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01.04.2006

13:17 Uhr

Fußball WM

DFB reagiert auf Kampagne gegen Owomoyela

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prüft rechtliche Schritte gegen die rechtsradikale NPD. Der Verband reagiert damit auf eine fremdenfeindliche Kampagne gegen den Nationalspieler Patrick Owomoyela.

Nach einer Kampagne der rechtsradikalen NPD, bei der Nationalspieler Patrick Owomoyela verunglimpft wurde, behält sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) rechtliche Schritte vor. Der DFB bestätigte dem Internetportal tagesschau.de, dass ein entsprechender Hinweis auf die rechtsradikale Propaganda beim Verband eingegangen ist.

Streitpunkt ist ein "WM-Planer" der NPD, in dem ein Foto vom Nationaltrikot des Profis von Werder Bremen mit der Rückennummer 25 abgedruckt ist. Die dazugehörige Bild-Beschriftung durch die Herausgeber spielt in provokanter Weise auf die deutsch-afrikanische Abstammung des dunkelhäutigen Fußballers an. Auch Werder prüft eine rechtliche Vorgehensweise gegen die NPD-Kampagne.

Die Rechtsradikalen nutzen den Fußball im WM-Jahr verstärkt als Plattform. Offenbar sind während der WM in Deutschland große Aufmärsche geplant, um die internationale Aufmerksamkeit zu nutzen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat bereits angekündigt, rechtextreme Auswüchse "mit allen Mitteln" zu bekämpfen.

Asamoah bereits Ziel rechter Hasstiraden

Owomoyela ist nicht der erste deutsche Nationalspieler, der ins Kreuzfeuer der Neonazis geraten ist. Auch der Schalker Profi Gerald Asamoah war bereits Ziel rechtsradikaler Hasstiraden. Der "Schutzbund Deutschland" aus Halle/Saale und Pritzwalk hatte ein Plakat geklebt, auf dem ein Foto des gebürtigen Ghanaers und eine fremdenfeindliche Parole gedruckt waren. Nach Androhung juristischer Konsequenzen wurde das Foto Asamoahs durch eine Karikatur des Stürmers ersetzt, berichtet der Internetanbieter Mut-gegen-rechte-Gewalt.de.

Der Weltverband Fifa hat den Kampf gegen den Rassismus im Fußball unterdessen bereits verstärkt. Seit Samstag ist der abgeänderte Artikel 55 des Fifa-Disziplinarreglements in Kraft, der härtere Strafen bei rassistischen und diskriminierenden Vorfällen ermöglicht. Als Sanktionen gegen Vereine sind nunmehr auch Punktabzüge oder auch ein Zwangsabstieg möglich.

© SID

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