sich siegessicher

An mangelndem Selbstbewusstsein leidet Michel Platini nicht. Im Vorfeld der Wahl des Uefa-Präsidenten gibt sich der Franzose sehr siegessicher, auch wenn er zu wissen glaubt, die Stimme des DFB nicht zu bekommen.

Selbstzweifel sind hier fehl am Platz: Frankreichs Galionsfigur Michel Platini ist von seinem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen auf dem Kongress der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am 26. Januar in Düsseldorf überzeugt. "Ich bin nie nervös, weil ich weiß, dass ich die Wahl gewinnen werde", sagte der 51 Jahre alte Herausforderer von Amtsinhaber Lennart Johansson im Interview mit der Bild am Sonntag.

Platini weiß genau, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für den seit 1990 amtierenden Schweden, der sich vehement für die WM 2006 in Deutschland stark gemacht hatte, stimmen wird. "Da ist es logisch, dass sie jetzt für ihn stimmen. Da bin ich nicht böse. Ich habe zu Gerhard Mayer-Vorfelder (Ex-DFB-Präsident, d.Red.) ein sehr gutes Verhältnis. Wenn er noch Boss des DFB wäre, hätte ich die Stimme der Deutschen gekriegt. Aber es ist trotzdem schade für den DFB, dann nicht auf der Seite des Siegers zu stehen."

Platini will Altersbegrenzung

Platini, Europameister mit der "Equipe Tricolore" von 1984, macht sich für eine Altersbegrenzung für das Amt des Uefa-Präsidenten stark. "Ich finde, man sollte das Alter beschränken", sagte der einstige Italien-Legionär von Juventus Turin, "bis zum 70. Lebensjahr darf man nur in die Kommissionen der Uefa gewählt werden - aber der Uefa-Präsident darf mit 77 Jahren wieder gewählt werden! Das ist nicht richtig."

Platini unterstrich nochmals, dass er sehr viel Wert auf Solidarität im Fußball legt. "Ich weiß, dass Rummenigge (Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, d.Red.) es nicht mag, dass Deutschland gegen Länder wie San Marino, Luxemburg oder Georgien spielen muss. Aber genau das verstehe ich unter Solidarität und Weltbürgertum."

Auf die Frage, was ein 13:0-Sieg gegen San Marino der deutschen Nationalmannschaft bringe, meinte Platini hämisch: "Warum spielte Frankreich gegen Deutschland, obwohl die jahrelang nicht gut waren? Nein, kleiner Scherz - aber warum sollen die Kinder in Moldawien nicht auch mal Spieler wie Klose oder Ballack sehen? Das Land gehört zur Uefa, sie haben ein Recht auf diese Spiele."

"Solidarität immer verteidigen"

Eine Vor-Qualifikation für die kleinsten Staaten ist für Platini keine Lösung. "Schauen Sie, für diese Länder ist es eine große Chance, den Fußball mit Spielen gegen Italien, Frankreich oder Deutschland in ihren Ländern weiter voranzutreiben", äußerte der einstige Mittelfeldstar, "so bleibt der Fußball populär oder wird sogar noch populärer. Nein, ich werde diese Solidarität immer verteidigen."

Energisch sprach sich Platini gegen die Einführung einer Weltliga, in der sich die besten Klubs und die besten Spieler der Welt gegenüberstehen, aus: "Das ist völlig falsch, das wäre das Ende des Fußballs, der Tod des Fußballs! Ich werde immer versuchen, das zu verhindern."

Seine Vision vom Fußball umschreibt Frankreichs Fußball-Ikone mit folgenden Worten: "Es ist ganz einfach: Ich will nicht, dass Leute ohne Fußball-Herz über die Zukunft des Fußballs entscheiden! Die nur für ihre eigenen Interessen entscheiden und Geld aus dem Fußball ziehen wollen. Deshalb brauchen wir starke Leute, die den Fußball schützen. Es gibt nicht den kleinen oder großen Fußball, es gibt nur den einen Fußball. Das ist wie mit dieser G14: Ich mag diese Vereinigung der großen Klubs nicht, aber ich liebe große Klubs."

© SID

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