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01.03.2006

14:28 Uhr

Fußball WM

Blatter fordert WM-Euphorie von Deutschland

Fifa-Präsident Joseph Blatter wünscht sich von den Deutschen mehr Begeisterung für die WM im eigenen Lande. Die viel geäußerte Kritik an dem Turnier sei hingegen bloß das Werk von Neidern.

100 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft fordert Fifa-Präsident Joseph Blatter die Deutschen zu mehr Euphorie hinsichtlich des Turniers auf. "Ich würde mir wünschen, dass jetzt ein Aufschrei der Begeisterung durchs Land geht: Wir wollen die WM! Wir freuen uns auf die WM!", erklärte der Schweizer in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Die Kritiker und Skeptiker der Großveranstaltung betrachtet der 69-Jährige als Spielverderber: "Das sind oftmals Neider, die versuchen, so ein Ereignis schlecht zu reden", sagte Blatter.

Wenig später stellte der Fifa-Boss in Bezug auf die vielkritisierten zahlreichen Reglementierungen durch den Weltverband klar: "Die WM gehört nicht Deutschland, es ist keine deutsche WM. Es ist die Fifa-WM in Deutschland, die uns eine Milliarde Schweizer Franken kostet." Man könne nicht auf der einen Seite viel Geld einnehmen - der DFB bzw. das OK bekomme ja von der Fifa 250 Mill. Schweizer Franken plus die Einnahmen aus dem Ticketverkauf - "und dann andererseits die Verträge, die mit unseren Partnern bestehen, einfach übergehen".

Blatter sieht WM nicht durch Vogelgrippe gefährdet

Die Sorge, ein Ausbreiten der Vogelgrippe könnte die WM 2006 gefährden, teilt der höchste Fußball-Funktionär nicht. Eine Absage drohe nach momentanem Stand nicht, so Blatter, der im Fall einer Verschlimmerung der Lage die Entscheidungsgewalt jedoch bei der Bundesregierung sieht: "Das müssen wir respektieren."

Die durch eine Studie der Stiftung Warentest aufgekommenen Zweifel an der Sicherheit in einigen WM-Stadien nimmt Blatter ernst - ohne sie überzubewerten: "Ich bin mit dem OK einig, dass man alles macht, was für die Sicherheit wichtig ist", so der Fifa-Boss.

Die Unzufriedenheit vieler Fans mit der Kartenverteilung kann Blatter nur zum Teil verstehen: "Natürlich gibt es zu wenig Karten. Weil die Nachfrage viel zu groß ist. Das gilt für Deutschland, aber auch fürs Ausland. Und wenn der Slogan ist "Zu Gast bei Freunden", muss man den Besuchern aus dem Ausland im Stadion auch Platz lassen und kann sie nicht zum Public Viewing vor die Großbildleinwand schicken."

Keine Sonderbehandlung für Fifa-Präsidenten

Die Meldung, die Münchner Allianz-Arena werde für das Eröffnungsspiel am 9. Juni umgebaut, weil er genau in Höhe der Mittellinie sitzen wolle, dementierte Blatter: "Das ist doch hirnverbrannt! Ich sitze ganz normal auf einem Stuhl, der zugeteilt wird. Ich brauche keine Sonderbehandlung."

© SID

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