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21.01.2008

19:16 Uhr

Fußball Uefa

Rummenigge übernimmt die Führung der ECA

Die europäischen Spitzenklubs und die Uefa haben in Nyon die neue European Club Association (ECA) gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wurde Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München bestimmt.

Beim Nachfolger der aufgelösten Vereinigung "G14" spielt Karl-Heinz Rummenigge eine gewichtige Rolle. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) und die europäischen Spitzenklubs haben am Montag im Uefa-Hauptquartier in Nyon/Schweiz die neue European Club Association (ECA) gegründet und Bayern Münchens Vorstandschef zum ersten Vorsitzenden bestimmt. In der vorigen Woche hatten sich die Vereine, die Uefa und der Weltverband Fifa auf diese neue Konstruktion verständigt und die Klubs daraufhin die Auflösung ihrer bisherigen Interessenvertretung G14 und die Einstellung der Prozesse gegen die Verbände angekündigt.

"Normalerweise gibt es bei Vereinbarungen immer Gewinner und Verlierer, aber diesmal ist jeder ein Sieger", erklärte Rummenigge am Montag bei der Gründungssitzung. Der Bayern-Boss bedankte sich ausdrücklich bei Uefa-Präsident Michel Platini für das "Tempo, mit dem diese Vorgänge in Bewegung gesetzt worden sind". Ohne Platini wäre das nicht möglich gewesen. "Heute ist ein Tag der Wiedervereinigung in der Fußball-Familie", sagte Rummenigge: "Die Gerichtsverfahren werden eingestellt. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die vielen Missverständnisse und Klagen nun der Vergangenheit angehören."

103 Vereine gehören der ECA an

Die ECA, der insgesamt 103 Vereine aus den 53 Uefa-Mitgliedsländern angehören werden, vertritt künftig die Interessen der Vereine gegenüber Fifa und Uefa. Als erste Resultate werden die beiden Dachorganisationen insgesamt 173 Mill. Euro in den nächsten sechs Jahren an die Klubs auszahlen, die Spieler für Welt- und Europameisterschaften zur Verfügung stellen.

Die Fifa stellt dabei 27,5 Mill. Euro für die WM 2010 in Südafrika und 48 Mill. für die WM 2014 in Brasilien zur Verfügung. Die Uefa zahlt 43,5 Mill. für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz sowie 54 Mill. für die EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Außerdem sollen bei Doppelspieltagen der Nationalmannschaften künftig die zweiten Spiele am Dienstag statt am Mittwoch stattfinden, damit die Profis mehr Regenerationszeit für ihre nächsten Klubspiele bekommen. Die Fifa akzeptierte, dass die Vereine Spieler nur einmal pro Jahr für ein Testspiel außerhalb ihres Kontinents abstellen müssen. Die Uefa will bei künftigen EM-Qualifikationsrunden darauf achten, nur noch maximal sechs Mannschaften pro Gruppe spielen zu lassen, um die Gesamtzahl der Spiele zu reduzieren.

Platini sieht Fußball als Sieger

Für Platini gibt es keinen anderen Sieger als "den Fußball selbst". "Es war vollkommen undenkbar, dass Spieler nicht für ihr Nationalteam spielen dürften. Aber wir haben auch gesehen, dass es nur logisch ist, die Vereine, die diese Spieler abstellen, auch an den Einnahmen dieser Wettbewerbe zu beteiligen", sagte der Franzose, der sich neben Fifa-Chef Joseph Blatter und Fifa-Generalsekretär Jerom Valcke namentlich bei Rummenigge und einigen seiner Kollegen von anderen europäischen Spitzenklubs bedankte.

Die Gesamtzahl der Vereine, die die einzelnen Verbände in der ECA vertreten, richtet sich alle zwei Jahre nach der Klub-Rangliste der Uefa. Die drei besten Nationen stellen je fünf Klubs, die nächsten drei noch vier. Die Nationen auf den Rängen sieben bis 15 sind mit je drei Vereinen vertreten, die auf den Rängen 16 bis 26 mit zwei Klubs. Die restlichen Verbände stellen jeweils einen Verein.

Unter den insgesamt 16 Gründungsmitgliedern der ECA ist Bayern München der einzige deutsche Klub unter Vereinen wie Real Madrid, dem FC Barcelona, AC Mailand, Juventus Turin, Manchester United und dem FC Chelsea. "Barca"-Präsident Joan Laporta wird Rummenigges Stellvertreter in der ECA-Führung.

© SID

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