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21.03.2006

15:51 Uhr

Fußball WM

Deutsche Schiedsrichter hoffen auf WM-Einsatz

Die beiden deutschen Schiedsrichter Markus Merk und Herbert Fandel dürfen weiterhin auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft hoffen. "Wir brauchen die besten Unparteiischen", erklärte Fifa-Mitglied Worawi Makudi.

Markus Merk (Otterbach) und Herbert Fandel (Kyllburg) gehören dem auserwählten Kreis der 42 Schiedsrichter an, die für einen Einsatz bei der Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) in Frage kommen. Derzeit dürfen die beiden deutschen Schiedsrichter bei dem bis Samstag andauernden Lehrgang in Frankfurt/Main hoffen, dass sie sich einen Platz im Feld der rund 30 WM-Referees sichern können. Am 31. März wird die Schiedsrichter-Kommission des Weltverbands Fifa die Auserwählten nominieren.

"Wir brauchen die besten Unparteiischen, egal aus welchem Land sie kommen", erklärte Fifa-Exekutivkomitee-Mitglied Worawi Makudi auf die Frage nach den Chancen der beiden Bundesliga-Referees. Auch Fifa-Generalsekretär Urs Linsi unterstrich die Ansicht des Thailänders, wonach erstmals zwei Schiedsrichter aus einem Land bei der Endrunde dabei sein könnten: "Alle müssen sich dem Leistungsprinzip unterwerfen. Die Leistung ist entscheidend. Wir haben die besten Mannschaften bei der WM und wir wollen natürlich auch die besten Schiedsrichter dabei haben."

Merk: "Ich brauche Druck"

Für Merk stellt dieser Druck kein Problem dar. "Schiedsrichter sind Leistungssportler. Wir müssen 365 Tage im Jahr fit sein. Alle Schiedsrichter, die hier sind, haben Druck. Aber ohne Druck kann man nicht erfolgreich sein. Ich brauche Druck, für mich ist das ein positiver Begriff", sagte der zweimalige Welt-Schiedsrichter.

Die Unparteiischen aus aller Welt müssen sich zum zweiten Mal nach einem Treffen im Februar 2005 zahlreichen Tests in der hessischen Metropole unterziehen. Überprüft werden die Kondition, die Kenntnisse der Regeln und der englischen Sprache, die zum ersten Mal Pflicht ist. Dazu kommt ein Sehtest, Gespräche mit der Fifa-Schiedsrichterkommission und psychologische Tests. "Sie werden auf Herz und Nieren geprüft. Es geht darum, alle Anforderungen an die Schiedsrichter zu überprüfen", meinte Linsi.

Erstmals Gespanne aus dem gleichen Land

Zudem betonte Linsi noch einmal, dass in Deutschland erstmals Gespanne aus dem gleichen Land oder zumindest der gleichen Konföderation zum Einsatz kommen werden. Nach den Schiedsrichtern werden im April die Assistenten geprüft. "Wenn einer nicht besteht, hat das ganze Team nicht bestanden", sagte Linsi. In diesem Fall würde ein Ersatzmann zum Einsatz kommen.

Um die Abstimmung zwischen dem Schiedsrichter und seinen Assistenten verbessern, wird bei der WM ein Kommunikationssystem zum Einsatz kommen, dass während des Lehrgangs in Frankfurt abschließend getestet wird. "Das wird funktionieren", erklärte Linsi.

Für den Generalsekretär ist einer der wichtigsten Aspekte des Lehrgangs die einheitliche Interpretation der Regeln. "Darauf wird das Hauptaugenmerk liegen", sagte der Schweizer. Vor allem die zuletzt vom International Football Association Board (Ifab) verabschiedete Anpassung der Regeln soll den Referees näher gebracht werden. Das Ifab will vor allem Spielverzögerungen und überharte Aktionen härter bestraft sehen.

© SID

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