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27.12.2012

16:40 Uhr

Fußball vereint Ex-Sowjetunion

Russland plant eine „Superliga“

Osteuropas Fußball steht vor einer Revolution: Mit einer länderübergreifenden Liga soll die Sowjetunion wieder auferstehen - zumindest auf dem Platz. Dahinter stehen oft Oligarchen mit eindeutigen Geschäftsinteressen.

Dynamo Moskau gegen Zenit St Petersburg: In der neuen Super-Liga jenseits der internationalen Wettbewerbe könnten die Gegner auch Dynamo Kiew und Bate Borissow heißen. Reuters

Dynamo Moskau gegen Zenit St Petersburg: In der neuen Super-Liga jenseits der internationalen Wettbewerbe könnten die Gegner auch Dynamo Kiew und Bate Borissow heißen.

MoskauZSKA Moskau gegen Dynamo Kiew und Bate Borissow gegen Zenit St. Petersburg: Ein Hauch der Ex-Sowjetunion soll schon bald den osteuropäischen Fußball durcheinanderwirbeln. Mit einer gemeinsamen „Superliga“ wollen Vertreter russischer und ukrainischer Spitzenclubs ihre Vereine fit für den Angriff auf Europas Fußballthron machen.

„Das wird einer der stärksten Wettbewerbe in Europa, deshalb wird jeder Spieler gerne in diesem prestigeträchtigen Turnier mitspielen wollen“, sagt Waleri Gassajew, Präsident und Trainer des russischen Erstligisten Alania Wladikawkas.

Der Ex-Coach der russischen Nationalelf soll an der Spitze einer Arbeitsgruppe die geplante neue Liga vorbereiten. Sein eigener Club hat allerdings schlechte Chancen auf eine Teilnahme, Alania dümpelt derzeit am Tabellenende herum.

Vielmehr soll es ein Elitewettbewerb werden für die Clubs, die schon jetzt die Premier Liga dominieren: Meister Zenit St. Petersburg mit seinem staatlichen Großsponsor Gazprom, der einstige Armeeclub ZSKA Moskau und der neureiche Kaukasus-Verein Anschi Machatschkala um Trainer Guus Hiddink und Superstar Samuel Eto'o sind die größten Anhänger des Projekts.

Hinzu kommen ehrgeizige ukrainische Topvereine wie Schachtjor Donezk und Rekordmeister Dynamo Kiew, die den Titel regelmäßig unter sich ausmachen. Aus Weißrussland hat bereits Seriensieger Bate Borissow Interesse bekundet.

Alle eint, dass sie keine Lust mehr auf Spiele gegen Provinzclubs haben, vor wenigen Fans in maroden Stadien. Gerne verweisen Befürworter auf Beispiele etwa im Eishockey, wo es mit der Kontinentalen Hockey-Liga KHL einen länderübergreifenden Wettbewerb in Osteuropa gibt.

Nutznießer wären auch milliardenschwere Club-Eigentümer wie die Oligarchen Rinat Achmetow (Schachtjor) und Sulejman Kerimow (Anschi). Von der „Sowjetliga“ erhoffen sie sich noch mehr Einnahmen - durch höhere Zuschauerzahlen und TV-Gelder.

Kommentare (1)

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PeterK

27.12.2012, 17:59 Uhr

Zit.: "Dahinter stehen oft Oligarchen mit eindeutigen Geschäftsinteressen." Diese Doppelmoral-Texte sind einfach nur ekelerregend. Als ob in der Bundesliga niemand eindeutige Geschäftsinteressen hätte!? Nein, um Gottes willen! Wie könnte ich nur auf die Idee kommen, dass Vereine wie FC der Bayern oder BVB Geschäftsinteressen verfolgen würden?! Und die Drahtzieher hinter den Vereinen in der deutschen Bundesliga sind natürlich keine Oligarchen, das sind arme Bauern mit einem Hauptschulabschluß in der Tasche. Eigentlich arbeiten sie beim Aldi an der Kasse und nebenbei sind besitzer eines Fußballklubs. Deutschland - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten :-)

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